Zufüttern: Empfehlungen & Tipps zum Beikoststart

Im zweiten Halbjahr steigt der Nährstoffbedarf Ihres Babys an und es braucht allmählich mehr als nur Milch. Wir informieren Sie zum Thema Beikosteinführung und geben Tipps für den sanften Umstieg von der Milch auf den Brei. Plus: Beikostplan zum Ausdrucken!


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Muttermilch oder Säuglingsmilch reichen als Nahrungsquelle für Ihr Baby in den ersten vier bis sechs Lebensmonaten vollkommen aus. Die Milch enthält alle Nährstoffe, die Ihr Baby zum Wachsen und Gedeihen braucht. Doch bald steigt der Energie- und Nährstoffbedarf eines Säuglings aber an: Vor allem Eisen, Vitamin B6, Zink und Kalzium werden jetzt in größeren Mengen gebraucht, als sie die Milch noch bieten kann. Deshalb empfiehlt das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) Dortmund die Beikost zwischen dem 5. und 7. Monat einzuführen.

Zufüttern: Baby an Beikost gewöhnen


© iStock
Aber keine Sorge, die Beikosteinführung ist nicht gleichbedeutend mit dem Abstillen. Zwar werden Sie in den nächsten Wochen und Monaten eine Milchmahlzeit nach der anderen durch Breimahlzeiten ersetzen, Sie können aber weiter nach Bedarf stillen und zwar solange Sie und Ihr Baby möchten. 

Wann ist mein Baby bereit für die Beikost?


Das ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Die einen sind schon mit vier Monaten neugierig auf Brei und probieren ihn gerne aus. Andere brauchen noch ein paar Wochen, um sich auf den neuen Geschmack und die Konsistenz einzulassen. Nicht zuletzt müssen die Kleinen auch erst das Essen vom Löffel lernen, denn dabei ist eine andere Zungentechnik gefragt als beim Saugen. Schiebt Ihr Baby bei den ersten Beikost-Versuchen den Brei immer wieder nach vorn aus dem Mund oder zeigt es so gar kein Interesse am Brei, sollten Sie ihm noch ein wenig Zeit geben. Probieren Sie es ein paar Tage später einfach noch einmal.
Beikoststart nach Plan: Breimahlzeiten schrittweise einführen

Keine Panik, Sie lesen hier jetzt nichts von fixen Zeitplänen und strikten Do’s and Don‘ts zur Beikosteinführung. So kompliziert sollte etwas so Natürliches wie das Füttern Ihres Babys gar nicht sein. Die folgenden Empfehlungen des FKE sollen Ihnen vor allem als Orientierung dienen. Sie berücksichtigen die allgemeinen ernährungs- und entwicklungspsychologischen Anforderungen im Säuglingsalter und die traditionelle Ernährungsweise in Deutschland. Der FKE Ernährungsplan für Säuglinge im ersten Lebensjahr hat sich als verträglicher Übergang von der Milch, über die Beikost bis hin zur Familienkost bewährt und wird von diversen medizinischen Fachgesellschaften empfohlen. Individuelle Anpassungen der Vorgaben sind aber natürlich möglich.

Also: Egal ob Sie mit einem Mittags- oder Morgenbrei starten, ob Sie zuerst Karotte oder ein anderes Gemüse füttern, ob Sie Ihr Baby mit oder ohne Fleisch ernähren möchten – wichtig ist nur, dass Sie die verschiedenen Lebensmittel immer erst einzeln einführen, um das Verdauungssystem Ihres Babys nicht zu überfordern und mögliche Allergien frühzeitig ausmachen können. Außerdem sollte immer nur eine Milchmahlzeit pro Monat vollständig durch eine Breimahlzeit ersetzt werden. Bis alle Milchmahlzeiten ersetzt sind, vergehen auf diese Weise vier bis sechs Monate. 

