Babys schlafen durch weniger Reize leichter ein


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Babys schlafen durch weniger Reize leichter ein

Der größte Wunsch der Eltern ist meist, dass das Baby den Übergang vom Wachzustand zum Schlaf so schnell wie möglich allein meistert. Das klappt auch - mit etwas Geduld und Zeit. Manfred Cierpka rät: „Wenn die Eltern eine Zeit lang die Reizzufuhr zu den Einschlafzeiten drosseln, Licht- und akustische Reize reduzieren, das Kind nicht übermäßig schaukeln und nicht mehr zu viel mit ihm sprechen, kann es lernen, einen eigenen ,Abschalt-Mechanismus' zu entwickeln.“ Um ein schreiendes Baby zu beruhigen, das weder Hunger hat noch eine nasse Windel, reicht meist, es in den Arm zu nehmen. Der Körperkontakt mit Mama oder Papa wirkt bei den meisten Kindern Wunder. Man kann auch ruhig mit dem Kind reden oder beruhigende Geräusche einsetzen (vielleicht liebt es den Singsang der Spieluhr oder das monotone Rattern der Waschmaschine). Auch die Mahlzeiten sollten harmonisch ablaufen, gerade wenn Babys etwas nach zwölf Monaten das Essen der „Großen“ bekommen. Am schönsten ist es fürs Baby, wenn die ganze Familie dann gemeinsam an einem Tisch sitzt. Und wenn der kleine Gourmet etwas nicht mag oder satt ist: Bitte niemals zum Essen zwingen. Geben die Eltern dagegen Hilfe und Unterstützung zu einem Zeitpunkt, an dem das Kind sie benötigt, fördert das den guten Kontakt. „Und damit auch die Grundlagen gemeinsamer Interaktion“, erklärt der Psychologe Jörn Borke. Beobachten ist das A und O Manche Signale sind eindeutig - so das Augenreiben bei Müdigkeit. Andere Zeichen, etwa die der Erschöpfung, kennt man von sich selbst. Auch wir sagen nicht unbedingt, wenn wir gestresst sind, sondern ziehen uns zurück. Und so wie die Großen zeigen Babys ihr Befinden mehr oder weniger stark: „Bei manchen Kindern ist es sehr einfach zu erkennen, ob sie hungrig oder müde sind. Andere Kinder sind eher schwer lesbar“, sagt Borke. Manchmal kann dann ein Elternkurs helfen, die Signale des Kindes besser zu verstehen. Hier wird anhand von Videoaufnahmen gezeigt, was ein Baby in welcher Situation meinen könnte. Auch Situationen mit dem eigenen Baby werden aufgezeichnet und besprochen, was Eltern meist sehr hilft. „Der Wahrnehmungsfokus ändert sich. Das ist so, als würde man gezielt z.B. auf Mütter mit Kinderwagen achten - sofort sieht man mehr als früher“, erklärt Bärbel Derksen, die selbst bei der Beratungsstelle „Vom Säugling zum Kleinkind“ Mütter berät. Allerdings: Es ist nicht schlimm, wenn Eltern ihr Kind nicht immer sofort perfekt verstehen. Kleine Missverständnisse gehören zu jeder Kommunikation dazu. „Das ist ganz normal“, sagt Jörn Borke.