Liebe und Dialog mit dem Baby stärken emotionale Intelligenz


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Liebe stärkt Babys emotionale Intelligenz

Ganz besonders prägend ist bei all diesen Prozessen die frühe Bindungserfahrung, die ein Baby in den ersten Lebenswochen und -monaten macht. Eine sichere Bindung zu den Eltern ist das beste Fundament für eine stabile Persönlichkeit und emotionale Intelligenz. Was wir daraus schließen können: Viel wichtiger, als sein Kind gleich nach der Geburt zu einem Säuglingskurs „Early English“ anzumelden oder ihm zur Förderung des Geistes klassische Musik vorzuspielen, ist, sich diesem kleinen Wesen am Anfang seines Lebens ganz und gar zuzuwenden, ihm Liebe, Sicherheit, und Verbindlichkeit zu schenken. Das ist das Beste, was wir für die Zukunft und das Lebensglück unserer Kinder zu diesem Zeitpunkt tun können. „Gerade im ersten Jahr muss man den Begriff  ,Erziehung` ganz umfassend verstehen. Erziehung ist in dieser Phase weniger verbale Belehrung, Weisung und Grenzsetzung, sondern bedeutet vor allem, dem Kind Zuwendung und Sicherheit zu schenken“, sagt auch die Rostocker Entwicklungspsychologin Helga Joswig. "Dialog" mit dem Baby stärkt seine emotionale Intelligenz Liebe, Liebe und nochmals Liebe. Was aber können wir noch tun, um unser Baby in seiner emotionalen Entwicklung zu unterstützen? Die Fähigkeit, die Gefühle anderer zu verstehen, entwickelt sich im Wesentlichen im frühen Wechselspiel zwischen Mutter (und Vater) und dem Baby. Deshalb ist es so wichtig, dass wir auf die Gefühlsäußerungen unseres Kindes reagieren und immer wieder den „Dialog“ mit ihm aufnehmen. Wir brauchen aber kein Handbuch, um das „richtig“ zu machen. In aller Regel wissen Eltern intuitiv (hier sind sie wieder, die Gefühle!), wie sie auf ihr Baby eingehen können. Wir verfallen automatisch in einen Singsang, eine ganz spezielle Eltern-Kind-Sprache und ein bestimmtes Mienenspiel. Vermuten wir ein leichtes Lächeln der Zufriedenheit auf dem Gesicht unseres Babys, reagieren wir darauf mit einem Lächeln, was das Baby wiederum nachahmt. Und auf ein unzufriedenes Babygesicht reagieren wir mit einer betrübten Miene. „Über solche fort und fort gesponnenen Ausdrucks-Dialoge lernt das Kind nach und nach klarere Emotionen wie Freude oder Ärger und deren Ursachen immer ausgefeilter zu erkennen und zu signalisieren“, schreibt der Neurobiologe Dr. Franz Mechsner. Zum Beispiel beim Wickeln. In den ersten Wochen wirken unsere Worte wie versunkene Selbstgespräche. Es beginnt vielleicht mit einem bedauernden: „Ja, das magst du nicht, wenn ich dir den Pulli über den Kopf ziehe.“ Und dann geht es weiter mit einem aufmunternden: „Aber gleich hast du es geschafft.“ Und endet mit einem stolzen: „So, jetzt bist du das schickste Baby auf der ganzen Welt.“ Dann heben wir unser Baby hoch und geben ihm einen zärtlichen Kuss. Je älter das Baby wird, desto stärker reagiert es auf die verschiedenen Tonlagen, und nach und nach wird aus unserem Monolog immer mehr ein Dialog. Und schon bald ist es sinnvoll, Gefühle zu benennen. Zum Beispiel beim Anschauen eines ersten Bilderbuches: „Schau, der Hund freut sich.“