Der Stuhlgang ist bei Säuglingen noch unregelmäßig: Er kommt zu unterschiedlichen Zeiten, sieht unterschiedlich aus und ist mal breiig, dann wieder fester. Wenn also bei Ihrem voll gestillten Säugling die Windel drei oder gar vier Tage leer bleibt, so handelt es sich meist um eine harmlose „Scheinverstopfung“. Eine echte Verstopfung mit hartem Stuhl droht erst mit der Beikost. Weitere Anzeichen, die auftreten können: Bauchweh, Appetitlosigkeit, Unwohlsein.
Was Sie gegen Verstopfung tun können: Laktulose (aus der Apotheke) verflüssigt den Stuhl: Geben Sie 1 Teelöffel (TL) Laktulose in den nächsten Tee oder die nächste Flaschenmahlzeit; ist der folgende Stuhl noch immer hart, steigern Sie auf 2TL bei der nächsten Flasche. Genauso lässt sich der Stuhl auch mit Pflaumen- oder Birnensaft regulieren (1 Esslöffel pro Lebensjahr). Beikostkinder füttern Sie mit ballaststoffreichen Getreidebreien oder rühren Sie 1TL Keimöl in den Brei.
Zum Arzt: Bei „echter“ Verstopfung und anhaltendem Weinen. Muss Ihr Kind erbrechen, gehen Sie ins Krankenhaus.
Sichere Anzeichen dafür, dass es sich bei Beschwerden um Dreimonatskoliken handelt, sind unerklärliche Weinanfälle vorzugsweise in den Abendstunden und kurz nach dem Trinken. Dabei lassen sich die Kinder nur vorübergehend durch Auf-den-Arm-Nehmen und Füttern beruhigen. Schätzungsweise jedes fünfte Baby wird von den heftigen Dreimonatskoliken heimgesucht, doch noch immer ist ihre Ursache unklar. Es scheint sich um eine Anpassungsstörung an die hektische Umwelt zu handeln. Kennzeichnend für die quälenden Dreimonatskoliken: Sie hören nach den ersten drei bis vier Lebensmonaten wieder auf.
Was Sie gegen Dreimonatskoliken tun können: Ein geregelter Tagesablauf und eine unaufgeregte Atmosphäre sorgen für ein stressfreies Umfeld. Angenehm beruhigend und entspannend wirkt es, im Uhrzeigersinn über den Bauch zu streicheln, eventuell mit etwas Fenchel- oder Kümmelöl. Geben Sie zusätzlich Fencheltee zu trinken. Weitere Maßnahmen gegen Dreimonatskolien: Schnuller geben, eng in ein Tuch wickeln, im Tuch auf dem Rücken oder das Kind in der Fliegerstellung tragen- probieren Sie einfach aus, welche Beruhigungsstrategie bei Ihrem Kind am ehesten wirkt. Ein Arztbesuch ist meist nicht erforderlich.
Ein Magen-Darm-Infekt wird meist durch Viren, seltener durch Bakterien verursacht. Das größte Problem: Weil der Körper bei Erbrechen und Durchfall viel Flüssigkeit verliert, droht Austrocknung - besonders bei dem unter Babys und Kleinkindern weit verbreiteten Rota-Virus.
Was Sie bei einem Magen-Darm-Infekt tun können: Solange Ihr Baby einen Brechreiz hat, füttern Sie es nicht - achten Sie aber darauf, dass es viel trinkt. Ideal sind Kamille- und Fencheltee; sie liefern Flüssigkeit und beruhigen die Darmschleimhaut. Bei reinen Darminfekten ernähren Sie Ihr Baby wie gewohnt weiter. Stillen Sie? Bestens, denn Muttermilch enthält Wirkstoffe gegen Durchfall. Gereizte Pos brauchen jetzt besondere Pflege: Wechseln Sie häufig die Windel und lassen Sie Ihr Baby möglichst „unverpackt“ strampeln. Zinkoxidhaltige Salbe beruhigt Entzündungen.
Zum Arzt: In Verbindung mit Fieber, bei drohender Austrocknung - Säuglinge unter sechs Monaten sofort zum Arzt.
Magen-Darm-Infekt vorbeugen: Händewaschen, sorgfältige Hygiene bei der Zubereitung von Babykost.
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