Loben ohne Worte: So versteht Ihr Baby ein Lob

Ein Baby lernt ständig etwas Neues. Auch uns Eltern macht das sehr stolz. Wir erklären, wie Ihr Baby Ihr Lob versteht und warum es auch für die Kleinsten schon so wichtig ist.


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„Loben heißt: Flügel verleihen“


So lautet ein altes Sprichwort. Doch wie viel Anerkennung und Zuspruch braucht ein Baby? Sollten Eltern bei jedem gesprochenen Wort, bei jedem Schritt oder bei jedem selbst gebauten Turm jubeln? „Bei den ersten Malen auf jeden Fall“, sagt die Diplom-Psychologin Dr. Angelika Faas: „Denn Lob ist in erster Linie eine wichtige Form von Anerkennung, Bestätigung und Bewunderung. Das Baby bekommt Aufmerksamkeit für das, was es geleistet hat, und das ist ganz entscheidend für sein Selbstvertrauen.“ Ein Lob an der richtigen Stelle motiviert und schenkt den Mut, weiterzumachen, etwas noch einmal zu probieren und den nächsten Schritt zu wagen und ist somit ein wichtiges Element der Baby-Förderung.

Lob stärkt Babys Selbstvertrauen

"Wie fein du das schon kannst!"


© Thinkstock

Doch wie lobt man ein Baby, das den Sinn der Wörter noch gar nicht begreift? Faas: „In den ersten zwei Lebensjahren wird sich das Lob der Eltern weniger durch das Gesagte, sondern mehr durch Mimik, Tonfall oder die Körperhaltung vermitteln“, erklärt die Psychologin. Mit einem sanften Streicheln über dem Kopf, einem ehrlichen Lächeln oder einer Umarmung können Sie Ihrem Baby auch ganz ohne Worte vermitteln, dass Sie stolz auf es sind. Ist Ihr Baby schon etwas größer, sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, wie Sie das Lob formulieren. Gehen Sie mit Ihrem Baby auf Augenhöhe und erklären Sie ihm, was genau Sie begeistert hat. Wenn Sie einfach nur „gut gemacht“ sagen, weiß das Baby nicht, worüber Sie sich freuen oder was es gut hinbekommen hat. Besser ist, ins Detail zu gehen und dabei weniger das Ergebnis als vielmehr den Schaffensprozess an sich hervorzuheben: „Für ein Baby ist es wichtiger zu wissen, dass es beispielsweise überhaupt einen Turm allein bauen kann - und nicht, wie der Turm am Ende aussieht“, sagt Faas.  Sie sollten also nicht nur Höchstleistungen loben, sondern vielmehr die Bemühungen.
Das Lob richtig dosieren

Es ist daher immer besser häufig kleine Bestärkungen zu geben, als selten große. Allerdings ist hier etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Loben Sie ihr Baby zu oft, für Tätigkeiten, die es schon sehr gut kann, verlieren Ihre Worte an Bedeutung. Es besteht die Gefahr, dass sich ihr Kind nicht ernst genommen fühlt oder es mit der Zeit daran gewöhnt ist, immer im Mittelpunkt zu stehen. Entwickeln Sie ein Gespür dafür, wenn Ihr Baby sich besonders bemüht. Diese Anstrengung – auch wenn sie zunächst erfolglos bleiben – sollten Sie gezielt belohnen. Damit setzen Sie Ihrem Kind stets neue Lernanreize. Wichtig ist dabei, Ihrem Kind keine Ziele vorzusetzen, zum Beispiel, wenn es Ihr Wunsch ist, dass es endlich Laufen lernt. Ihr Baby gibt den Lernrhythmus vor und Sie reagieren. Und zwar mit einem ehrlich gemeinten Lob, auch wenn der 100ste Versuch zu laufen doch wieder auf dem Windelpopo endet. „Schon Babys haben eine Art siebten Sinn dafür und spüren sofort, wenn das Lob nicht ehrlich gemeint ist“, bestätigt Faas. Natürlich müssen Sie nicht bei jedem Versuch erneut in Begeisterungsstürme ausbrechen. Aber schenken Sie Ihrem Baby für seine Versuche auf jeden Fall Aufmerksamkeit und sei es nur ein bestätigendes Nicken oder Lächeln. Aber wenn wir ehrlich sind, dann pasiert das Loben doch irgendwie von ganz alleine. Als Eltern sind wir immer wahnsinnig stolz darauf, wenn unsere Kleinen wieder etwas Neues gelernt haben. Machen Sie sich also bitte keine Gedanken, irgendetwas falsch machen zu können.

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