Urvertrauen: Das macht Ihr Baby stark fürs Leben

Urvertrauen entsteht in den ersten Lebensmonaten und macht das Baby stark fürs Leben. Wie Ihr Baby Urvertrauen aufbaut und was dabei wichtig ist.


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So baut Ihr Baby Urvertrauen auf


Urvertrauen: Fundament für die Persönlichkeit


Das Fundament für eine stabile, selbstbewusste Persönlichkeit wird zu einem großen Teil in den ersten Monaten und Jahren gelegt. Psychologen und Hirnforscher wissen heute: Wer als Baby und Kind eine sichere, liebevolle Bindung zu seinen Eltern erlebt hat und Urvertrauen in die Welt, in die Menschen und sich selbst entwickeln konnte, hat einen wertvollen Schatz für die weitere Entwicklung mitbekommen.

Damit wir unser Kind lieben, hilft uns auch die Natur: Während der Geburt wird im Gehirn der Botenstoff Oxytocin freigesetzt. Man nennt dieses Hormon auch Bindungs- oder Liebeshormon. Gerade in der letzten Phase der Geburt schüttet der Körper außerdem große Mengen Endorphine aus.


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Viele Frauen berichten von einem glücklichen, fast rauschhaften Zustand und empfinden tief für das kleine Baby, dass ihnen in den Arm gelegt wird. Wenn das Baby beginnt, an der Brust zu saugen, erhält die Mutter eine 2. Dosis Oxytocin. Beim so genannten „Bonding“ lernen Eltern und Baby sich dann kennen. Das Baby wird ruhiger und entspannter. Die Folge: Die Mütter sind selbstsicherer und fühlen sich kompetent für ihre neue Rolle.
Problematische Geburt verhindert Urvertrauen nicht
Nicht jeder aber erlebt eine problemlose Geburt. Ein Not-Kaiserschnitt beispielsweise kann das Bonding erschweren. Die Frankfurter Diplom-Pädagogin Ilka-Maria Thurmann sagt: „Wichtig ist es, dass Eltern sich in solchen Situationen keine Vorwürfe machen. Auch ein Kind, das unter schwierigen Bedingungen auf die Welt kam, kann Urvertrauen entwickeln.“


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Bonding heißt, eine Beziehung zueinander aufzubauen. Warum das für Eltern und Kind so wichtig ist und welche Rolle das Geburtserlebnis dabei spielt.


Obwohl das Bonding von Experten als bedeutsam für die Bindung eingeschätzt wird, muss man es nicht überbewerten. „Für eine gute Eltern-Kind-Bindung sind die unzähligen gemeinsamen Stunden in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten mindestens genauso entscheidend“, sagt Dr. Carola Bindt, Oberärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie in Hamburg.

Bonding und Urvertrauen gelingen, wenn die Eltern ihrem Baby von Anfang an mit viel Wärme und Liebe begegnen und sich ganz auf seine Bedürfnisse einlassen. „Das heißt nicht, dass sie sich völlig aufgeben sollen. Aber Eltern, die besonders in den ersten acht Lebensmonaten auf Schreien und Weinen prompt und angemessen reagieren, werden in der Regel belohnt. Ihr Baby entwickelt sich zu einem zufriedenen Menschen. Denn es hat gelernt: ,Mama und Papa sind da, wenn ich sie brauche'“, beschreibt Ilka-Maria Thurmann diesen wichtigen Abschnitt des Bindungsprozesses.




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