Das sollten Sie beim Babyschwimmen beachten

Das Schwimmen in chloriertem Wasser steht in der Kritik. Das zur Desinfektion verwendete Chlor im Wasser würde die Atemwege reizen und Asthma bronchiale verursachen. Panikmache oder berechtigter Einwand?


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2011 schlug eine Warnung des Umweltbundesamts (UBA) hohe Wellen. Darin wurde vor dem Baden in chloriertem Wasser gewarnt. Trichloramin, ein Desinfektions-Nebenprodukt, könne Asthma bronchiale verursachen. Das UBA rät daher Familien, in denen gehäuft Allergien auftreten, vom Schwimmbadbesuch mit Unter-2-Jährigen ab. Was hat es damit auf sich?

Chlor sorgt für sauberes Wasser – aber zu welchem Preis?


Chlor ist in Schwimmbädern das Standard-Desinfektionsmittel. Es bindet Mikroorganismen im Wasser und verhindert deren Ausbreitung. So hält es Keime in Schach und beugt Infektionen vor. Das Problem: Bei der Reaktion von Chlor mit Harnstoffen aus Urin, Kosmetika, Schweiß und Hautschuppen entsteht unter anderem Trichloramin. Dieses ist nicht nur verantwortlich für den typischen Chlorgeruch in Hallenbädern, es steht auch in ernstem Verdacht, Atemwegsreizungen und Asthma bronchiale zu verursachen. Einige Studien geben Hinweise auf den Zusammenhang zwischen Chlorwasser und Atemwegserkrankungen.

Als unbedenklich gilt ein Grenzwert von 0,2 mg Trichlormin pro Kubikmeter Raumluft im Hallenbad – diesen Wert halten moderne Badeanstalten durch genügend Frischwasserzufuhr und gute Belüftung in der Regel ein. Gerade in älteren und kleinen Bädern könnte der Wert jedoch überschritten werden. Hier gilt: Verlassen Sie sich auf Ihre Nase. Je stärker der typische Schwimmbad-Chlorgeruch, desto höher die Trichloramin-Belastung.
Was bedeutet das für das Babyschwimmen?
Das UBA rät Eltern von allergiegefährdeten Kindern unter zwei Jahren, vorsichtshalber auf das Babyschwimmen zu verzichten. Dazu zählen beispielsweise Kinder, bei denen ein oder mehrere Elternteil(e) oder Geschwister an Heuschnupfen leiden. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. warnt jedoch vor Panikmache. Eltern gefährdeter Kinder sollten das Baden nicht per se für tabu erklären, sondern sich dazu konkret den Rat ihres Kinderarztes einholen.

Babyschwimmen: Mütter am Beckenrand


© iStock
Alle anderen können sich bei den hiesigen technischen und hygienischen Vorschriften für Badeanstalten ruhigen Gewissens ins Nass wagen – besonders dann, wenn das Babyschwimmen in abgetrennten, ruhigen Lernschwimmbecken stattfindet, bei denen das Wasser vor dem Kurs frisch eingelassen und nur wenig chloriert wird.
Jeder kann zur Wasser- und Luftqualität beitragen!
Um die Trichloramin-Bealstung gering zu halten, kann jeder Badegast im Schwimmbad seinen Teil beitragen. Das gilt insbesondere für die Eltern beim Babyschwimmen. Tragen Sie saubere, badegerechte Kleidung und duschen Sie sich und Ihr Baby vor dem Baden gründlich ab. Tragen Sie vor dem Baden auch keine Hautcremes oder Lotionen auf – heben Sie sich die Hautpflege lieber für danach auf.


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