Der erste Milchzahn: Pflege von Anfang an

Schon mit dem ersten Milchzahn beginnt die Vorsorge: Wir zeigen Ihnen, wie Sie das Milchgebiss Ihres Kindes richtig pflegen und Karies von Anfang an vermeiden.


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Wann wächst der erste Milchzahn?


Zwischen dem 6. und 8. Monat beginnt das Baby zu zahnen: Zuerst kommen die unteren, mittleren Schneidezähne zum Vorschein, später die oberen, gefolgt von den seitlichen. Zuletzt bahnen sich die Backen- und Eckzähne ihren Weg hinaus. Mit den ersten Zähnchen kommt nun etwa jeden Monat ein neues hinzu. Zwischen dem 20. und 30. Monat hat sich das Milchgebiss vervollständigt. 

Mit den ersten Zähnen steht auch der erste Zahnarztbesuch an, mit Durchbruch der Backenzähne der zweite. Mögliche Probleme und Fehlstellungen können so frühzeitig vom Zahnarzt erkannt werden. Sind alle Milchzähne da, sollten Sie mit Ihrem Kind alle sechs Monate zur Kontrolluntersuchung.

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Wann das erste Zähnchen kommt, woran Sie das erkennen und wie Sie helfen können.


Milchzähne von Anfang an richtig pflegen

Nicht nur wegen des bezaubernden Lächelns haben die Milchzähne Ihres Kindes schon vom ersten Zahn an Ihre volle Aufmerksamkeit verdient. „Es ist ein großer Irrtum zu glauben, bei Kleinkindern sei es nicht so wichtig, auf gesunde Zähne zu achten, weil die Milchzähne nach einigen Jahren ja durch die bleibenden Zähne ersetzt werden“, warnt Dr. Brita Petersen von der Zahnärztekammer in Bremen. Denn: Karies verursacht nicht nur an den Milchzähnen Schäden, sie kann auch auf die neuen, bleibenden Zähne nach dem Zahnwechsel übergreifen.

➤ Wie entsteht Karies?

Im Mund sammeln sich Bakterien an den Milchzähnen. Werden sie nicht regelmäßig entfernt, entsteht ein immer dicker werdender Bakterienrasen, die Plaque. Wird dieser Belag zusätzlich süß und warm gebadet, wie beispielsweise durch gezuckerte Tees oder Fruchtsäfte, greifen die enthaltenen Säuren den Zahnschmelz an und lösen dort nach und nach wichtige Mineralien aus der Zahnsubstanz. Mit dieser Entkalkung des Milchgebisses beginnt die Karies. Um dem vorzubeugen empfehlen Zahnärzte deshalb, mit dem ersten Milchzahn auch die Zahnpflege zu beginnen. 

Milchzähne beim Baby

Plötzlich sind sie da und wollen sofort gepflegt werden: die Milchzähne


© Thinkstock
Zähneputzen beim Baby und Kleinkind

Aber wie oft sollte man eigentlich die Zähne putzen? Bis zum Alter von 24 Monaten genügt es, die Milchzähne einmal am Tag zu reinigen. „Am besten bauen Sie die Zahnpflege in das abendliche Zubettgeh-Ritual ein. Dann wird es für Ihr Kind schnell zur Selbstverständlichkeit“, rät die Informationsstelle für Kariesprophylaxe des Deutschen Arbeitskreises für Zahnheilkunde. Ab dem 2. Geburtstag ist zweimaliges Putzen empfehlenswert.

Die ersten Zähnchen reinigen Sie mit einem Zahnpflege-Fingerling oder einer Fingerzahnbürste mit weichen Silikonborsten. Spätestens zum ersten Geburtstag sollten Sie auf eine spezielle Kleinkind-Zahnbürste umsteigen. Da das Zähneputzen eine schwierige Angelegenheit ist, sollten Sie Ihr Kind auf jeden Fall dabei unterstützen und noch einmal gründlich nachputzen, damit auch wirklich alle Milchzähne erreicht werden. Gehen Sie dabei nach dem KAI-System vor: Erst die Kauflächen, dann außen, zuletzt innen. Leiten Sie Ihr Kind dabei an: Bei „K“ darf das Krokodil das Maul ganz weit aufreißen, bei „A“ knurrt der Tiger mit zusammengebissenen Zähnen und malt Kreise auf die Außenflächen, bei „I“ gähnt die Giraffe und fegt die Krümel von den Innenseiten.

Tipp: Machen Sie sich den kindlichen Nachahmungstrieb zunutze! Lassen Sie Ihr Kind Ihnen so oft wie möglich beim Zähneputzen zuschauen. Früher oder später wird es sich das Putzen, Ausspucken und Spülen abgucken. 
Wie war das mit nochmal mit dem Fluorid?
Der Zahnschmelz besteht aus einer Vielzahl von Mineralien und Spurenelementen, die ihn härten und dafür sorgen, dass selbst harte Nahrung zerkleinert werden kann. Das wichtigste ist Fluorid. Je besser der Schmelz damit versorgt ist, desto wirksamer der Schutz gegen Karies-Angriffe. Deshalb ist eine optimale Versorgung Ihres Babys mit diesem Spurenelement besonders wichtig. Aber: Babys und Kinder brauchen Fluorid nicht in der gleichen Menge wie Erwachsene. Nutzen Sie deshalb stets eine spezielle Zahnpasta für Kinder. Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) empfiehlt ab dem Durchbruch der ersten Milchzähne eine Kinderzahnpasta mit einem Fluoridgehalt von 500 ppm. Diese sollte möglichst nicht süß schmecken, um das Kind nicht zum Herunterschlucken zu animieren.

Anfangs sollten Sie nur eine ganz kleine Menge Zahnpasta nutzen, um wirklich nur einen dünnen Film auf die Zähne und das Zahnfleisch aufzutragen. Ab dem 2. Geburtstag sollten die Zähne dann zwei Mal täglich mit einem etwa erbsengroßen Klecks Kinderzahnpasta geputzt werden. Eine solche Dosis kann den kleinen Organismus auch dann nicht schädigen, wenn Ihr Kind die Paste hinunterschluckt.

Zusätzliche Fluoridtabletten halten Zahnärzte heute übrigens für überflüssig: „Kinder brauchen generell weniger Fluorid. Mit der Nahrung nehmen sie ja bereits Fluorid auf“, sagt der Opfinger Zahnarzt Dr. Wolfgang Grüny. Mineralwasser, Tee und Vollkornerzeugnisse sind dafür gute Lieferanten. „Empfehlen kann man aber fluoridhaltiges Speisesalz. Das gibt es in jedem Supermarkt. Trotzdem sollten Eltern Babynahrung nicht zu stark damit salzen. Zu viel Salz belastet die Nieren des Babys.“

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