Das berühmte „Dadada“ mit häufigen Silbenwiederholungen ist sehr typisch für die Zeit um den achten Lebensmonat. Eltern sagt es, dass sich das Sprechen normal entwickelt. Denn das sogenannte „kanonische Lallen“ fehlt nur bei Kindern, die sich nicht selbst hören können. Dann sollte das Gehör noch einmal sehr genau untersucht werden. In den allermeisten Fällen können Ärzte heute selbst bei ausgeprägter Schwerhörigkeit dabei helfen, dass das Sprechen lernen gelingt.
Sogar Kinder, die gar nichts hören können, lernen leicht die kompliziertesten Gebärdensprachen: Das Baby-Gehirn ist so flexibel, dass es ebenso gut die Sprache der Hände und Augen lernen kann.
Während das Baby für einige Wochen fleißig „gagaga“ und „bababa“ macht, reifen die ersten Wörter heran - im „mentalen Lexikon“, unserem inneren Vokabelspeicher, sind sie längst mit ihrer Bedeutung abgelegt. Um sie herauszubringen, muss aber noch jeden Tag geübt werden - und dann ist es irgendwann so weit. Keine spezielle Regel schreibt einem Baby vor, dass es unbedingt „Mama“ oder „Papa“ sagen muss: „Auto“ und „Bär“ sind ebenso möglich.
Im zweiten und dritten Lebensjahr kennt das Spechen lernen nur noch ein Gesetz: immer und immer schneller. Mit ungeheurer Geschwindigkeit wächst der Wortschatz, wobei das Verstehen dem Sprechen vorausgeht. Mit zwei Jahren ist Ihnen Ihr Kind bei Geschwindigkeit und Genauigkeit, mit der es neue Wörter aus dem Strom der Sprache fischt, schon ebenbürtig.
Braucht es jetzt „Frühförderung“ und Sprachlernprogramme? Nein, sagen die Fachleute - nichts übertrifft das Gespräch zwischen Eltern und Kind. So sehr sich Anbieter auch bemühen, die kindgerechtesten Produkte hervorzubringen, lebt die Sprache immer aus dem Dialog heraus.
Die Empfehlung lautet deshalb: Medien gemeinsam nutzen. Kleinkinder lieben Melodisches und Gereimtes, sie mögen es, wenn etwas Vorgelesenes „in Handarbeit“ von uns dramatisiert wird, und mischen sich sehr gern in den Erzählfluss ein - erst mit Gesten und Mitspielen, später dann mit allerlei Zwischenfragen. Schon bei Zweijährigen kann man beobachten, wie sie Lücken im Text ihrer Lieblingsbücher locker füllen - wortgetreu oder sogar sinngemäß.

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