Manchmal braucht's den Schnuller nicht

Manche Babys mögen den Schnuller gar nicht, andere brauchen ihn scheinbar ständig. Welche Alternativen es gibt und warum Schnuller-Rückfalle nach der Entwöhnung gar nicht schlimm sind.


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Körpernähe, Daumen oder Schmusetuch


Obwohl der Saugreflex angeboren ist, gibt es tatsächlich Babys, die keinen Schnuller mögen. Manche Kinder sind relativ robust und kommen schnell wieder zur Ruhe, wenn sie sich mal aufregen. Und manche schaffen es sogar, sich selbst in den Schlaf zu brabbeln. Andere wiederum können sich so ins Weinen hineinsteigern, dass sie auch einen Schnuller ablehnen, wenn er ihnen angeboten wird. In solchen Fällen kann Körpernähe, etwa indem Sie Ihr Kind eine Weile herumtragen, ein guter Weg sein, um auch ohne Schnuller in den Schlaf zu finden.

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Viele Babys nehmen statt einem Schnuller einfach ihren Daumen, bekommen Tücher oder Mamas Finger zum Nuckeln. Saugen ist für einen Säugling nahezu immer beruhigend. Das gilt aber auch für Köperkontakt, Vorsingen, sanftes Sprechen und Streicheln.“

Ob ein Baby den Schnuller oft braucht, hängt also auch von seinem Temperament ab. Und da unterscheiden sich Babys von Geburt an. So freuen sich manche über neue Eindrücke und Personen, andere brauchen viel Sicherheit, um Neuem zu begegnen, und sind eher ängstlich. Gerade bei Letzteren wirkt es beruhigend, wenn die Eltern viel Geduld haben und ihrem Baby Zeit geben, sich an eine neue Situation zu gewöhnen – ob es sich um den ersten Besuch beim Kinderarzt oder das erste Mal in der Krabbelgruppe handelt. Auch auf äußere Reize wie Temperatur, Gerüche und Geräusche reagiert jedes Baby anders.Wichtig ist in jedem Fall, dass Eltern das Temperament ihres Babys kennen - denn so können sie immer angemessen reagieren. Vielleicht braucht das Baby dann in mancher Situation gar keinen Schnuller, sondern mehr Körperkontakt oder weniger bzw. andere Reize, vielleicht etwas Musik? Eltern sollten also schon früh sehr genau auf die Signale ihres Babys achten. Kleine Babys können zum Beispiel durch fest zusammengeballte Fäustchen und das Abwenden des Kopfes signalisieren, dass sie jetzt Ruhe brauchen. Wenn Mama dann zum Beispiel das Zimmer abdunkelt und für Ruhe sorgt, kommt es unter Umständen gar nicht zum Schreien - und der Schnuller muss oft nicht zum Einsatz kommen.

Genauso können feste Rituale, etwa beim Einschlafen, helfen, Unsicherheiten und Schnuller-Bedürfnis gar nicht erst entstehen zu lassen. In eine ähnliche Richtung gehen sogenannte „Übergangsobjekte“, sprich: ein Schmusetuch oder Lieblingsstofftier, das vertraut ist und dem Kind in „aufregenden“ Momenten Halt gibt. 

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Ein Rückfall zum Schnuller ist normal

In Stress-Situationen kann es vorkommen, dass selbst Kinder, die schon länger keinen Schnuller mehr nehmen, wieder mit dem Nuckeln beginnen. Ein Zeichen von Unreife muss das nicht sein. Und ist aber nicht weiter schlimm. Allerdings ist dann viel Rücksicht und Geduld von den Eltern gefragt. Und Verständnis dafür, dass sich das Kind wieder auf die ursprünglich gelernte Weise mit Schnuller beruhigen will. Mit viel Zuwendung und Sprechen über die neue Situation ist aber auch dieser „Rückfall“ in der Regel in den Griff zu bekommen.

Genauso feinfühlig sollten Eltern generell mit der Entwöhnung des Schnullers umgehen. Man sollte sich klarmachen, dass man dem Kind etwas wegnimmt, das es als großen Beruhigungsspender kennengelernt hat. Entsprechend kann der Nachwuchs den Abschied vom Schnuller als großen Verlust empfinden. Da sind Proteste völlig normal. Eltern sollten darauf aber nicht genervt reagieren, sondern viel Rücksicht auf ihr Kind nehmen.

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