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Ab dem 5. Monat (d.h. mit 4 Monaten): Die erste Breimahlzeit
➤ Gemüsebrei

Zeitpunkt: mittags
Lebensmittel: Gemüse und Kartoffeln, Speiseöl, Obstsaft, später Fleisch und Fisch

Für die erste Breimahlzeit wird ein verträglicher Gemüsebrei empfohlen, zum Beispiel aus Karotte, Zucchini, Kürbis, Pastinake, Brokkoli oder Fenchel (Rezept: Erster Gemüsebrei). Wird die erste Sorte gut vertragen, können Sie drei bis vier Tage später die Kartoffel einführen. Wieder einige Tage später können Sie dann einen gemischten Brei aus den beiden Zutaten anbieten. Vielleicht haben Sie sogar das Gefühl, dass Ihr Kind einzelne Sorten nicht mag. Bieten Sie ihm trotzdem eine Woche lang weiter diesen Geschmack an, damit es die Chance hat, ihn wirklich kennenzulernen.

Mischen Sie dem Gemüsebrei, egal ob gekocht oder gekauft, immer etwas Speiseöl (z.B. Rapsöl) bei: auf 100 Gramm Gemüse jeweils einen Teelöffel Öl. Das Öl fördert die Gemüse-Verdauung und dient noch dazu der Hirnentwicklung des Babys.

Tipp: Wenn Sie den Brei selbst kochen, pürieren Sie ihn ganz fein und streichen Sie ihn gegebenenfalls durch ein Sieb, damit er eine ganz feine Konsistenz bekommt.

Verträgt Ihr Baby den gemischten Gemüsebrei, können Sie ab dem 7. oder 8. Monat zwei- bis dreimal die Woche eine kleine Menge Fleisch (20-30 Gramm) untermischen. Fleisch ist ein wichtiger Eisenlieferant, insbesondere Rindfleisch. Aber auch magere Stücke Schwein, Lamm und Geflügel können Sie schon füttern, wobei Sie auch hier zunächst jede Sorte einzeln einführen sollten. Sobald Sie Fleisch füttern, mischen Sie dem Brei außerdem etwa zwei bis drei Teelöffel Vitamin-C-haltigen Obstsaft (z.B. Apfelsaft) bei. Vitamin-C fördert die Eisenaufnahme. Später können Sie die Fleischportion einmal pro Woche durch fettreichen Fisch (z.B. Lachs) ersetzen.

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Möchten Sie auf Fleisch verzichten, achten Sie darauf, dass Ihr Kind durch eine entsprechende Gemüse-Auswahl ausreichend Eisen zu sich nimmt. Eisenreiche Gemüse sind zum Beispiel Karotten, Fenchel und Brokkoli. Sie können das Fleisch im Brei auch durch Getreide (z.B. Hafer) ersetzen. Auch hier empfehlen die Experten eine Zugabe von Vitamin-C durch Obstsaft.

Gut zu wissen: Zu Beginn muss sich Ihr Baby am Brei noch gar nicht satt essen. Es geht erstmal nur darum, den Brei und den Löffel kennenzulernen. Stillen Sie Ihr Kind deshalb wie gewohnt, lassen es sich aber nicht satt trinken. Unterbrechen Sie die Milchmahlzeit für einige Löffel Brei. Je nachdem, wie gut das klappt, ist Ihr Kind danach satt oder Sie legen es einfach nochmal an. Steigern Sie die Breimenge Tag für Tag, bis Ihr Kind schließlich 150 bis 250 Gramm Brei isst. Gleichzeitig reduzieren Sie die Milchmahlzeit, bis Sie ausschließlich Brei füttern.

Im Laufe der nächsten Wochen können die Kartoffeln im Brei zur Abwechslung auch durch Nudeln, Mais oder Reis ersetzt werden.

Lesen Sie auf der zweiten Seite, wie es laut Ernährungsplan des FKE nach der Einführung des Gemüsebreis weitergeht! Außerdem finden Sie dort einen praktischen Beikostplan zum Herunterladen und Ausdrucken. >> Weiterlesen




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