Spielend lernen: Wie Babys die Welt begreifen

Babys begreifen ihre Welt spielerisch. Was sie im freien Spiel alles lernen und wie Sie als Eltern Ihr Baby dabei unterstützen können, sehen Sie im Video.


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© DVD "Mein Baby - Mut zum Kind"

Babys lernen spielend und testen dabei ihre Fähigkeiten. Sie erkunden bunte Gegenstände, bauen sie auf, werfen sie um, fassen sie an – wie das die kleine Klara mit ihren zehn Monaten im Video macht. Das Lernen geschieht spielerisch und deshalb sind sich Psychologen, Pädagogen und Biologen einig: Spielen und Lernen gehört zusammen.

Prof. Dr. Friedrich Kron, Professor für Erziehungswissenschaft, erklärt das so: „ Sie (das Spielen und das Lernen, Anm. Red.) sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Wenn ein Kind zum Beispiel mit Würfeln unterschiedlicher Art spielt, sie aufeinander setzt, sie umfallen lässt, lernt es dabei irgendwann, dass es den kleinen auf den großen Würfel setzen muss, damit der Turm hält und dass es umgekehrt nicht funktioniert. Umgekehrt, wenn ein Kind eine Aufgabe bekommt, beispielsweise mit einem Stift zu malen, wird es dies zunächst spielerisch tun, dabei entdeckt es Möglichkeiten und wiederholt sein Verhalten. Das nennen wir lernen. Das ist ein kognitiver Prozess, der dem Kind Einsichten über die Welt und sein Verhältnis gibt.“

Lernerfolge beim Spielen führen zu Glücksgefühlen


Denn jeder Lernerfolg führt zur Ausschüttung körpereigener Glückhormone. Deshalb machen auch schon kleine Erfolge Lust auf mehr. Das kindliche Gehirn ist deshalb regelrecht lernsüchtig! Und diese Lust aufs Lernen sollten Eltern unterstützen. Prof. Dr. Kron rät, Kindern besonders in den ersten Lebensmonaten vielfältige Anreize und Angebote zu machen, die das Gehirn herausfordern und die Gehirntätigkeit aktivieren.

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Auch soziale Fähigkeiten werden spielerisch geschult

Kinder wollen aber nicht nur neue Dinge kennenlernen, sie wollen vor allem auch Kontakt zu Bezugspersonen und ihrer Umgebung aufnehmen. Die Fähigkeiten für einen sozialen Umgang können Eltern Ihrem Baby auch schon sehr früh spielerisch vermitteln - durch Sing- und Fingerspiele beispielsweise. Prof. Dr. Kron nennt das „eine Art Sozial-Spiel-Angebot“, das Eltern dem Kind machen können. „Die Kinder antworten darauf sofort mit ihrem Körper und mit ihren Bewegungen. So entsteht schon in den ersten Lebensphasen des Kindes ein spielerischer, sozialer Umgang. Das Kind gewinnt dadurch etwas, was erzieherisch und pädagogisch sehr bedeutsam ist, nämlich Vertrauen und somit auch Urvertrauen. Dies ist die Basis für alle seelischen, sozialen, geistigen und körperlichen Entwicklungen.“
Spielend Greifen und Begreifen lernen
Beim Spielen macht sich das Kind ein Bild von der Welt. Dabei werden vor allem die Motorik, die Fantasie und das Denken geschult. „Greifen und Begreifen hängen mit der Wirklichkeit des Kindes, mit der Erfahrung seiner Umwelt, mit der Gestaltung seiner Umwelt zusammen. Wenn Kinder beziehungsweise Babys von Anfang an ihre Händchen zum Greifen und Fühlen benutzen, können sie sehr schnell Dinge unterscheiden. Somit begreifen die Kinder auch etwas.“, so Prof. Dr. Kron.

