Tipps: Entspannung für aufgedrehte Babys

Wir geben Ihnen Tipps, damit Ihr aufgedrehtes und unruhiges Baby ein bisschen entspannter wird.


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden
Es ist nicht immer leicht, herauszufinden, warum ein Baby unruhig ist und schreit. Aber für mit ein paar Tipps und Tricks können Sie die Atmosphäre etwas entspannen und Ihren Liebling ein bisschen beruhigen.

Rituale bedeuten Sicherheit


Je besser Ihr Baby die Umgebung kennt und je wohler es sich dort fühlt, desto schneller kommt es wieder zur Ruhe. Auch ein geregelter Tagesablauf mit eingespielten Ritualen sorgt für ein vertrautes Gefühl: „Sie helfen Säuglingen, Sicherheit und Geborgenheit zu finden“, sagt Dr. Rainer Gillessen, Facharzt für Kinderheilkunde. Schon für die Kleinsten sei es beruhigend, jeden Morgen mit einem Lied aufzuwachen oder nach dem Baden mit einer Massage verwöhnt zu werden. „Sanfte Berührungen beruhigen das Baby, lassen seine Muskeln entspannen und können sogar Unterleibskrämpfe lindern. Eine ruhige Babymassage mit leiser Hintergrundmusik oder der ruhigen Stimme von Mama hilft auch bei Einschlafproblemen“, so Gillessen.

Baby entspannt


© iStock
Am Abend ist es besonders wichtig, das Baby auf die ruhige Nachtphase einzustimmen. Führen Sie also keine Aktivitäten oder Unternehmungen aus, die Ihren Nachwuchs aufregen könnten. Denn Ihr Liebling muss schon den ganzen Tag lang Aufregungen und neue Eindrücke verarbeiten, da braucht er am Abend dann einfach mal ein bisschen Zeit, mit dem Tag abzuschließen und sich zu entspannen. Vermeiden Sie laute Geräusche oder einen anhaltenden Geräuschpegel wie einen Fernseher und schauen Sie auch, dass die Umgebung nicht zu hell und grell ist. Stattdessen können Sie vor dem Zubettgehen schon anfangen, das Licht leicht zu dimmen, damit der plötzliche Umschwung von Hell auf Dunkel nicht so anstrengend für Babys Augen ist.

Tipp: Stimmungen der Eltern übertragen sich auch auf das Baby. Versuchen Sie also selber zur Ruhe kommen. Wenn Sie selbst entspannt sind, wird auch Ihr Baby weniger aufgedreht sein.
Müdigkeitssignale erkennen
Um die richtige Zeit für das Ins-Bett-Bringen zu finden, ist es auch wichtig, die Müdigkeitsanzeichen seines Babys kennenzulernen. Denn wird das Baby zu früh ins Bettchen gebracht, wird es nur noch quengeliger und unruhiger. Oder würden Sie gerne im langweiligen Bett liegen, wenn Sie noch gar nicht müde sind? Andererseits ist es wichtig, das Baby ins Bett zu bringen, wenn es müde ist und nicht zu versuchen, es wach zu halten, weil es vielleicht noch zu früh ist. Denn auch das kann Ihren Nachwuchs unruhig, zappelig und schlecht gelaunt machen. Da geht es den Kleinen genauso wie uns, wenn uns irgendetwas oder irgendwer vom Schlafen abhält …

Müdigkeitsanzeichen können zum Beispiel ein starrer Blick, ruckartige Bewegungen von Armen und Beinen oder motorische Unruhe sein. Auch wenn sich das Baby am Ohr oder den Augen reibt oder schlicht und ergreifend immer wieder gähnt, signalisiert es: „Hey, ich wär jetzt bereit fürs Bett!“
Tagsüber Bewegung, nachts ein Nest
Ist Ihr Baby beim Einschlafen sehr aufgedreht bzw. schreit es, können Sie es mal mit „Pucken“ probieren. Dabei wird das Baby stramm in eine Decke gewickelt. Das sorgt für Nestwärme und stillt die angeborene Sehnsucht nach Berührung und spürbaren Grenzen wie im Mutterleib. Versuchen Sie das Pucken, sollten Sie sich die Technik allerdings gut von Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt zeigen lassen. Denn falsches oder zu festes Pucken, kann auch Schäden bei Ihrem Baby verursachen.

 Das könnte Sie interessieren: Pucken – oder lieber nicht?

