Babys Sprache verstehen

Babys können nicht sagen, wie ihnen zumute ist - aber es mit ganzem Körpereinsatz zeigen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Körpersignale ihres Babys verstehen


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Wer genau hinsieht, weiß schnell, ob sein Baby mit ihm kommunizieren möchte, ob es Hunger hat oder Bauchweh, ob es gerade sehr aufmerksam ist oder müde. Zunächst erkennen Eltern den Zustand ihres Babys daran, ob und wie es schreit - oder ob es zufrieden wirkt.
Babys können sich auf verschiedene Arten mitteilen „Ein Baby kann sich sehr vielfältig ausdrücken, zum Beispiel über seine Motorik, die Mimik und den Blickkontakt“, sagt Diplom-Psychologin Bärbel Derksen vom Familienzentrum der Fachhochschule Potsdam. „Das sind Grundmuster, die angeboren sind.“ So setzen selbst Neugeborene schon den ganzen Körper ein, um sich ihrer Umwelt mitzuteilen. Sie strampeln und schauen interessiert, wenn sie kommunikationsbereit sind. Spreizen sie die Finger oder bewegen sie sich nicht, sind das sichere Zeichen dafür, dass die Kleinen eine Verschnaufpause brauchen. Oft kommen mehrere Signale zusammen. Will ein Baby nur seine Ruhe haben, weil es sich überfordert fühlt, dreht es das Köpfchen weg, spannt den ganzen Körper an und windet sich, als wollte es weglaufen. Meist sind gerade Neugeborenen die ganzen Reize zu viel, die sie umgeben und die ihnen Mama und Papa bieten. Denn für die Kleinen ist ja alles noch ganz neu! 

Babys reden mit Blicken

Am Aufregendsten ist zunächst der Blickkontakt. „Mit etwa sechs Wochen ist das Sehvermögen so gut entwickelt, dass ein Baby scharf sehen und damit auch das Gegenüber fixieren kann“, sagt Prof. Manfred Cierpka vom Universitätsklinikum Heidelberg, der den Elternkurs „Das Baby verstehen“ entwickelt hat. Den Blickkontakt zu halten und zu kommunizieren, kostet das Neugeborene aber viel Energie. Wendet es den Blick ab, ist das ein Weg, um sich selbst zu beruhigen. Nach einigen Sekunden hat sich das Kleine aber meist erholt und blickt wieder interessiert und aufnahmebereit zur Mutter. Übrigens: Ein Säugling kann seinem Gegenüber minutenlang in die Augen schauen oder mit dem Blick an etwas haften bleiben. Die Dauer des sogenannten Blickverhaltens nimmt aber bis zum Erwachsenenalter ab. „Wir schauen uns ja als Erwachsene nur noch kurz in die Augen“, sagt Psychiater Cierpka. Dafür kann das Baby sich immer länger auf etwas konzentrieren, etwa auf ein Spielzeug: sind es bei wenige Wochen alten Babys nur etwa fünf Minuten, kann es im Alter von sechs Monaten schon eine halbe Stunde sein.




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