Ein wenig Schmutz schadet dem Baby nicht
- Mund und Hände sind ein Team: Sorgen Sie für griffiges Spielzeug
Damit Ihr Baby aber auch seine haptischen Fähigkeiten weiter schult, sollten Sie ihm möglichst abwechslungsreiches Greifspielzeug an die Hand geben – bevorzugt solches mit lebhaften Oberflächen wie Rillen oder Löchern. Hauptsache ist, man kann es mit kleinen Fingerchen gut greifen. Farben spielen in dieser Phase übrigens noch eine untergeordnete Rolle. Etwa ab dem 4. Monat nimmt Ihr Kind Rot, Rot-Gelb, Rot-Weiß und Orange am besten wahr, ab dem 6. Monat auch Blau und Grün, jeweils mit Weiß kombiniert. - Wenn’s nach draußen geht: Ein bisschen Schmutz darf sein
Dreck reinigt den Magen, behaupteten schon unsere Großeltern und lagen damit nicht so falsch. Die vielen Mikroben und Keime, die sich in der Erde tummeln, trainieren nämlich unser Immunsystem. Inzwischen führen Wissenschaftler die hierzulande deutliche Zunahme an allergischen Erkrankungen unter anderem auf übertriebene Hygiene zurück. In Maßen aufgenommen, hat harmloser Schmutz auch insofern eine heilsame Wirkung, als dass auch den Neugierigsten wenige Kostproben genügen. Ob Mamas Stöckelschuhe oder das Spielzeug im Sandkasten allerdings zum Ablecken herhalten sollte, bleibt Ansichtssache. Nur so viel: Es kommt nach solchen Kontakten nur sehr selten zu einer ernsthaften Erkrankung. - Wie schmeckt ein Pfahl? Manche Entdecker müssen es ausprobieren
Selbst Mütter von Vierjährigen verstehen manchmal die Welt nicht mehr, wenn ihre Sprösslinge an der Bushaltestelle gedankenverloren am Laternenpfahl lecken, obwohl man ihnen schon hundertmal gesagt hat, dass das alles andere als gesund sei. Doch die Kleinen tun das ja nicht, um ihre Eltern zu ärgern, sondern um ihrem Entdeckertrieb nachzugehen. Noch etwa bis zum 5 Lebensjahr können Kinder mit Mund und Zunge die Beschaffenheit eines Materials besser erforschen als mit ihren Händen. Drücken Sie einfach öfter mal beide Augen zu. Denn mit diesen Erfahrungen schafft Ihr Baby die Grundlagen für die Entwicklung seiner geistigen Fähigkeiten – und wird umso eher mit wachem Geist durchs Leben gehen.