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Wiederholungen helfen dabei. Wer beispielsweise beim Spielen mit den Bausteinen immer wieder einen Stein auf einen anderen stellt, prägt sich diese Bewegungs- und Koordinationsmuster ein und wird von Mal zu Mal sicherer werden. Und das natürlich nicht nur beim Baustein-Bauen. Ganz allgemein werden sich auch das Körpergefühl und die Koordination durch spielerisches Training wie dieses immer weiter verbessern.
Wie Sie Ihr Kind beim spielerischen Lernen unterstützen können
Bieten Sie Anregungen und Anreize, die das Kind und seine Sinne animieren, rät Prof. Dr. Kron: „Eltern müssen selbst lernen, und zwar mit den Augen beziehungsweise aus der Perspektive des Kindes zu sehen. Die erste Elternpflicht ist es also, ihr Kind zu beobachten. Aus diesen Beobachtungen lernen die Eltern schnell, woran das Kind Freude hat bzw. wo seine Motivationen oder Bedürfnisse liegen. Dann sollten die Eltern das entsprechende Angebot bereitstellen.“

So fördern Sie die Sinne Ihres Babys
  • 1 / 5
    Sinneserfahrungen bieten

    Bieten Sie Ihrem Baby von Anfang an viele Sinneserfahrungen und Wiederholungen. Die Synapsen des Gehirns, die so trainiert und ausgebaut werden, bilden die Grundlagen für alle späteren Fähigkeiten.

  • 2 / 5
    Zeit lassen

    Lassen Sie ihm die Zeit, die es braucht. Es wird sich manchmal sehr lange mit einem Spielzeug beschäftigen. Versetzen Sie sich in die Kinderwelt zurück. Dann fällt es Ihnen leicht, zu verstehen, was Ihr Baby in diesem Moment gerade so fasziniert.

  • 3 / 5
    Dem Kind nichts abnehmen, was es schon kann

    Nehmen Sie Ihrem Kind nichts ab, was es schon selbst schaffen kann. Eine Rassel greifen, den Brei löffeln, die Schuhe anziehen. Auch wenn es Ihre Geduld auf die Probe stellt - nur so hat Ihr Kind Erfolgserlebnisse und die Motivation, ein neues Ziel in Angriff zu nehmen.

  • 4 / 5
    Sinnliche Erfahrungen verknüpfen

    Auch wenn Ihr Kind in den ersten zwölf Monaten einen Wachstumsschub nach dem anderen macht, helfen Sie ihm auch danach, viele sinnliche Erfahrungen zu machen: Kneten, Purzelbäume schlagen, Geschmacksrichtungen testen. Sie kennen es selbst: Wenn Sie gebohnerten Boden in der Schule riechen, fühlen Sie sich sofort wieder in Ihre eigene Schulzeit versetzt, der Geschmack von Erdbeeren gehört zum Sommer. Genauso verknüpft auch Ihr Kind Erinnerungen mit sinnlichen Erfahrungen.

  • 5 / 5
    Kein Vergleich mit anderen Babys

    Vergleichen Sie Ihr Kind nicht mit Gleichaltrigen. Jedes Baby entwickelt sich in einem Tempo, das zu ihm passt. Denken Sie immer daran, wie viele Eindrücke auf die Sinne eines kleinen Menschen einprasseln. Wie sollte es da möglich sein, dass sich alle Kinder in allen Bereichen immer gleich schnell entwickeln?


Und dabei genügt es nicht, dem Baby einfach etwas in die Hand zu drücken. Nehmen Sie sich die Zeit und Geduld, ihm immer wieder zu zeigen, wie ein Spielzeug funktioniert, denn Babys lernen durch Nachahmung. Und wenn Ihrem Baby etwas Neues gelingt, dürfen Sie es natürlich auch überschwänglich loben. Das animiert zusätzlich, zum Weiterspielen – und Lernen.

Nur wer sich als Kind spielend ausleben durfte, der wird auch als Erwachsener noch Spaß haben am Spielen, am Leben und am Lernen. Prof. Dr. Kron: „Für die Entwicklung eines Kindes, wie auch für den Menschen überhaupt ist Spielen unabdingbare Voraussetzung. Ob wir mit den Dingen spielen, mit unseren Gedanken oder mit unserem Körper, immer erzeugt das Spielen auch Lust. Wer Lust empfindet, der lebt.“

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