Das Beste, was eine Mutter für das Immunsystem ihres Babys tun kann, ist: Stillen. Besonders die Vormilch, die in den ersten 36 Stunden nach der Geburt gebildet wird, enthält einen hohen Anteil an Abwehrstoffen, die das Immunsystem der Mutter gegen Krankheiten gebildet hat und somit auch das Baby schützen.
Diese Antikörper sind vor allem darauf spezialisiert, gegen Mikroorganismen vorzugehen, die die Schleimhäute befallen. Die Inhaltsstoffe der Muttermilch sorgen außerdem dafür, dass die Darmschleimhaut mit Bifidus-Bakterien besiedelt wird. Diese Bakterien schützen wiederum vor Magen-Darm-Infektionen. Auch aus diesen Gründen rät die Weltgesundheitsorganisation, Babys sechs Monate lang voll zu stillen.
Aber auch wenn das Baby später feste Kost bekommt, sollte man auf die Ernährung achten. „Sie sollte viele Vitamine und Spurenelemente enthalten“, rät Prof. Volker Wahn, Leiter des ImmundefektCentrums der Charité in Berlin. Wichtige Spurenelemente fürs Immunsystem sind etwa Eisen, Zink und Selen.
Eisen ist unerlässlich für die Bildung roter Blutkörperchen, unterstützt aber auch die Fresszellen dabei, Krankheitserreger abzuwehren. Somit stärkt es den ersten Schutzschild des Körpers.
Eisen steckt vor allem in Fleisch, aber auch in Getreide wie Hirse oder Roter Bete, Brokkoli und in Hülsenfrüchten. Zink hilft dem Körper, Antikörper zu produzieren. Es ist in Fleisch, Fisch und Vollkornprodukten enthalten. Selen schließlich unterstützt das Immunsystem dabei, Schwermetalle und Schadstoffe abzubauen. Es steckt zum Beispiel in Thunfisch und Getreideprodukten.
Damit sich das Immunsystem langsam an die neuen Nährstoffe und Eiweiße gewöhnen kann, sollte mit Beginn der ersten Breimahlzeit nur ein neues Lebensmittel pro Woche gegeben werden, etwa in der ersten Woche nur Karotte, dann Karotte und Kartoffel, später darf auch Fleisch darunter gemischt werden.
Eines der besten Argumente dafür, Kindern reichlich frisches Obst und Gemüse zu geben, ist, dass die enthaltenen Vitamine gut fürs Immunsystem sind. VitaminC etwa hilft dem Körper dabei, Infekten vorzubeugen. Äpfel und Orangen sind also sinnvolle Zwischenmahlzeiten. Ein weiterer Vorteil des Vitamins: Es fördert die Eisenaufnahme. Gerade zu eisenhaltigen Speisen sollte daher ein Glas Saft gehören.
Hilfreich für eine gesunde Abwehr ist daneben das VitaminA in Karotten und Milch. Genauso wie VitaminE, das z.B. in Getreidekeimen und Pflanzenölen vorkommt.
Ähnlich positive Effekte werden probiotischen Joghurts nachgesagt. Zu Recht?
„Ihre Wirkung ist nicht belegt“, sagt Carsten Speckmann. „Die Herstellung ist nicht so streng geregelt wie etwa bei Arzneimitteln. Stichproben zeigen, dass es erhebliche Schwankungen in der Zusammensetzung der Produkte gibt. Eine systematische Untersuchung ist daher nicht möglich.“ Außerdem sind wahrscheinlich nur wenige sogenannte Probiotika wirklich effektiv.
„Bisher hat sich nur gezeigt, dass bestimmte Präparate die Dauer von Durchfallerkrankungen abkürzen können. Hierbei handelt es sich um Medikamente, die bei einer akuten Erkankungen gegeben werden - und nicht um dauernd einzunehmende Nahrungsergänzungmittel.“ Ob die überhaupt das Immunsystem stärken, werde noch wissenschaftlich untersucht, erklärt Experte Volker Wahn.

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