
Viele Eltern sind auf unterschiedliche Babybetreuungs-Modelle angewiesen. Wie viel Abwechslung das Baby verträgt
So könnte eine Mischform bei der Babybetreuung aussehen: Das Baby ist zum Beispiel montags bis freitags für sechs Stunden in der Kita untergebracht. An drei Tagen geht es danach zu ihrer Tagesmutter. Und an den verbliebenen zwei Nachmittagen spielt es bei den Großeltern.
So ergiebt sich eine Art Patchwork-Betreuung für das Baby, sozusagen auf freiwilliger Basis. Aber nicht alle berufstätigen Eltern haben so viele Wahlmöglichkeiten; sei es, weil die Kita nicht entsprechend flexible Öffnungszeiten hat, sei es, weil durch wechselnde Arbeitszeiten zusätzliche helfende Hände benötigt werden.
Und ihre Hauptsorge wird in den meisten Fällen sein: Kommt mein Kind ohne mich gut zurecht? Kann es verkraften, weggegeben zu werden? Die beruhigende Antwort der Experten ist: Diese Sorgen sind unbegründet - dann jedenfalls, wenn man den Wochenplan auf die besonderen Bedürfnisse von Kleinkindern in einer solchen Situation abstimmt. Das Entscheidende: „Es sollte eine gewisse ordnende Ruhe in Abläufen und Ritualen geben“, sagt der Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Dietrich Petersen.
Erlebt das Kind die Erwachsenen als entspannt, kann man ihm einiges an Veränderungen und Ortswechseln zumuten - es kommt nur darauf an, für sein Baby das richtige Maß zu finden. Der Hamburger Psychologe Michael Thiel bestätigt: „Kinder sind durchaus in der Lage, unterschiedliche Beziehungen zu unterschiedlichen Personen, zu anderen Erwachsenen wie zu Gleichaltrigen, aufzubauen.“ Grundsätzlich stellt die Betreuung durch mehrere Personen also noch keine Überforderung dar.