Für viele Eltern ist das Verhalten der Kinder in der Trotzphase ein Versuch die Großen zu Werkzeugen des eigenen Willens zu machen. Mit dieser Erkenntnis kommt bei Vielen die Angst, dass die Entwicklung der Kinder durch Fehlverhalten der Eltern während der Trotzphase in eine dauerhaft verkehrte Richtung gelenkt werden könnte - hin zu lebenslangem Egoismus etwa.
Aber diese Furcht können Entwicklungsforscher zerstreuen: Die heftigen Ausbrüche der zweijährigen Kinder in der Trotzphase sind tatsächlich eine spezifische Entwicklungsphase, und jede Phase hat einen Endpunkt. Fast wie eine erste kleine Pubertät sehen sie das Trotzalter heute als Übergang vom Babyalter in die Kindergartenzeit:
Während im Trotzalter weiter immense Lernanstrengungen unternommen werden und die Kompetenz der Kinder rasant steigt, wachsen die Emotionskontrolle und das Verständnis der eigenen Aufwallungen nicht harmonisch mit. So kommt es, dass Kinder in der Trotzphase, die sich beim Einkauf kreischend auf den Boden werfen, ihren Zustand viel mehr als eine Naturgewalt erleben denn als taktisches Manöver zum Erreichen von Zielen.

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