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Warum Babys ihr Schmusetuch brauchen

Viele Babys entwickeln starke Bindungen zu Gegenständen - warum das so ist und was es bedeutet

Luis ist von seinem Schmusekissen kaum zu trennen. Egal, wohin der knapp Zweijährige tapert, das ausgelutschte Kissen muss mit. Seine Eltern sehen das gelassen - zu Recht. Denn viele Kinder in Luis' Alter suchen sich ein sogenanntes Übergangsobjekt. Oft sind das Tücher, Kissen oder Decken, bei älteren Kindern auch Teddybären oder Puppen. „Die Übergangsobjekte übernehmen eine Trostfunktion“, sagt die Psychologin Dr. Angelika Faas. „Sie beruhigen, geben Sicherheit und Geborgenheit.“

Der Grund: Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr hängen stark an ihrer Bezugsperson. Sie brauchen viel Nähe, ständig müssen sie sich vergewissern, ob diese noch da ist. „Natürlich kann nicht jeder immer verfügbar sein“, gibt Faas zu bedenken. „Aber die Bedürfnisse kleiner Kinder kennen keinen Aufschub, sie müssen sofort befriedigt werden - und die Schmusedecke ist ein vorübergehender Ersatz. Das Wohlgefühl stellt sich durch das vertraute Gefühl, den Geruch und Geschmack ein.“ Daher kann es mitunter ein kleines Drama geben, wenn die schmuddelige Decke doch mal in die Waschmaschine muss; halten Sie für diesen Fall Ersatz bereit. Übrigens hängen oft noch Schulkinder an einem bestimmten Objekt, und selbst viele Erwachsene tragen stets einen Talisman bei sich - dieses Bedürfnis verschwindet also selten ganz.

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