Emotionales Grundgerüst später kaum veränderbar


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Emotionales Grundgerüst später kaum veränderbar

Es gibt noch einen Grund, die Gefühle in den Baby- und Kleinkindjahren besonders ernst zu nehmen: Das emotionale Grundgerüst, das unser Denken und Handeln am meisten beeinflusst, hört am frühesten auf, stark veränderbar zu sein. Vereinfacht ausgedrückt: Ab einem gewissen Zeitpunkt sind wir, wer wir sind. So rein gefühlsmäßig. Das kann man selbst beobachten. Zum Beispiel auf einem Klassentreffen. Die ehemaligen Schulkameraden können Karriere gemacht, Kinder und graue Haare bekommen und zu- oder abgenommen haben: Das Wesen von damals blitzt immer noch durch - je später der Abend, desto mehr. Den Verstand hingegen können wir ein Leben lang schulen und uns immer wieder neue Wissensgebiete erarbeiten. Selbst eine neue Sprache ist mit 70 Jahren noch erlernbar - es fällt dann nur etwas schwerer. Mein Schwiegervater beschäftigt sich seit einiger Zeit sehr ambitioniert mit Ahnenforschung, durchsucht Datenbanken und erstellt Grafiken. Den Umgang mit dem Computer hat er, der mit dem Rechenschieber groß wurde, sich noch mit 60 Jahren beigebracht. Die grundsätzliche Lust und das Vergnügen an Neuem hat er vermutlich schon sehr viel früher entwickelt. Die kann man sich nämlich im Erwachsenenalter nur noch schwer antrainieren. Wenn wir uns das vor Augen führen, wird klar, dass Gefühle nicht einfach nur „Gefühlsduselei“ sind. Wir geben unseren Babys einen Schatz fürs Leben mit, wenn wir ihnen von Anfang an helfen, positive Gefühle und emotionale Intelligenz zu entwickeln, ihre Gefühle wahrzunehmen und mit ihnen klug umzugehen.