Getreide fürs Baby: Mehr als nur Brei

Getreide gehört zu den Grundnahrungsmitteln. Ab dem 6. Monat sollten auch Babys langsam daran herangeführt werden – anfangs mit einem Milch-Getreide-Brei am Abend, später kommt ein Obst-Getreide-Brei dazu. Wir informieren Sie darüber, welches Getreide sich dafür eignet und geben Tipps für Babys Abendbrei.


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Abendbrei: Milch-Getreide-Brei fürs Baby

Den ersten Getreidebrei gibt es am besten abends.


© iStock
Nach dem klassischen Beikost-Fahrplan wird im 5. Monat mittags ein Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei eingeführt, der die erste Milchmahlzeit ersetzt. Ab dem 6., spätestens ab dem 7. Lebensmonat kommt eine weitere Löffel-Mahlzeit dazu: der Milch-Getreide-Brei am Abend. Wird der gut vertragen, kann wiederum vier Wochen später eine weitere Milchmahlzeit am Nachmittag durch einen Obst-Getreide-Brei ersetzt werden.

➤ Lesen Sie mehr dazu: Zufüttern: Babys nach dem Stillen an Brei gewöhnen

Getreide ist ein wichtiger Nährstofflieferant


Getreide ist als wertvolle Nährstoffquelle wahnsinnig wichtig für die Entwicklung. Es enthält neben hochwertigem pflanzlichen Eiweiß, ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen, wie Eisen, Magnesium und Zink, auch wichtige Ballaststoffe, die die Verdauung regulieren. Außerdem hat es eine sättigende Wirkung, weshalb es sich besonders für die Abendmahlzeit eignet. Viele Eltern versprechen sich davon ruhigere Nächte.
Getreide-Brei fürs Baby: Dieses Getreide eignet sich dafür
Gibt es in der Familie keine Fälle von Glutenunverträglichkeit, haben Sie beim Getreide für Ihr Baby die freie Wahl. Für Babys eignet sich Getreide vor allem in Form von (Instant-)Flocken oder Grieß. Instant-Flocken haben den Vorteil, dass sie sich schneller zum Brei verarbeiten lassen: Statt wie normale Flocken und Grieß einige Zeit in Wasser zu kochen, müssen sie lediglich in heißes Wasser gerührt werden und schon ist der Brei fertig.

Beliebte Getreide-Sorten für Babys sind zum Beispiel Hafer-, Reis-, Hirse- oder Dinkelflocken, sowie Weizen- oder Maisgrieß. Sie finden diese Zutaten ganz normal im Lebensmittelgeschäft, häufig in der Bio-Abteilung, sowie im Drogeriemarkt, im Naturkostladen oder im Reformhaus. Beim Einkaufen brauchen Sie auf keine besonderen „Baby-Sorten“ zu achten, die ganz normalen tun es auch – solange es keine rohen Körner sind. Die verträgt das empfindliche Verdauungssystem Ihres Babys noch nicht und reagiert im Zweifel mit schmerzhaften Blähungen.

Übrigens: Ihr Baby braucht anfangs noch keine Abwechslung. Haben Sie eine Getreidesorte eingeführt und wird diese gut vertragen, können Sie ruhig dabei bleiben. Möchten Sie etwas Neues ausprobieren, dann bitte erst drei bis vier Tage nachdem die erste Getreide-Sorte eingeführt wurde. Werden bereits mehrere Sorten einzeln gut vertragen, können Sie diese auch mischen.

Weil die Ballaststoffe aus dem Getreide im Magen quellen, achten Sie darauf, dass Ihr Kind nach der Einführung der dritten Breimahlzeit, ausreichend Wasser trinkt. Sollte Ihr Baby nach den ersten Getreide-Mahlzeiten festen Stuhl oder gar eine Verstopfung haben, verdünnen Sie den Brei etwas mit Wasser.
Allergieprävention bei Glutenunverträglichkeit in der Familie
Manche Menschen vertragen das Klebeeiweiß (Gluten) in Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Gerste, Roggen und Hafer nicht. Gibt es einen Fall von Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) in Ihrer Familie, sollten Sie das bei der Einführung von Getreide bei Ihrem Baby berücksichtigen.

Früher galt die Empfehlung, allergiegefährdete Babys möglichst lange vor dem Kontakt mit Allergenen zu schützen. Mittlerweile ist diese Vermeidungsstrategie aber wissenschaftlich widerlegt. Die aktuelle Empfehlung der Ernährungskommission der DGJK lautet: Die Beikost, dazu zählen auch allergene Lebensmittel, sollte zwischen der 17. und 26. Woche eingeführt werden, nicht früher und nicht später. Außerdem sei es ratsam, "Säuglingen glutenhaltige Nahrungsmittel bei der Einführung zunächst nicht in großen Mengen anzubieten“1.

