Dieses Foto beweist die heilende Kraft von Muttermilch

US-Mama Ashlee Chase bemerkte beim Milchabpumpen etwas Kurioses: Sie hatte einmal Milch abgepumpt bevor ihr Kind krank geworden ist und einmal danach. Die Muttermilch nach Eintreten der Erkältung des Kleinen unterschied sich auf beeindruckende Weise von der vorherigen Muttermilch. Das ist die faszinierende Erklärung dafür.


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Muttermilch

Muttermilch, die vor und während der Erkältung des Säuglings abgepumpt wurde


© facebook.com/Ashlee.Briannan
Die Natur ist etwas Wunderbares:  Immer wieder überrascht uns unser Körper mit Dingen, die wir nie für möglich gehalten haben – Wirkweisen und Funktionen, an die wir nie gedacht haben. Vor allem (werdende) Mamas kennen dieses Phänomen sicherlich: Unser Körper hat so viele erstaunliche Möglichkeiten, das Baby, das in uns heranwächst, zu schützen und zu fördern. Und diese heilende Wirkung von Mamas Körper hört nicht mit der Geburt auf. Auch wenn das kleine Wunder auf der Welt ist, sorgen Mama und ihr Körper noch für das Wohlergehen des Kleinen – durch die Muttermilch. Dass Stillen und Muttermilch gut für Kinder sind, ist natürlich nichts Neues, aber mit einem eindrucksvollen Foto beweist US-Mutter Ashlee Chase, welch heilende Kraft Muttermilch wirklich hat.

Muttermilch passt sich an die Bedürfnisse des Babys an


Auf Facebook postet Mama Ashlee ein Foto von zwei Beuteln mit Muttermilch. Der obere zeigt weiße Muttermilch, die von vor drei Tagen stammt, bevor Ashlees kleine Tochter krank geworden ist. Darunter ein Beutel mit gelber Muttermilch, die die Mutter abgepumpt hatte, nachdem sie ihre kranke Tochter die ganze Nacht gestillt hatte.

Zuerst war die junge Mutter besorgt, wie sie Yahoo Lifestyle erzählt: „Ich habe schon einmal irgendwo gelesen, dass sich Muttermilch verändern kann, aber an diesem Morgen war ich so übermüdet, dass mein erster Gedanke war, dass etwas mit der Muttermilch nicht stimmte.“ Ashlee befürchtete, dass auch sie sich mit der Erkältung angesteckt hatte und rief den Kinderarzt ihrer Kleinen an, um sicherzugehen. Dieser gab die Entwarnung: Dass sich die Muttermilch verändert hatte, war ein ganz natürlicher Vorgang. Die gelbe Farbe käme daher, dass die Muttermilch nun mehr Fett und Antikörper enthalte, um dem kleinen Baby dabei zu helfen, seine Infektion zu bekämpfen. Und das hat sie anscheinend auch getan: Während Ashlees ältere Tochter eine ganze Woche lang wegen der Erkältung flach lag, kam ihr kleines Baby mit einer laufenden Nase davon.

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Die Erklärung dahinter

Viele Mütter wissen bereits, dass sich die Zusammensetzung von Muttermilch im Laufe der Stillzeit ändert und Kalorien- und Fettgehalt auf die Bedürfnisse der Kleinen angepasst werden. Dass sich Muttermilch aber auf solch beeindruckende Weise auch auf Erkrankungen einstellen kann, ist vielen von uns gar nicht wirklich bewusst.

Im Englischen wird dieses Phänomen „backwashing“ genannt. Auf Deutsch also so etwas wie „zurückspülen“. Wissenschaftler, wie die Biologin Katie Hinde, gehen nämlich davon aus, dass Babys beim Stillen ein Vakuum erzeugen und so der Speichel des Babys in die Brustwarze der Mutter gelangt. Diese „zurückgespülte Spucke“ wird von den Rezeptoren der Brustdrüsen auf Bakterien und Viren untersucht. Wenn das Baby also krank ist oder gegen Infektionen kämpft, dann verändert der Körper der Mutter die Zusammensetzung der Muttermilch und passt sie an die Krankheitserreger an. Hinde erklärt in einem Interview: „Aufgrund all dieser Fakten vermuten einige Wissenschaftler, dass Babys ihre Mütter auf diese Weise über ihren Zustand ,informieren’ und dass die Mütter mit Antikörpern reagieren, die die Infektion bekämpfen.“

Eine klinische Immunologie-Studie aus dem Jahr 2013 unterstützt diese These und ergab, dass die Anzahl an Leukozyten in der Muttermilch ansteigt, wenn ein Baby krank ist. Leukozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen und wehren Krankheitserreger ab und spielen damit eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr.

Ziemlich faszinierend, nicht? Dieses Phänomen zeigt einmal mehr, dass man die Fähigkeiten unseres Körpers niemals unterschätzen sollte – sie versetzen uns immer wieder in Staunen.

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von Nicole Metz




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