Pre, 1, 2 oder 3: Welche Milch ist wann die richtige?

Wer sein Baby nicht stillt oder mit Säuglingsnahrung zufüttert, hat im Drogerie- oder Supermarkt die Qual der Wahl: Anfangsnahrung, Pre, HA-Nahrung, 1, 2, 3, Kindermilch, LCP-Milch. Viele Fachbegriffe, die nicht selbsterklärend sind. Wir bringen Licht ins Dunkel der Milchnahrung für Babys!


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Nach wie vor gilt: Am besten ist es für Babys, wenn sie Muttermilch bekommen. Aber auch Eltern von Flaschenkindern müssen sich keine Sorgen machen: Es gibt Babynahrung für jedes Alter – und sogar für verschiedene Gesundheitsprobleme. Und sie alle enthalten alles, was ein Baby für eine gesunde Entwicklung benötigt.

Milchnahrung


© iStock
Generell wird zwischen Produkten ab Geburt, für Babys ab sechs Monaten, ab zehn Monaten und ab einem Jahr unterschieden. Anfangsmilch ist Milch, die ab Geburt gefüttert werden darf, Folgemilch wurde für Babys im zweiten Lebenshalbjahr entwickelt.




Pre-Nahrung (Anfangsmilch) ist die allererste Milch für Babys, die ab Geburt gefüttert werden darf. Von ihr dürfen Babys so oft und so viel trinken wie sie wollen. Ganz wie an Mamas Brust also! Diese Milch ist der Muttermilch in Bezug auf Fettgehalt, Eiweißgehalt und Mineralstoffgehalt am ähnlichsten. Pre steht für prebiotisch, Pre-Milch enthält (wie Muttermilch) viele probiotische Ballaststoffe, die sich positiv auf die Darmflora auswirken und damit das Immunsystem stärken. Pre-Nahrung können Sie Ihrem Kind beliebig lange füttern. Ein Umstieg auf die Folgemilch (2 und 3) ist ab dem sechsten Monat möglich – aber nicht nötig.

1-er Milch (Anfangsmilch) ist ebenfalls ab dem ersten Lebenstag für Babys geeignet. Sie enthält mehr Stärke als die Pre-Milch und macht die Milch damit ein bisschen dickflüssiger. Zu ihr zu wechseln macht Sinn, wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Baby wird von der Pre-Milch nicht mehr richtig satt. Angst, dass Ihr Baby jetzt dick wird, müssen Sie nicht haben – die 1-er Milch enthält nur geringfügig mehr Kalorien. Achten Sie aber nichtsdestotrotz auf die empfohlene Trinkmenge, die auf der Packung zu finden ist.

2-er Milch (Folgemilch) ist ab dem 6. Monat geeignet. Früher sollte sie nicht gefüttert werden, die Nieren werden sonst durch den höheren Eiweißgehalt zu stark belastet. 2-er Milch hat den Vorteil, dass sie besser sättigt. Sie entspricht von ihrem Aufbau nicht mehr der Muttermilch, so enthält sie beispielsweise mehr Eiweiß, andere Zuckerarten und zusätzliche Nährstoffe.
 
3-er Milch (Folgemilch) ist ab Ende des ersten Lebensjahres geeignet. Sie ist eine Alternative zu Kuhmilch, die Ihr Kind jetzt trinken darf. Sie ist geeignet, um zuhause oder unterwegs schnell ein Fläschchen anzurühren.




Unser Tipp: Wenn Ihr Baby mit der Pre-Milch oder 1-er Milch zufrieden ist und satt wird, ist eine Umstellung auf Folgemilch nicht nötig! Laut DGE stellen diese beiden Produkte "die einzige Alternative zur Muttermilch" dar.


HA steht für hypoallergene Säuglingsnahrung. Sie kann allergiegefährdeten Kindern gefüttert werden. Bei HA-Nahrung wird das Milcheiweiß, das für das Auslösen von Allergien mitverantwortlich ist, aufgespalten, es ist damit sozusagen "vorverdaut". Damit hilft es Allergien zu vermeiden. HA-Nahrung sollte allergie-gefährdeten Kindern mindestens bis zum vierten Monat gefüttert werden.
Wichtig zu wissen: Babys, die zu Allergien neigen, sollten am besten sechs Monate gestillt werden. Ist das auch bestimmten Gründen nicht möglich, ist HA-Nahrung die beste Alternative.

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LCP-Milch ist Milch mit langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren etc.), die Babys für das Wachstum der Nervenzellen benötigen. LCP-Milch ist kein Muss, es spricht aber auch nichts gegen das Füttern dieser Milchnahrung.

Kindermilch ist laut Herstellerangaben für Kinder im Kleinkindalter eine gute Alternative zu Kuhmilch. Mediziner und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sind jedoch der Meinung, dass diese Milchgetränke nicht empfehlenswert sind: Zu viel Zucker, zu viele Kalorien, zu wenig Kalzium. Unterm Strich: Sinnlos! Ab dem ersten Geburtstag dürfen und sollten Kleinkinder Kuhmilch trinken.
Spezialnahrung für Babys

Neben der herkömmlichen Babymilchnahrung gibt es noch viele unterschiedliche Spezialnahrungen:
● Milch für Frühgeborene
● Heilnahrung / Sensitiv Milchnahrung für Babys, die zu Blähungen und Koliken neigen.
● AR-Milch (Anti-Reflux-Milch) für Babys, die sich häufig erbrechen.

Spezialnahrung sollte nur in Absprache mit dem Kinderarzt gefüttert werden.
Gut zu wissen
➤ 1. Achten Sie darauf, dass Sie nur Babynahrung ohne Kristallzucker und Aroma füttern.
➤ 2. Die Zusammensetzung der Milchpulver-Produkte ist gesetzlich vorgeschrieben, sie müssen also nicht zwingend auf ein Markenprodukt zurückgreifen.
➤ 3. Die Auflagen für Babynahrung sind so hoch, dass Sie Ihrem Kind ohne Bedenken Milch ohne Bio-Siegel füttern können.
➤ 4. Gewöhnliche Kuhmilch ist für Babys im ersten Lebensjahr nicht geeignet, so die Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Grund sind der hohe Protein- und Mineralstoffgehalt sowie ein zu geringer Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Ab dem sechsten Monat können Sie den Babybrei mit geringen Mengen Kuhmilch (Vollmilch) anrühren.
➤ 5. Stiftung Warentest hat 15 Baby-Anfangs­milch-Produkte getestet, darunter 4 Spezial­nahrungen für allergiegefähr­dete Babys: www.test.de

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