Zufüttern: Babys nach dem Stillen an Brei gewöhnen

Im zweiten Lebenshalbjahr braucht Ihr Baby mehr als nur Muttermilch. Wir zeigen Ihnen in unserem Ratgeber, wie Sie Ihr Baby nach dem Stillen an Brei gewöhnen.


(1)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden


Zufüttern: Baby an Beikost gewöhnen


Ab wann soll ich zufüttern?


Muttermilch ist gut, nach wie vor das Beste fürs Baby. Aber ab dem 5. Monat, spätestens ab dem 7. Monat, ist es wichtig, das Baby an Beikost heranzuführen. Energie- und Nährstoffbedarf, aber auch der Eisenbedarf steigen und Stillen allein reicht nicht mehr aus. Außerdem entwickeln sich Magen- und Darmtrakt weiter und wollen schrittweise auf die Erwachsenenkost vorbereitet werden.

Sanft an Brei gewöhnen


Die sanfteste Methode sieht so aus: „Legen Sie Ihr Kind zuerst an die Brust, lassen Sie es einige Schlucke Muttermilch trinken, damit es nicht mehr so hungrig und aufgeregt ist. Danach bieten Sie ihm ein oder zwei Löffelchen selbst  gekochten Brei an. Und hinterher wird wieder gestillt“, empfiehlt Petra Affeldt, Stillberaterin am Hamburger Marienkrankenhaus.

 Das könnte Sie interessieren: Abschied von Mamas Brust

Abstillen ist ein sensibles Thema für Mama und Kind, denn stillen ist so viel mehr als nur füttern. Wir geben Tipps, wie Sie Ihr Baby sanft entwöhnen.


Speiseplan für eine sanfte Umstellung

Der perfekte Speiseplan für „Anfänger“ ist bewusst eintönig, um die Verdauung der Kleinen nicht zu überfordern und mögliche Allergien besser orten zu können. In der Regel wird zuerst eine Woche lang einmal am Tag immer der gleiche Gemüsebrei zugefüttert, etwa Möhre, danach kommen eine Woche lang Kartoffeln dazu, dann gibt es z.B. Kartoffel mit Kürbis. 

Bieten Sie Ihrem Kind diese neuen Geschmackserlebnisse ganz zwanglos an und beobachten Sie, wie es reagiert. Die Unterschiede sind riesig: Manche Babys schaufeln von Anfang an begeistert alles in sich hinein. Andere testen skeptisch nur Minimengen.Vielleicht haben Sie sogar das Gefühl, dass Ihr Kind einzelne Sorten nicht mag. Bieten Sie ihm trotzdem eine Woche lang weiter diesen Geschmack an, damit es die Chance hat, ihn wirklich kennenzulernen. Isst das Kind wochenlang nur einen Löffel Brei am Tag, macht das überhaupt nichts. Bleiben Sie gelassen und geben Sie ihm zum Sattwerden weiter die Brust. „Solange die Muttermilch ausreichend fließt, fehlt dem Kind auch über den sechsten Monat hinaus nichts“, erklärt Petra Affeldt und fügt hinzu: „Auch Kindern, die schon größere Mengen Brei löffeln, hilft Muttermilch beim Verdauen der neuen, noch ungewohnten Nahrung.“

Eine zweite Breimahlzeit pro Tag wird übrigens frühestens nach vier Wochen eingeführt. Die dritte wieder einen Monat später, und so weiter. Bis alle Mahlzeiten ersetzt sind, vergehen auf diese Weise vier bis sechs Monate. Dieses behutsame Vorgehen erleichtert beiden die Umgewöhnung: durch das schrittweise Abstillen Im Körper der Mutter baut sich so die Milchmenge ganz natürlich ab. Medikamente, Tees oder Wickel sind so meist unnötig. Parallel baut sich das Verdauungssystem des Kindes Schritt für Schritt aus. Das erspart ihm Blähungen und Schmerzen.

Über einen geduldigen Umstieg freut sich jedoch besonders die Seele. Abstillen ist schließlich so etwas wie eine zweite Abnabelung. Bei Mutter und Kind weckt das stark widersprüchliche Gefühle: Wehmut, Verlustängste, Freude am Neuanfang, Erleichterung. Auch diese Emotionen müssen „verdaut“ werden. Gönnen Sie sich jetzt extralange Kuschelstunden und erfinden sie neue, innige Liebesrituale. 
Im Video: Zufüttern und Beikost: Die richtige Baby-Ernährung

 Das könnte Sie interessieren: Baby-led Weaning

Kein Brei, sondern direkt feste Nahrung. Alle Infos zum breifreien Beikoststart.






mehr zum Thema
Stilltipps Beikost
Artikel kommentieren
Login