Leider ist es manchmal das eigene Umfeld, das den natürlichen Prozess des Loslassens und Abnabelns erschwert - und versucht, ein schlechtes Gewissen einzureden, wenn Mama das Baby z.B. in die Kinderkrippe bringt. Auch im umgekehrten Fall, wenn die Mutter Bedenken hat, ihr Kind abzugeben, kann die Umwelt negativ reagieren: „Stell dich doch nicht so an!“ In beiden Fällen ist es wichtig, möglichst gelassen mit solchen Kommentaren umzugehen. Denn wenn die Mama dem Baby vermittelt, dass alles in Ordnung ist, dann ist auch das Baby zufrieden.
„Wichtig ist, beiderseitigen Trennungsschmerz ernst zu nehmen. Manche Mütter empfinden die erste Trennung, als ob sie einen Teil ihrer selbst verlören“, sagt Angelika Faas. Wenn es so schlimm ist, sollten die Betreuungszeiten zunächst etwas verkürzt werden. Helfen kann auch, mit anderen Müttern zu sprechen.
Ein einfaches, aber probates Mittel für leichteres Loslassen ist, wenn Mama ein Foto Ihres Babys bei sich trägt. Für das Baby sind dagegen „sinnliche Gewissheiten wie Stimme, Gesicht und Geruch der Mutter“ wichtig, sagt Angelika Faas. In eine neue Umgebung ohne Mama kann man dem Baby solche Gewissheiten als tröstende „Übergangsobjekte“ mitgeben: ein Nuckelkissen oder eine Schmusedecke, die nach Zuhause riecht.
So wird es ein Stückchen einfacher mit dem Loslassen. Und dann freuen sich Mama und Baby umso mehr auf ein Wiedersehen!

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