Pucken ist eine umstrittene Wickelmethode, die Babys beruhigen soll. Was Kinderärzte sagen und Befürworter darauf antworten.


Tagsüber sollten Sie hingegen für viel Bewegungsfreiheit sorgen, damit das Baby genug Platz zum Strampeln hat. Denn Bewegung ist auch schon für die Kleinsten wichtig, um sich auszupowern und angestaute Energie abzubauen. Am besten kombinieren Sie das noch mit frischer Luft. Auch das hilft den Kleinen ausgeglichener zu werden.
Geräusche, die beruhigen
Viele Kinder mögen es, wenn die Eltern ihnen etwas vorsingen oder summen. Auch leise Musik, eine CD mit Meeresrauschen oder eine App mit White-Noise-Funktion, kann Baby helfen, sich zu beruhigen. Als White Noise bzw. weißes Rauschen bezeichnet man Rauchen in einem bestimmten Frequenzbereich, das ein konstantes Leistungsdichtespektrum hat. Das heißt, der Geräuschpegel des Rauschens bleibt gleich und ändert sich kaum. White Noise wird häufig zur Lärmbekämpfung eingesetzt. Denn Lärm oder Störgeräusche werden subjektiv als weniger laut und störend empfunden, wenn man sie mit weißem Rauschen überlagert. Deshalb empfinden viele Menschen – vor allem Babys – weißes Rauchen als beruhigend und einschläfernd. Dieser White Noise ist übrigens auch der Grund, warum viele Babys sich sofort beruhigen, wenn sie einen Fön, Staubsauger oder einen elektrischen Heizkörper hören. Das immer gleichbleibende Geräusch beruhigt die Kleinen und erinnert sie an das Rauschen des Blutes im Mutterleib.
Nähe zu Mama und Papa
Mama und Papa ganz nah sein tut Kindern immer gut – und wirkt sich positiv auf die Stimmung der Kleinen aus. Babys beruhigt es, wenn Sie von Mama durch die Gegend getragen werden. Das leichte rhythmische auf und ab hat eine einschläfernde Wirkung auf die Kleinen. Auch Kuscheleinheiten mit Papa helfen Babys ruhiger zu werden. Besonders gerne mögen es die Kleinen, wenn man ihnen sanft über die Stirn streicht. Dafür fangen Sie einfach direkt unter dem Haaransatz an und streichen ruhig mit den Finger zwischen den Augen und über die Nasenwurzel. Das wirkt regelrecht einschläfernd auf viele Babys.

 Das könnte Sie interessieren: Der Trick mit dem Taschentuch: So schläft Ihr Baby ein

Ihr Baby kann nicht einschlafen? Dieser Trick könnte Ihnen helfen. Sie brauchen lediglich ein Taschentuch.


Noch gut, um das Kind zu beruhigen: Legen Sie sich ihr Kleines auf den Bauch und lassen es mitbekommen, wie Sie ruhig und gleichmäßig atmen. Ihr Liebling wird diese Ruhe übernehmen und selbst entspannter werden.

Ist das Baby auf dem Arm eingeschlafen, sollten Sie mit dem ins Bett legen noch etwas warten, bis es die Tiefschlafphase erreicht hat und nicht mehr so einfach geweckt werden kann. Ein zusätzlicher Tipp: Das Baby am besten immer mit den Füßen zuerst hinlegen. Wenn Sie es nämlich mit dem Rücken zuerst ins Bettchen legen, könnte es dem Kleinen das Gefühl geben, ins Leere zu fallen. Das beunruhigt das Kleine nur unnötig.

Wenn Ihr Baby über einen längeren Zeitraum sehr unruhig ist und viel schreit, können auch Regulationsstörungen dahinter stecken. 3-Monats-Koliken oder Fütterstörungen können arg auf Babys Wohlbefinden drücken und es unruhig machen.

Ein oft gegebener Ratschlag, den Sie in solchen Situationen lieber nicht befolgen sollten: Das Baby schreien lassen. Denn: Schreien ist Babys einzige Möglichkeit zu sagen, dass etwas nicht stimmt. Bekommt es auf sein Schreien kein Feedback, kann das schwerwiegende Folgen für das Vertrauen zu Mama und Papa haben.

 Das könnte Sie interessieren: Schreibabys beruhigen

Das Baby schreit und zeigt damit an, dass ihm etwas fehlt. Wieso Sie Ihrer Intuition bei Schreibabys trauen sollten.






Artikel kommentieren
Login