Was aber, wenn sich das Baby völlig konträr zu den Eltern entwickelt? Dann müssen die Eltern sich damit arrangieren, genau wie mit allen Eigenschaften, die sich bei ihrem Baby zeigen, sei es nun große Schüchternheit oder ein stürmisches Temperament. Denn wenn wir den biologischen Rhythmus eines Kindes nicht ernst nehmen, tun wir seinem Körper keinen Gefallen.
"Das Beste ist es, gar nicht erst mit der Manipulation des Schlaf-Verhaltens anzufangen", rät Psychiater Rabenschlag. "Stattdessen sollten Eltern von Lerchen ihre Kinder dazu anregen, sich morgens alleine zu beschäftigen."
Eine Schachtel mit aussortierten Fotos etwa, schon am Abend ans Babybett gestellt, kann Wunder wirken. Bei etwas älteren Kindern hat sich der Trick mit der Lampe bewährt, die an eine Zeitschaltuhr gekoppelt ist: Erst wenn das Licht um sieben Uhr anspringt, darf das Bett von Mama und Papa gestürmt werden.
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Für den Umgang mit Eulen am Abend gilt: Auch ihnen kann man beibringen, sich eine Weile selbst zu beschäftigen. Ein hellwaches Kind zu Schlaf überreden zu wollen, wäre utopisch, daher sollten Eulen-Eltern in ganz besonderem Maße darauf achten, dass ihr Baby eine Stunde Zeit hat, "herunterzufahren". Wildes Hüpfen und Fernsehen kurz vorm Zubettgehen sind tabu.
Das Schlaf-Verhalten von Eulen und Lerchen kann man nicht umpoeln. Das verhindern die Gene. Doch beim Baby haben nicht nur sie einen Einfluss auf das Schlaf-Wach-Verhalten. Zum einen spielt das Alter eine Rolle: "In jungen Jahren tendieren Kinder zur Lerche, in der Pubertät werden sie eher zu Eulen", sagt Schlafforscher Zulley. "Außerdem gibt es einen gewissen Lernanteil. Wenn Vater und Mutter Eulen sind, gehen die Kinder automatisch später ins Bett."
Schwieriger gestaltet sich der Morgen mit einer Eule. Muss Mama zur Arbeit und das Kind in die Krippe, lässt sich eine Kollision mit dem Schlafbedürfnis kaum vermeiden. Doch auch hier gibt es Tricks. Die größte Unterstützung kommt von der Sonne: Tageslicht bremst die Müdigkeit und macht den Körper mobil. Künstliches Licht hat nur den Bruchteil dieser Wirkung, deshalb: Vorhänge auf! "Außerdem hilft Bewegung. Eltern von Eulen sollten ihre Kinder morgens nicht disziplinieren, im Gegenteil: Die Kleinen dürfen sich ruhig kräftig austoben", so Rabenschlag.
Auch Verständnis ist wichtig. Loben Sie Ihr Kind für seine Tapferkeit beim Aufstehen, und sorgen Sie tagsüber für Rückzugsmöglichkeiten. Grundsätzlich sollte der Start in den Tag positiv gestaltet werden, denn für kleine Morgenmuffel gibt es nichts Schlimmeres als Hektik. Dabei helfen ein leckeres Frühstück, die Lieblingsmusik – und ein Lächeln.

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