Dieses Baby vollbringt ein kleines Wunder

Ein sechs Monate altes Baby hilft einer 80-jährigen Alzheimerpatientin wieder zu sprechen.


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Baby hilft Seniorin

Studien beweisen: Senioren profitieren unglaublich vom Umgang mit Kindern


© iStock
Die 80-jährige Australierin Morleen Templeman kämpft seit einiger Zeit mit ihrer Altersdemenz. Vor kurzem musste sie in eine Pflegeeinrichtung ziehen, da sie immer mehr Hilfe im Alltag benötigte.

Dort verstand sie sich gut mit dem Pflegepersonal und den anderen Bewohner, doch durch ihre Krankheit hatte sie immer mehr Probleme mit anderen Menschen zu kommunizieren. „Ihr Sprachvermögen ist durch die Krankheit am meisten betroffen,“ erzählte die Leiterin der Pflegeeinrichtung Jo Dwyer ABC News Australia. „Meist hat sie nur vor sich hin gemurmelt, aber nichts Deutliches von sich gegeben. Nur ganz selten sagt sie mal ‚Danke schön‘ oder ‚schöne Blume‘.

Das alles hat sich allerdings drastisch geändert, als die Pflegerin Sally Fletcher das Heim mit ihrer sechs Monate alten Tochter Lola besuchte: Plötzlich konnte Morleen wieder normal sprechen.

Der Mutterinstinkt wurde geweckt

Wenn Morleen das kleine Mädchen sieht, wird sofort der Mutterinstinkt in ihr geweckt. Sie ist augenblicklich aufgeweckter, mehr präsent als sie es sonst ist. „Wenn Morleen Lola sieht, verändert sich ihre ganze Körperhaltung. Sie hat einfach direkt diese mütterliche Energie, und man sieht, dass sie plötzlich aufrechter sitzt, ihre Schultern hochzieht. Sie streckt auch ihre Arme aus, um Lola zu halten. Und ihre Sprache wird so viel besser." Laut Sally soll Morleen im Beisein von Lola wieder ganze Sätze wie „Wo ist ihre Windel?“ oder „Kann ich sie halten?“ sprechen.

Morleen entdeckt nicht nur ihre Stimme wieder, auch alte Erinnerungen kommen erneut ans Tageslicht. Sie erinnert sich wieder daran, wie man sich um ein Kind kümmert. „Es passiert ganz natürlich. Ohne dass ich es anspreche, kümmern wir uns gemeinsam um Lola. Morleen wechselt von sich aus die Windeln der Kleinen,“ beschreibt Sally das kleine Wunder. Im Winter hatte Sally zum Beispiel einmal vergessen, ihrer Tochter Socken anzuziehen, da habe Morleen sie ganz automatisch daran erinnert: „Auf der einen Seite bin ich mit meiner 'Stilldemenz' und auf der anderen Seite ist Morleen mit ihrer Altersdemenz, zusammen kriegen wir den Job gebacken.“

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Beide profitieren von einander

Jo Dwyer erklärt, dass Erinnerungen auf verschiedene Weisen geweckt werden können, aber für viele Mütter sei ein Baby in den Armen zu halten, einer der besten Wege: „Ich glaube, ihr Langzeitgedächtnis und die wunderbare Liebe, die sie für ihre Kinder und Enkelkinder hatte, sind immer noch da. Sie war ganz offensichtlich eine wundervolle Mutter.“

Gerade deswegen profitiert auch die kleine Lola von den Besuchen bei ihrer Ersatz-Oma, wie Sally weiß:  „Ich habe nicht erwartet, dass Lola so viel von den Besuchen im Altersheim profitieren würde. Das Kinder Senioren gut tun, das weiß man ja. Aber auch andersrum ist es der Fall. […] Lola schläft nach ihren Besuchen im Pflegeheim immer super. […] Dein Baby in die Hände von jemanden geben zu können, dem du vertraust [,] ist etwas ganz Besonderes.“

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von Nicole Metz




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