Sprachentwicklung bei Babys

Die Sprachentwicklung bei Babys ist ein langer Prozess, der lange vor den ersten Lauten anfängt. Wie Babys durch Sinneseindrücke das Sprechen lernen.


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Sprachentwicklung beim Baby


Welch ein Glück! Das erste Wort!


Und welch ein Erfolg! Denn Babys - nun etwa ein Jahr alt - haben sich lange auf diesen Moment vorbereitet. Monate bevor es die ersten Laute und Worte bilden konnte, war seine Sprachentwicklung bereits in vollem Gange. Von Anfang an nämlich funktionieren die fünf Sinne des Babys - es hört, sieht, riecht, fühlt und schmeckt. Diese Fähigkeiten bilden allesamt Grundlagen, die das Kind für die Sprachentwicklung braucht.

In den ersten Lebensjahren erwerben Babys die entscheidenden Grundlagen für ihre Sprachentwicklung und ihre spätere Lese- und Schreibkompetenz.

Die Sprechwerkzeuge als Grundvoraussetzung

Für die Sprachentwicklung, müssen zunächst einmal die organischen Voraussetzungen geschaffen sein. Denn zum Sprechen muss der Mensch bestimmte Mund- und Zungenbewegungen ausführen und er muss die anderen beteiligten Organe wie Zwerchfellmuskulatur und die Muskulatur der Stimmbänder beherrschen. Auch für diesen Teil der Sprachentwicklung beginnt das Training bereits bei Babys im Säuglingsalter. Selbst wenn es zunächst nur wichtig für die Nahrungsaufnahme scheint: Mit Saugen, Schlucken, Kauen oder Lecken machen sich die Babys gleichzeitig auch fit fürs Sprechenlernen. So trainieren sie nämlich Bewegung und Muskulatur.
Gehör ist wichtig für die Sprachentwicklung

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Ganz intensiv erleben Babys ihre Umwelt über das Hören. Denn sie hören von Anfang an, , sogar schon Stimme und Sprachmelodie der Mutter im Mutterleib und ab ca. der 16. SSW auch Geräusche von außen. Bald nach der Geburt schon können sie die ihnen vertraute Stimme der Mutter erkennen und erschrecken zum Beispiel bei plötzlichen lauten Geräuschen. Ein erster wichtiger Schritt in der Sprachentwicklung.

Sie lernen im Laufe der ersten Monate in die Richtung zu gucken, aus der die jeweiligen Geräusche kommen. Bald können sie diese auch unterscheiden und sich sogar auf bestimmte Laute konzentrieren. Dabei werden andere Geräusche, die an ihr Ohr dringen, unwichtig und einfach ausgefiltert.

Dies ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg der Sprachentwicklung, denn so können aus einer Vielzahl von Geräuschen einzelne Wörter herausgehört werden. Im 10. oder 11. Monat können Babys dann kleine Handlungsanweisungen der Eltern verstehen - weil sie gelernt haben, bestimmten Begriffen, die sie hören, entsprechende Dinge zuzuordnen. Sie kennen das richtige Wort für Ball und suchen zum Beispiel bei der Frage „Wo ist der Ball?“ mit ihren Augen nach diesem Gegenstand.
Sehen für Sprachentwicklung von großer Bedeutung
Babys entdecken Formen und Farben, lernen Muster und Figuren zu unterscheiden, nehmen Räume und bewegliche Objekte wahr. Schließlich achten sie bald auch auf den Mund des Erwachsenen, auf seine Lippenbewegungen und versuchen, diese nachzuahmen. Untersuchungen haben ergeben, dass Babys schon ab dem 5. Monat gelernt haben, dass gesehenes und gehörtes Sprechen zusammengehören. Sie wissen zum Beispiel, dass der Vokal „A“ zu einem weit geöffneten Mund gehört - ein wichtiger Punkt für die Sprachentwicklung.
Elternlob fördert Sprachentwicklung beim Baby

Mit sechs bis neun Monaten plappert Ihr Baby mehr und mehr, es bildet die ersten Doppelsilben wie „dada“ oder „mamama“. Eltern können die Freude der Kinder an diesen Äußerungen steigern, indem sie ihnen zeigen, dass sie sich auch darüber freuen. Lächeln Sie Ihr Kind an und wiederholen Sie die kleinen Lautgemälde!


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Auch Sing- und Fingerspiele - mit oder ohne musikalische Begleitung von Kassette oder CD - machen den Kleinen Spaß. Sie merken sich Rhythmen und Melodien und reagieren mit großem Vergnügen auf plötzliche Abwandlungen der gewohnten Abläufe. Manche Kinder quieken allerdings nicht aus Vergnügen, sondern aus Protest, wenn Mama auf einmal eine Strophe abwandelt oder gar auslässt. Egal aus welchem Grund - die Reaktion zeigt, dass das Kind sich den normalen Ablauf gemerkt hat, dass es ihn gelernt hat.

Kurz vor dem ersten Geburtstag beginnen dann also die meisten Babys damit, erste Wörter zu sprechen. Sie versuchen nun auch beim Betrachten von Büchern, die Wörter nachzusprechen. „Zeig mir mal die Katze!“ oder „Hol mal den Ball!“ sind Aufforderungen, denen die Kinder nun nachkommen, und mit denen Eltern testen können, ob ihr Nachwuchs die Begriffe versteht.

Quelle: Duden Elternratgeber Sprache- und Leseförderung. 48 Seiten. Download unter www.duden.de/schule



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