Bedeutung von Genen und Erziehung für emotionale Entwicklung


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Gene bestimmen bis zu 50 % der Persönlichkeit Als gesichert gilt heute: Neugeborene bringen schon eine individuelle Gefühlslage mit auf die Welt. „Die Gene bestimmen zwischen 20 und 50 Prozent der Persönlichkeit eines Menschen“, sagt der Hirnforscher Gerhard Roth, der das Institut für Hirnforschung an der Uni Bremen leitet. Aber auch die vorgeburtlichen Erfahrungen, das, was eine Frau während der Schwangerschaft erlebt, entscheiden mit über das Temperament eines Kindes. Manche Babys sind also von Geburt an sehr kommunikativ und extrovertiert. Andere eher scheu. Manche sind ruhig und gelassen, andere bereits als Kleinkind aufbrausend und mitreißend. „Der Spielraum, in dem ein Mensch überhaupt empfinden, sich verhalten und sich verändern kann, ist bei der Geburt bereits in beträchtlichem Maße umrissen“, so Roth.

Erziehung beeinflusst emotionale Intelligenz stark

Das schmälert jedoch nicht die elementare Bedeutung der Eltern und der Erziehung. Denn im Laufe der Kindheit werden das emotionale Grundgerüst und die emotionale Intelligenz noch beeinflusst und verändert: durch die Erfahrungen, die ein Baby macht, das elterliche Vorbild, die soziale Stellung der Familie, den Altersabstand der Geschwister und andere Faktoren. Und durch Erziehung können Eltern ihren Kindern etwas Wichtiges vermitteln: nämlich, wie sie mit ihren zum Teil angeborenen Gefühlen gut umgehen können. Denn es wirken nicht nur die Gefühle auf den Verstand. Auch umgekehrt können wir mit dem Verstand auf unsere Gefühle reagieren. Ein Beispiel: Das eine Schulkind reagiert auf eine ungerechte Entscheidung des Lehrers mit einem Wutanfall und schmeißt sein Heft auf den Boden, das andere Kind ist vielleicht genauso sauer, kann aber abwarten und nach der Stunde noch einmal mit dem Lehrer sprechen.