
Kann man Babys überhaupt zu sehr verwöhnen? Ja, aber auf keinen Fall mit viel Liebe und Zuwendung!
Die Theorie „Verwöhn das Baby nicht so, lass es ruhig mal schreien, das stärkt die Lunge“ ist längst überholt. Ein Baby hat immer Gründe, wenn es schreit. Wer das missachtet, riskiert, das Vertrauen des Babys zu verletzen. Dass Trösten das Weinen noch verstärkt, gilt zumindest nicht für ein Baby unter 1 Jahr - im Gegenteil. „Weinende Kinder brauchen Trost und sollen ihn auch bekommen“, sagt Hartmut Kasten, Professor für Entwicklungspsychologie und Frühpädagogik. Kann man denn Babys unter 2 Jahren überhaupt zu sehr verwöhnen? „Durchaus“, sagt Kasten, „das fängt ja schon mit dem Zucker an, den viele Eltern ihren Säuglingen in den Tee geben.“
Es stellen sich dann die Fragen:
„Verwöhnt nennen wir Kinder, die mehr bekommen, als sie brauchen, und mehr, als für sie gut ist. Kinder, die es gewohnt sind, dass immer jemand an ihrer Stelle tut, was sie längst selbst tun könnten“, sagt der Erziehungswissenschaftler Markus Höffer-Mehlmer. „Schon Babys wollen selbstständig werden. Sie wachsen nicht nur am Behütetsein. Wer seinem Kind zu wenig zutraut, verwöhnt es und hält es in Abhängigkeit.“
Babys brauchen beides, zärtliche Zuneigung und Herausforderung:
„Bei den ganz Kleinen stehen körperliche Bedürfnisse im Vordergrund - da ist es nur natürlich, auf sie einzugehen und sie nicht allein zu lassen“, meint die Psychologie-Professorin Sabina Pauen. Aber es schade einem Baby auch nicht, wenn er mal 5 Minuten schreit - solange sein Vertrauen ausreichend durch Liebe bestärkt werde. Denn mit Zuneigung und Zärtlichkeit kann man ein Baby nie genug verwöhnen.
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Babys brauchen für eine gesunde Entwicklung viel Bewegung