Schlafverhalten: Von Eulen und Lerchen

Ob Eule oder Lerche, das Schlafverhalten ist jedem Menschen angeboren. Lesen Sie hier, was die Wissenschaft dazu sagt und ob sich das Schlafverhalten (langfristig) verändern lässt.


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Das Schlafverhalten ist angeboren


Bei Experminenten haben Forscher festgestellt, dass der menschliche Körper selbst ohne natürliches Licht oder sonstige Hinweise auf die wahre Zeit ungefähr im 24-Stunden-Takt bleibt. Ausnahmen: Frühaufsteher und Spätschläfer. Bei ihnen tickt die innere Uhr schneller beziehungsweise langsamer als bei den meisten Menschen.

Von Eulen und Lerchen: Frühaufsteher und Langschläfer



Baby Schlafverhalten: Eule oder Lerche?


© Thinkstock
Wissenschaftler gehen davon aus, dass rund ein Viertel aller Deutschen entweder ausgeprägte Früh- oder Spättypen sind. Sie nennen diese Typen Lerchen und Eulen. Lerchen beim ersten Morgengrauen voller Elan auf, werden aber meist schon am frühen Abend träge. Eulen hingegen kommen nur schwer aus den Federn und in die Gänge, lassen aber am Ende des Tages umso eifriger die Puppen tanzen.

Ob, und wenn ja welcher dieser Fraktionen wir angehören, bestimmen auch unsere Gene. "Frühaufsteher gibt es genauso wie lustigere oder ruhigere Menschen. Das sind ganz normale Variationen.", sagt Jürgen Zulley, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Uni Regensburg.

Eule, Lerche oder Normalschläfer sind wir von Geburt an. Freilich zeigt sich der individuelle Rhythmus des Babys erst, wenn sich der Schlaf in der Nacht gefestigt hat. Ulrich Rabenschlag, Freiburger Kinderpsychiater und Gründer der ersten deutschen Kinderschlaf-Ambulanz, geht davon aus, dass sich Eulen und Lerchen frühestens ab dem 8. Lebensmonat und etwa bis zum 3. Geburtstag herausschälen. Entscheidend ist dabei der Schlafzeitraum, nicht die Schlaflänge. Unter den Eulen gibt es nämlich genauso viele Viel- oder Wenigschläfer wie unter den Lerchen.

Das Schlafverhalten von Eulen und Lerchen kann man nicht umpolen. Das verhindern die Gene. Doch beim Baby haben nicht nur sie einen Einfluss auf das Schlaf-Wach-Verhalten. Zum Einen spielt das Alter eine Rolle: "In jungen Jahren tendieren Kinder zur Lerche, in der Pubertät werden sie eher zu Eulen", sagt Schlafforscher Zulley. "Außerdem gibt es einen gewissen Lernanteil. Wenn Vater und Mutter Eulen sind, gehen die Kinder automatisch später ins Bett.".