
Um einem kranken Baby zu helfen, sind Antibiotika manchmal unverzichtbar. Was Sie über Antibiotika wissen sollten.
Antibiotika - für viele Eltern ein Reizwort. Natürlich wollen sie ihrem Baby so schnell wie möglich helfen und alles für seine Gesundheit tun. Doch sie fragen sich, ob es richtig ist, einem kleinen Kind ein so starkes Medikament zu geben. Lieber würden sie auf andere Heilmittel setzen - doch davor warnen die meisten Ärzte eindringlich.
„Wird etwa bei einem Kleinkind eine Mittelohrentzündung nicht ganz rasch gebremst, kann es zu Komplikationen kommen“, sagt Dr. Bernd Hinrichs, Oberarzt in der Kinderklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. „Ein Riss im Trommelfell, eine Entzündung der umliegenden Knochen oder schlimmstenfalls ein Übergreifen der Infektion auf die Hirnhäute sind möglich.“ Das gelte auch für andere durch Bakterien verursachte Krankheiten wie z.B.
„In der Regel wägt jeder Kinderarzt sehr gut ab, ob das Kind auf die Hilfe eines Antibiotikums angewiesen ist“, so Dr. Hinrichs. Bei den genannten Krankheitsbildern jedoch mache eine Behandlung ohne Antibiotika, wenn überhaupt, nur im Einzelfall und unter enger ärztlicher Überwachung Sinn.Die Vorteile des Medikaments sind groß:
"Die Medikamente sind antimikrobiell, das heißt, sie wirken gegen Mikroorganismen und bekämpfen sie oder hemmen deren Wachstum“, erklärt Dr. Hinrichs. Auch wichtig: Die weitverbreitete Vermutung, durch Antibiotika verlerne das Immunsystem, sich mit Krankheitserregern auseinanderzusetzen, sei schlichtweg unzutreffend.
Zur Therapie wählt der Arzt ein Antibiotikum aus, das gegen die jeweiligen krankmachenden Bakterien erfahrungsgemäß wirksam ist. Ist genügend Zeit vorhanden, kann im Labor ein Antibiogramm erstellt und für eine gezielte Therapie ein sicher wirksames Mittel gewählt werden. Oft kommen jedoch Antibiotika mit einem breiten Wirkungsspektrum zum Einsatz, um die Erreger mit hoher Wahrscheinlichkeit zu treffen.
Weltweit zählen Antibiotika heute zu den am häufigsten verordneten Medikamenten. Etwa 8000 antibiotische Substanzen sind bekannt, etwa 80 davon medizinisch in Gebrauch. „Generell empfehlenswerte Antibiotika-Gruppen für Kleinkinder gibt es nicht; aber einige, die nicht gegeben werden sollten“, sagt Dr. Hinrichs. „Das aber wissen die Kinderärzte.“
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