Sprechen lernen: Sinnvolle Sprachförderung

Der Wortschatz Ihres Babys wächst von Tag zu Tag weiter an. Sinvolle Sprachförderung unterstützt es beim Sprechenlernen. Wie und womit Sie Ihr Baby nun fördern können.


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Der Wortschatz wächst

Im 2. und 3. Lebensjahr kennt das Spechenlernen nur noch ein Gesetz: immer und immer schneller. Mit ungeheurer Geschwindigkeit wächst der Wortschatz, wobei das Verstehen dem Sprechen vorausgeht. Mit zwei Jahren ist Ihnen Ihr Kind bei Geschwindigkeit und Genauigkeit, mit der es neue Wörter aus dem Strom der Sprache fischt, schon ebenbürtig.

Braucht es jetzt „Frühförderung“ und Sprachlernprogramme? Nein, sagen die Fachleute - nichts übertrifft das Gespräch zwischen Eltern und Kind. So sehr sich Anbieter auch bemühen, die kindgerechtesten Produkte hervorzubringen, lebt die Sprache immer aus dem Dialog heraus.
Die Goldene Regel: Viel sprechen und zuhören


Sprechen lernen im Dialog


© Thinkstock
Keine Sorge, wenn die kindliche Sprache nach den ersten Zwei- und Dreiwortsätzen wieder ungenauer zu werden scheint. „Interessieren Sie sich in diesem Alter in erster Linie für das, was Ihr Kind zu sagen hat, und weniger dafür, wie es etwas sagt“, rät Logopädin Monika Rausch. Denn das führt meist zu Kritik anstelle von Ermutigung und Bestätigung, die jeder Lernende braucht.

Der scheinbare Rückfall resultiert aus der immensen Geschwindigkeit, mit der gelernt und im Gehirn „verdrahtet“ wird. Typisch für Zweijährige sind auch die klassischen Kinderfehler wie der „Lufttablon“ - die Silben purzeln durcheinander. Richtig wiederholen ist dann in Ordnung, rigides Korrigieren bringt nichts: Später präzisieren sich die Wörter automatisch.

Die goldene Regel für Eltern heißt also: Mit dem Kind reden, reden, reden - und gut zuhören.
Sprachföderung mit Büchern und neuen Medien
Ein Buch ansehen oder vorgelesen bekommen, Musik hören - schon die Allerkleinsten profitieren von dem, was wir „Medienkonsum“ nennen.  Gehör und Gedächtnis werden geschult, ihre Sprachfähigkeit wird gefördert.

Wichtig ist, dass Eltern ihre Babys dabei nicht überfordern und das Angebot der Entwicklung anpassen. Und: Dass sie dabei sind, mitmachen, mitsingen, vorlesen, erklären, zeigen. Denn eine Melodie von der CD ersetzt keine gesungenen Kinderlieder, bei dem das Baby die Lippenbewegungen beobachten kann. Ein Buch mit Tierbildern sagt dem Kind nicht, wie die Tiere heißen.

Sprechen lernen: Sprachförderung mit Büchern und neuen Medien


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Und nur durch stetiges Wiederholen der immer gleichen Wörter lernen die Kleinen die Zusammenhänge zwischen dem, was sie sehen, und dem, was sie hören. „Es entstehen neuronale Netzwerke im Gehirn“, erklärt der Hamburger Kinder- und Jugendpsychiater Michael Schulte-Markwort. „Dafür ist es notwendig, alle Sinne anzuregen, weil sie auf verschiedenen Orten im Gehirn liegen. Hören, Sehen, Fühlen, Tasten, Lutschen, all dies gehört dazu, damit Kinder sich gesund entwickeln. Also sind Bilder und Musik gleichwertig mit Sprache und Bewegung.“

Die Empfehlung lautet deshalb: Medien gemeinsam nutzen. Kleinkinder lieben Melodisches und Gereimtes, sie mögen es, wenn etwas Vorgelesenes „in Handarbeit“ von uns dramatisiert wird, und mischen sich sehr gern in den Erzählfluss ein - erst mit Gesten und Mitspielen, später dann mit allerlei Zwischenfragen. Schon bei Zweijährigen kann man beobachten, wie sie Lücken im Text ihrer Lieblingsbücher locker füllen.
Spaß beim Sprechen Lernen sorgt für Lernerfolg
Und bei all dem sind Wiederholungen richtig und wichtig. „Kinder mögen Wiederholungen, man darf sie nicht überfordern durch zu viel Abwechslung“, sagt Schulte-Markwort. Und sie können uns auch schon recht gut zeigen, wann sie genug haben. „Sie wenden sich ab oder fangen an zu krakeelen“, erklärt der Diplom-Psychologe Michael Thiel. Eltern sollten ihre Kleinen dann in Ruhe lassen. Denn bei aller gut gemeinten Förderung: „Man sollte nicht enttäuscht sein, wenn das Kind lieber mit dem Füßchen spielt, als die kleine Raupe Nimmersatt anzusehen. Es soll vor allem Spaß machen“, sagt Thiel.


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