Wunde Brustwarzen beim Stillen

Wunde Brustwarzen - davon können viele stillende Mamas ein Liedchen singen. Normal ist das Problem trotzdem nicht. Wir klären über mögliche Ursachen auf und geben Tipps, was bei schmerzenden Brustwarzen schnell hilft.


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Frau mit wunden Brustwarzen beim Stillen

Falsches Anlegen ist oft die Ursache für wunde Brustwarzen


© gettyimges
Wunde Brustwarzen: Das hört man beim Thema Stillen so häufig, dass fast schon angenommen wird, das Problem sei völlig normal. Diese Annahme ist aber völlig falsch. Für wunde Brustwarzen gibt es immer einen Grund. In den meisten Fällen wird das Baby nicht richtig angelegt oder es saugt falsch an der Brust. Bevor Sie die Schmerzen also einfach hinnehmen, gehen Sie auf Ursachensuche. Schließlich soll das Stillen für Sie und das Baby eine schöne Erfahrung bleiben.

Wunde Brustwarzen: mögliche Ursachen


Ein Mythos, den wir gleich aus der Welt schaffen wollen: Häufiges Stillen ist NICHT die Ursache für wunde Brustwarzen. Zumindest nicht mit der richtigen Technik. Dabei ist das Anlegen des Babys der Knackpunkt. Folgende Punkte sollten Sie beachten:

• Ihr Kind sollte beim Anlegen nicht nur die Brustwarze sondern auch Teile des Warzenhofes in den Mund nehmen. Saugt es nur an der Brustwarze kann das zu Schmerzen führen.

• Nutzen Sie zum Anlegen den C-Griff und führen das Baby langsam zur Brust. Das Baby sollte seinen Mund dabei weit öffnen, um möglichst viel von der Brust aufnehmen zu können. Lesen Sie hier mehr dazu ➤ Tipps zum Stillen: ein Anfänger-Guide.

• Besonders wenn Ihr Kleines sehr hungrig ist, kann es ihm beim Stillen nicht schnell genug gehen. Achten Sie jetzt genau darauf, dass es die Brust richtig aufnimmt und den Mund nicht zu schnell wieder schließt. Falls das passiert, lösen Sie es wieder und legen es erneut an.

Trinkt Ihr Kind nicht mehr sondern nuckelt nur noch? Dann lösen Sie es sanft von der Brust. Drücken Sie dafür mit Ihrem kleinen Finger leicht in den Mundwinkel des Babys. Das löst das Vakuum und Sie können es besser von der Brust nehmen. Das Baby sollte beim Lösen nicht mehr Saugen. Das reizt die Brustwarzen nur unnötig.

Variieren Sie die Stillposition, um die Brust nicht einseitig zu belasten. So werden außerdem alle Milchdrüsen in der Brust stimuliert, was einem Milchstau vorbeugen kann. Wechseln Sie beim Stillen auch regelmäßig die Seiten. Hier finden Sie verschiedene Stillpositionen: Grundsätzlich wird die Brust beim Stillen mehr strapaziert als sonst. Schenken Sie ihr daher auch etwas mehr Aufmerksamkeit als vorher. Ganz wichtig ist zum Beispiel ein gut sitzender Still-BH, der die Brust stützt, sie dabei aber nicht einengt. Greifen Sie lieber zu Baumwollstoffen und vermeiden Sie synthetische Materialien. Darin schwitzt die Haut leichter und das reizt die Brust zusätzlich. Besonders wenn Sie bereits wunde Brustwarzen haben, sollten Sie BHs tragen, in denen Ihre Haut gut atmen kann. Das beugt schlimmeren Entzündungen vor und unterstützt die Heilung.
Wunde Brustwarzen richtig behandeln
Sind die Brustwarzen bereits wund, achten Sie auf besondere Hygiene. Waschen Sie sich vor dem Stillen unbedingt die Hände, damit keine Bakterien über feine Risse in der Brustwarze eindringen können. Es kann auch sinnvoll sein, die Brüste ein- bis zweimal am Tag mit lauwarmem Wasser abzuwaschen. Ist die Entzündung schon fortgeschritten sollten Sie Ihre Brustwarzen zusätzlich mit physiologischer Kochsalzlösung aus der Apotheke abspülen. Da auch Muttermilch für ihre entzündungshemmende Wirkung bekannt ist, raten Hebammen und Ärzte bei leichten Reizungen dazu, die wunden Brustwarzen mit etwas Muttermilch zu behandeln. Das können Sie natürlich ausprobieren. Es ist aber kein Muss, wenn Sie sich damit unwohl fühlen. Es gibt auch spezielle Lanolin-Cremes aus der Apotheke, die Hebammen bei wunden Brustwarzen immer wieder empfehlen. Sprechen Sie die Behandlung am besten direkt mit Ihrer Hebamme oder dem Arzt ab.

Möchten Sie Wolle-Seide-Stilleinlagen oder Einlagen aus Heilwolle verwenden, dann achten Sie bitte darauf, diese regelmäßig und konsequent zu wechseln. Sie sollen die Wundheilung unterstützen, können aber auch ein Sammelbecken für Bakterien sein, wenn sie zu lange verwendet werden. Und das hat dann den gegenteiligen Effekt und erhöht das Infektionsrisiko.

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Häufig liest man auch, dass Frauen bei wunden Brustwarzen zu Stillhütchen greifen. Doch das bringt nur bedingt etwas. Natürlich können die Aufsätze im ersten Moment etwas Linderung verschaffen, doch sie lösen die Ursache nicht. Zudem kann durch die fehlende direkte Stimulation der Brust die Milchproduktion zurückgehen. Es kann passieren, dass das Baby dann nicht mehr satt wird und Sie zufüttern müssen.

Das Fazit: Schmerzen beim Stillen sind nicht normal und sollten nicht ignoriert werden. Bei wunden Brustwarzen ist häufig eine falsche Stillposition die Ursache. Bemühen Sie sich vor allem darum, das Baby richtig anzulegen. Sind Ihre Brustwarzen wund, dann suchen Sie sich Hilfe bei Ihrer Hebamme. Als Sofortmaßnahme sollten Sie auf besondere Hygiene achten, auf jeden Fall einen gut sitzenden Still-BH tragen und genug frische Luft an die Haut lassen. Auch spezielle Lanolin-Cremes aus der Apotheke können helfen.




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