Mit dem Baby am gemeinsamen Tisch essen

Breizeit war gestern: Babys finden es richtig spannend, wenn sie endlich am Tisch der Großen mitessen dürfen. Und dort gibt es eine Menge zu lernen.


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Ab jetzt keine Sonderstellung mehr...


Zum Ende der Breizeit heißt es für Ihr Baby: Keine Sonderstellung mehr! Zuvor hatte es noch ganz eigene Esszeiten und stand dabei selbst die ganze Zeit im Mittelpunkt. Jetzt tafeln alle zusammen. Das Speisen sollte daher von Anfang an richtig zelebriert werden. Das heißt: Machen Sie es sich alle zusammen so richtig schön und lassen Sie es bloß nicht zu, dass beim Essen jeder vor sich "hinwurstelt". Ablenkungen wie Fernsehen und Laptop, Hefte und Zeitungen, Telefonate und Smartphone-Getippe sollten tabu sein. 

Mit Baby am Familientisch


© iStock
... und auch keine Ernährungs-Extrawürste fürs Baby

Ernährungs-Extrawürste gibt es fürs Baby nun nicht mehr. Wenn das Baby im Alter von zehn bis zwölf Monaten erstmals am Familientisch Platz nimmt, kann es fast alles mitessen - milden Käse, nicht zu fette Wurst, frisches Gemüse, aber auch (saure) Gurken, gekochtes Ei und natürlich weiches Brot. Also herzhaft zugreifen lassen, statt ein "Extra-Baby-Menü" vor die Nase zu setzen - denn das wäre genau das falsche Signal. Aber: Geben Sie Ihrem Baby Zeit, sich in der neuen Welt zurechtzufinden. Essen sollte immer ein Angebot sein - kein Zwang.

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Dem Baby beim Essen ein Vorbild seinund Regeln aufstellen

"Wenn bei jeder Mahlzeit gute und gesunde Speisen auf dem Tisch stehen, Sie selbst als gutes Vorbild davon essen und Sie Ihrem Kind immer wieder davon anbieten, haben Sie schon genug getan", fasst Ratgeberautorin Annette Kast-Zahn zusammen.

Eine Grundregel sollte dabei eindeutig formuliert und unumstößlich sein: Gegessen wird bei Tisch. Ein einfaches Motto - konsequent umgesetzt, erspart es Ihnen später viele Diskussionen. So steht von vornherein fest, dass die fünf über den Tag verteilten, festen Mahlzeiten (drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten) allesamt am Tisch eingenommen werden. Und darauf sollte sich das Essen auch beschränken. Wenn das Baby den ganzen Tag mit Keksen in der Hand in der Wohnung unterwegs ist, wird es zu Tisch keinen Hunger haben und vieles allein deshalb schon ablehnen. Netter Nebeneffekt: Sie treten nicht überall auf Kekskrümel.

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Eine weitere eherne Regel ist, dass alle gemeinsam anfangen. Ein schönes Ritual, das jede Familie nach eigenen Wünschen ausgestalten kann. Das Essen beginnt also erst, wenn alle am Tisch sitzen. Wann es endet, hängt dagegen vom Alter der Kinder ab. Gerade Tischneulinge können nicht stundenlang still sitzen. Faustregel: Wenn das Baby oder Kleinkind mit dem Essen fertig ist, darf es aufstehen. Sonst ist der Stress am Mittagstisch programmiert. Ab dem Kindergartenalter können die Eltern dann schon mehr Sitzfleisch erwarten.

Auch wichtig: Ein Minimum an Tischmanieren muss sein. Sicher ist es wenig sinnvoll, den Platz des kleinsten Ritters der Tafelrunde zur kleckerfreien Zone zu erklären. Aber: Was Tischmanieren sind, davon sollten auch die jüngsten Esser durchaus schon eine Vorstellung entwickeln. Zum Beispiel indem ganz klar ist, dass mit dem Essen nicht absichtlich großflächig herumgematscht wird. Den richtigen Löffelschwung üben? Ja. Mit Essen herumwerfen? Nein. Und wie können die Eltern das alles am besten verwirklichen? Ganz einfach: Indem sie ein gutes Vorbild sind, klare Regeln vorgeben, sich  freundlich, aber konsequent durchsetzen und ansonsten die kleinen Tischneulinge mit viel Liebe und Geduld begleiten. Schließlich sollen sich bei Tisch ja alle wohlfühlen.

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