
Bei der Baby Entwicklung spielen Gefühle und emotionale Intelligenz eine wichtige Rolle. Wie Eltern die Gefühls-Entwicklung bei Babys richtig lenken
Frühförderung liegt im Trend. Wir wünschen uns kleine Schlauberger, die mit Köpfchen den Stürmen des Lebens standhalten können. Dabei gerät manchmal ein wenig in Vergessenheit, wie wichtig dabei auch die Gefühle und die emotionale Intelligenz sind - für die Entwicklung eines Kindes, und dann das ganze Leben lang. Inzwischen weiß man, dass Gefühle und emotionale Intelligenz Körper, Geist und Gedanken stark beeinflussen. Verstand und Gefühle sind keine Gegenspieler, wie man lange annahm.
Vielmehr ist es so, dass „die Gefühle die menschliche Vernunft auf fundamentale Weise durchdringen, formen und lenken“, wie der Neurobiologe Dr. Franz Mechsner schreibt. Diese Erkenntnis ist relativ neu - erst vor rund 15 Jahren begannen Psychologie, Hirnforschung und andere Wissenschaften, die Gefühle überhaupt als ernsthaftes Forschungsobjekt zu betrachten.
Seitdem hat sich vieles geändert: „Emotionen werden heutzutage nicht mehr als Störfaktor für das vernünftige Denken betrachtet, sondern als unersetzliche Lebenshilfe“, schreibt die Schweizer Psychoanalytikerin Maja Storch.
Man hat festgestellt, dass Erfolg, Glück und sogar Gesundheit weniger vom Intelligenzquotienten abhängen als von einem bewussten Umgang mit seinen Gefühlen, der emotionalen Intelligenz und der Fähigkeit, seine Emotionen zu regulieren. „Kinder und Jugendliche mit hoher emotionaler Intelligenz verfügen über ein stabiles Selbstwertgefühl, über Problemlösungsstrategien und über ein inneres Krisenmanagement“, sagt etwa die Pädagogin und Buchautorin Charmaine Liebertz.
Und inzwischen weiß man auch, dass Gefühle maßgeblich den Lernerfolg bestimmen. Lust macht schlau: Wird der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet, denken und reagieren wir schneller, bilden leichter Assoziationen und sind kreativer. Hirnforscher haben beobachtet: Wie gut die Nervenzellen verschaltet werden, hängt auch davon ab, wie viel Liebe ein Baby erfährt. Es hängt eben alles zusammen: Gefühle, emotionale Intelligenz und Lernen. Der Dichter Jean Paul hat diese wissenschaftlich erforschten Sachverhalte vor zwei Jahrhunderten sehr poetisch ausgedrückt: „Mit einer Kindheit voll Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten.“
Babys hingegen, die viel Angst oder andere negative Gefühle haben, lernen schlechter. Angst führt zur Ausschüttung von Kortisol, einem Botenstoff, der unser Erinnerungs- und Lernvermögen einschränkt. Auch extremer oder chronischer Stress wirkt sich nachteilig auf das Gedächtnis aus. Stresshormone reduzieren die Glukoseaufnahme und damit die verfügbare Energie im Gehirn.

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