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Gewichtsabnahme nach der Geburt

5 Fragen an den Kardiologen Dr. Christoph Naber, der gemeinsam mit anderen Medizinern nachgewiesen hat, dass es genetische Gründe für eine erschwerte Gewichtsabnahme nach der Geburt geben kann

Baby&Co: Jede Frau möchte ihre Schwangerschaftspfunde schnell wieder loswerden. Es scheint aber so, als ob das manchen Frauen leichter und anderen schwerer fällt. Kann das sein?
Dr. Christoph Naber: Das kann sehr wohl sein. Wir haben bei Untersuchungen festgestellt, dass Frauen, die Trägerinnen eines bestimmten Typs des sogenannten GNB3-Gens sind, ein höheres Risiko haben, die Pfunde, die sie während der Schwangerschaft erworben haben, nach der Geburt nicht wieder loszuwerden.  

Wer dieses Gen trägt, muss also nach der Schwangerschaft unweigerlich dick bleiben?

Nein, so ist das nicht. Diese Frauen haben aber eine um das Dreifache erhöhte Wahrscheinlichkeit. Bei ihnen ist es also möglich, dass sie dick bleiben, aber nicht zwingend. Bei Gewichtszunahmen spielen ja nicht nur genetische, sondern zum Beispiel auch soziale Faktoren wie etwa die Essgewohnheiten und körperliche Bewegung eine wichtige Rolle.

Wie viele Frauen tragen dieses Gen?

Wir haben 792 Frauen untersucht. Die Frauen, die dieses Gen trugen, waren noch innerhalb des ersten Jahres nach der Geburt ihres Babys erheblich schwerer als andere Frauen. Diejenigen, die diese Genveränderung nicht aufwiesen oder nur von einem Elternteil geerbt hatten, waren deutlich leichter. Man kann davon ausgehen, dass grob geschätzt etwa zehn Prozent der Frauen in Westeuropa Trägerinnen dieses Gens sind. Wobei diese Zahl von Region zu Region schwanken kann.

Wenn diese Frauen während der Schwangerschaft stark zugenommen haben - können sie die Pfunde dann gar nicht mehr loswerden?

Doch! Die schlechte Nachricht ist: Sie haben diese genetische Disposition. Die gute Nachricht lautet aber: Man kann diese Veranlagung „austricksen“. Frauen, die nach der Geburt eine sehr hohe körperliche Aktivität zeigten, sich viel bewegten und Sport trieben, waren nämlich nicht dicker als andere - obwohl sie Trägerinnen des Gens waren. Diese Disposition ist insofern kein unabänderliches Schicksal. Eine Frau, die sie hat, muss aber damit rechnen, dass sie sich möglicherweise weit mehr als andere bewegen muss, damit ihre Schwangerschaftspfunde schmelzen. Das Leben ist eben leider nicht immer gerecht.

Haben die Trägerinnen dieses Gens auch irgendeinen erkennbaren Vorteil? Gibt es einen evolutionären Sinn dieser Disposition?

Möglicherweise hat dieser Gen-Typ in früherer Zeit dafür gesorgt, dass die Frauen in guten Zeiten ein sprichwörtliches „Polster“ für schlechtere Zeiten anlegen konnten - sie waren also „gute Futterverwerter“ und hatten damit eine „Notration“ immer an Bord.

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