Ist Stillen in der Öffentlichkeit okay?


Stillen ist gut fürs Baby, da sind sich alle einig. Aber kaum stillt eine Mutter ihr Kind in der Öffentlichkeit, halten das erstaunlich viele Menschen für anstößig. In regelmäßigen Abständen erhitzen sich, Land auf, Land ab, die Gemüter zu diesem Thema.
Die eine Seite argumentiert, ein hungriges Kind, das gestillt wird, sei das Natürlichste der Welt sei. Zudem sind sämtliche Plakatwände in den Städten voll nackter Brüste. Warum dann nicht auch beim Stillen die Brust herzeigen? Andere wiederum fühlen sich belästigt, wenn eine Frau ihrem Kind im Café oder auf der Parkbank die Brust gibt. "Ekelhaft" und "anstößig" lauten die meisten Kommentare der Gegenseite. 


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Stillen in der Öffentlichkeit: Ganz natürlich!

Wer ein Baby hat, weiß: Es gibt wenig, das man schlechter planen kann als den Appetit seines Kindes. Und wenn das Kleine erstmal Hunger hat, hilft kein Ablenkungsmanöver – da muss Essen her! Die meisten Mütter stillen ihr Baby – damit ist klar: Auch unterwegs muss und soll gestillt werden. Der Grund, warum sich nichtsdestotrotz viele am Stillen in der Öffentlichkeit stoßen, ist wohl die Tatsache, dass Nacktheit hierzulande ein sensibles Thema ist. Für viele gilt die Brust nur als sexuelles Objekt – an hungrige Babys denkt erstmal keiner.

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Stillen verboten

In Berlin wurde kürzlich eine stillende Mutter aus einem Café verwiesen – und startete daraufhin eine Petition, adressiert an Familienministerin Manuela Schwesig. Das Ziel: Der Schutz stillender Mütter in der Öffentlichkeit. Auch im Ausland ist der Protest stillender Mütter groß: In Amerika treffen sich stillende Frauen zu sogenannten "Nurse-Ins". Sie stillen genau dort, wo es einer anderen Mutter vorher untersagt wurde. Und zwar nicht allein, sondern mit möglichst vielen anderen Mitstreiterinnen.
Was sagt das Gesetz?
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wertet Stillverbote als Diskriminierung von Frauen, gesetzlichen Schutz gibt es hierzulande allerdings nicht. In Cafés gilt das Hausrecht des Betreibers – und der kann jeden rauswerfen. In anderen Ländern, wie zum Beispiel in Großbritannien, genießen stillende Frauen gesetzlichen Schutz. In den USA gibt es in fast allen Bundesstaaten Gesetze, die Frauen das Stillen an öffentlichen Orten ausdrücklich erlauben.
Tipps für stillende Mütter
Wenn Sie Ihrem Baby auch unterwegs die Brust geben möchten: Nur zu!
Mit diesen Tipps stillen Sie diskret und ohne aufzufallen:

 
● Suchen Sie sich einen ruhigen Platz um Ihr Kind zu stillen.

● Viele Einkaufszentren, Kaufhäuser und Möbelhäuser bieten extra Räume zum Stillen und Wickeln.

● Wenn Sie Ihre Brust bedecken möchten, dann packen Sie einfach immer einen weiten Schal oder ein Tuch ein. Dann sind Sie vor neugierigen Blicken geschützt, laufen nicht Gefahr, andere zu provozieren – und Ihr Baby hat in seiner "Still-Kabine" ein lauschiges Plätzchen, an dem es ungestört trinken kann.

● Lassen Sie sich durch schiefe Blick nicht draus bringen und einschüchtern!


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