Baby-led Weaning: Fingerfood statt Babybrei

Füttern war gestern! Jetzt dürfen Babys selbst entscheiden, was sie essen. Die neueste Entwicklung beim Beikoststart heißt Baby-led weaning (kurz BLW) und meint die vom Baby selbst geführte Einführung der Beikost.


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Baby-led Weaning – Füttern war gestern


Baby-led Weaning: Tipps


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Bis vor kurzem folgte die Babyernährung in den allermeisten Familien ganz klaren Regeln: Etwa um den sechsten Monat gibt’s die ersten Löffelchen Brei. Erst Karotte, Kartoffel und Pastinake. Nach und nach kommen andere Gemüse- und Obstsorten dazu. Irgendwann werden die Stückchen im Brei größer – bis das Kleinkind eines schönen Tages am Familientisch mitisst. Ein neues Konzept des Beikoststarts räumt damit auf: Das Baby bestimmt selbst, wann es was probieren möchte. Bei Baby-led Weaning gibt’s von Anfang an Fingerfood, keinen pürierten Brei.
Revolution in der Kinderernährung?
Momentan wird BLW als Revolution in der Kinderernährung gefeiert und ist seit dem Ratgeber „Baby-led Weaning“ von Gill Rapley und Tracey Murkett in aller Munde. Auf den ersten Blick klingt dieser Beikoststart nach einem völlig neuen Ansatz – in vielen Familien wird die vom Baby bestimmte Beikost aber schon seit langem ohne Plan und ganz nebenbei praktiziert. Vor allem wenn schon ein größeres Kind mit am Familientisch sitzt, wollen die Kleinen genau das haben, was das große Geschwisterkind sich in den Mund schiebt. Und warum soll dann der Junior nicht auch mal probieren, wie ein Stückchen Brokkoli oder schmeckt? Wir haben die Methode des Baby-led Weaning mal genauer unter die Lupe genommen.
Wie funktioniert Baby-led Weaning?
Nichts einfacher als das! Das Baby sitzt mit am Familientisch und darf selbst bestimmen, was es probieren möchte. Ihr Baby wird anfangs nur mit dem Essen spielen, ein bisschen lutschen – satt wird es garantiert (noch) nicht werden. Deshalb ist nach wie vor wichtig, dass Sie stillen oder mit Milchnahrung zufüttern. Nach und nach wird Ihr Baby von selbst die Milchmahlzeiten reduzieren. Mit etwa einem Jahr sind die meisten Kinder soweit, dass sie richtig an den Familienmahlzeiten teilnehmen können.
Sauerei inklusive!

Baby led Weaning Nachteile


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Ein wichtiger Punkt bei Baby-led Weaning: Es darf gemantscht und experimentiert werden! Und was das mit sich bringt, ist klar: Es wird eine kleine bis größere Sauerei geben, Essen wird runterfallen und die Nahrung wird ihre Spuren im Gesicht, an den Händen und an der Kleidung Ihres Babys hinterlassen. Bleiben Sie cool und sorgen Sie mit einem Set auf dem Tisch und einer Matte unter dem Stuhl dafür, dass die Sauerei schnell wieder beseitigt werden kann. Auch hilfreich: Ein Babylätzchen mit Ärmeln.



Wann sollte man mit BLW anfangen?

Babyled Weaning Zufüttern


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Ab ungefähr dem sechsten Monat zeigen die meisten Babys Interesse an Essen. Sie sind interessiert, wenn die anderen Familienmitglieder Nahrung in den Mund schieben oder reißen dabei selbst den Mund auf. Das ist der richtige Zeitpunkt für die ersten Fingerfood-Versuche! Kleineren Babys sollten Sie noch kein Fingerfood in die Hand geben, da das Verdauungssystem noch nicht in der Lage ist, die Nährstoffe zu verwerten. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO rät, Babys bis zum sechsten Monat voll zu stillen oder ausschließlich mit Milchnahrung zu füttern und erst dann allmählich mit der Umstellung zu starten.






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