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Die Richtlinien in Sachen Allergie-Prävention sind flexibler geworden. So schützen Sie Ihr Kind vor einer Allergie.


Das bedeutet für Sie: Zwischen dem 5. und 6. Monat sollten Sie schon kleinere Mengen glutenhaltiges Getreide unter den Gemüsebrei mischen, den Ihr Baby mittags isst. Das kann zum Beispiel eine kleine Nudel sein oder ein halber Teelöffel Haferflocken. Wird das gut vertragen, steigern Sie die Glutenmenge langsam.

Reagiert Ihr Kind jedoch empfindlich auf glutenhaltiges Getreide im Gemüsebrei, sollten Sie den abendlichen Getreidebrei anfangs aus glutenfreiem Getreide (z.B. Reis, Hirse, Mais) zubereiten. Zur Gewöhnung sollten Sie aber auch hier nach und nach größerwerdende Mengen glutenhaltigen Getreides beimischen – solange, bis der Getreidebrei zu mehr als der Hälfte aus glutenhaltigem Getreide besteht. Dann können Sie schließlich ganz auf glutenhaltiges Getreide umsteigen.

Sollten Sie drei bis vier Monate nach der Gluteneinführung Symptome wie Durchfall, Bauchweh, Erbrechen und Blähungen bemerken, sollten Sie Ihren Kinderarzt auf eine mögliche Zöliakie ansprechen. 

Getreidebrei fürs Baby: Merkliste


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Babys Abendbrei: Milch und Zusätze - darauf sollten Sie achten

Fachgesellschaften empfehlen als ersten Getreidebrei am Abend einen Milch-Getreide-Brei. Zwar galt Kuhmilch im ersten Lebensjahr lange als verboten, mittlerweile ist dieses Verbot jedoch überholt. „200 ml Kuhmilch am Tag verträgt Ihr Säugling ab dem 6. Monat - genau die Menge, die der Abendbrei enthält“, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin Dagmar von Cramm. Für den Abendbrei eignet sich pasteurisierte Vollmilch (3,5 % Fett) oder HA-Milch für allergiegefährdete Babys.

Im Handel gibt es fertige Brei-Mischungen im Gläschen oder als Pulver zum Anrühren. Sollten Sie sich dafür entscheiden, dann achten Sie darauf, dass keine Zusätze wie Zucker (Endung „-ose“, z.B. Fruktose, Glukose, Dextrose), Schokolade, Aromen oder Salz darin enthalten sind. Auch wenn uns Erwachsenen ein ungesüßter und ungewürzter Getreidebrei sehr fad vorkommt, reicht der Geschmack Ihrem Baby schon vollkommen aus. Die Zutatenliste sollte sich also wirklich nur auf Milch, Getreide und Obst beschränken.

Gläschen sind zwar praktisch für unterwegs, aber den Milch-Getreide-Brei für Ihr Baby können Sie auch ganz schnell selbst kochen, versprochen! Hier das Grundrezept für Babys ersten Abendbrei:

➤ Rezept: Milch-Getreide-Brei (eine Portion):  
Zutaten: 200 ml Vollmilch, 20 g Getreideflocken, 20 g ungesüßter Obstsaft oder Obstpüree* (z.B. Apfel)

Kochen Sie die Milch zusammen mit den Getreideflocken unter Rühren auf, schalten Sie die Herdplatte ab und lassen Sie das Ganze für einige Minuten quellen. Hat die Mischung eine breiige Konsistenz angenommen, rühren Sie den Obstsaft oder das Obstpüree dazu – und fertig ist der Abendbrei für Ihr Baby.


*Der Obstsaft oder das Obstpüree im Brei bringen Geschmack und sorgen dafür, dass das Eisen aus dem Getreide besser aufgenommen werden kann.
Ab dem 7. Monat Obst-Getreide-Brei am Nachmittag
Lässt sich Ihr Baby den Abendbrei schon regelmäßig schmecken, kann ab dem 7. Monat eine weitere Getreide-Brei-Mahlzeit eingeführt werden: der Obst-Getreide-Brei, den Sie Ihrem Baby zum Beispiel als Zwischenmahlzeit am Nachmittag füttern können. Anders als der Abendbrei wird der Obst-Getreide-Brei nicht mit Milch sondern mit Wasser angerührt. Dazu gibt es anfangs püriertes, später feingeraspeltes Obst, vorzugsweise milde Sorten wie Apfel, Banane, Birne oder Pfirsich.

Auch Obst sollten Sie sortenweise und langsam einführen. Für den Anfang reichen zwei bis drei Obstsorten, die Sie im Abstand von einigen Tagen immer wieder im Wechsel anbieten können.

➤ Grundrezept für einen Obst-Getreide-Brei
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1 Aktualisierte Stellungnahme der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. (2016)



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