Die zweite und dritte Breimahlzeit

So geht es weiter, nachdem Sie den Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei eingeführt haben. Außerdem: Ein Beikostplan zum Herunterladen und ausdrucken.


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Ab dem 6. Monat (mit 5 Monaten): Die zweite Breimahlzeit
➤ Milch-Getreide-Brei


Zeitpunkt: abends
Lebensmittel: Getreide und Kuhmilch, Obstsaft oder Obstpüree

Als zweite Breimahlzeit empfiehlt das FKE den Milch-Getreide-Brei am Abend. Wie bei der ersten Breimahlzeit verfahren Sie auch hier: Zunächst stillen Sie Ihr Baby oder geben das Fläschchen, dann gibt’s einige Löffelchen Brei und bei Bedarf bekommt es danach nochmal die Brust oder Flasche. Steigern Sie die Breimenge Stück für Stück, bis Ihr Kind etwa 200 Gramm Milch-Getreide-Brei isst.

Getreide ist eine wichtige Nährstoffquelle, hat aber Allergie-Potential. Zur Allergie-Prävention lautet die aktuelle Empfehlung, glutenhaltiges Getreide in kleinen Mengen zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat einzuführen. Da Sie Ihrem Kind anfangs sowieso nur kleine Mengen Brei füttern, können Sie gleich zu glutenhaltigem Getreide greifen – vorausgesetzt, in Ihrer Familie hat niemand eine Zöliakie. Gibt es in Ihrer Familie dagegen Fälle von Glutenunverträglichkeit, beginnen Sie mit glutenfreiem Getreidebrei, in den Sie nach und nach kleine Mengen glutenhaltiges Getreide mischen.

➤ Glutenhaltiges Getreide: Weizen, Roggen, Hafer, Dinkel
➤ Glutenfreien Getreide: Reis, Hirse, Mais

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Ab dem 6. Monat kommt für das Baby erstmals ein Getreide-Brei auf den Teller. Welches Getreide sich dafür eignet und Tipps für den Abendbrei.


Bezüglich der Kuhmilch brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen: Zwar galt lange, man solle Kindern im ersten Jahr keine Kuhmilch geben, jedoch ist diese Empfehlung veraltet. 200 Milliliter Kuhmilch am Tag als Zutat im Getreidebrei ist für Kinder im zweiten Lebenshalbjahr in Ordnung.

Den Milch-Getreide-Brei können Sie leicht selbst herstellen aus 200 Milliliter pasteurisierter, vollfetter Kuhmilch, 20 Gramm Getreideflocken oder Grieß und 20 Gramm Obstpüree. Rühren Sie die Flocken in die aufgekochte Milch und lassen Sie das Ganze rund fünf Minuten quellen. Danach rühren Sie das Obstpüree unter. Mit Instant-Flocken geht’s noch schneller.
Ab dem 7. Monat (mit 6 Monaten): Die dritte Breimahlzeit
➤ Obst-Getreide-Brei

• Zeitpunkt: nachmittags
Lebensmittel: Getreide und Obstmus, Speiseöl

Im Alter von sechs Monaten kommt eine dritte Breimahlzeit hinzu, der Obst-Getreide-Brei. Er wird aus Wasser, Getreideflocken, Obstmus und Speiseöl zubereitet (Rezept: Obst-Getreide-Brei). Für den Anfang eignen sich dafür am besten milde Obstsorten, wie Apfel, Birne und Banane oder Pfirsich. Hier ist Abwechslung erwünscht. Tauschen Sie das Obst alle drei bis vier Tage aus, später können Sie auch gemischt Obstsorten anbieten.

Gut zu wissen: Obst (außer Bananen) sollte anfangs immer gegart und püriert werden, da es so leichter zu verdauen ist als roh. Mit etwa acht Monaten können Sie auch rohes Obst füttern, zum Beispiel einen geriebenen Apfel.

Mit der Einführung der dritten Breimahlzeit braucht Ihr Baby zusätzliche Flüssigkeit. Bieten Sie ihm ab sofort also regelmäßig etwas zu trinken an. Dafür eignet sich Wasser am besten, aber auch ungesüßter Tee oder stark verdünnter Fruchtsaft (1 Teil Saft, 10 Teile Wasser) sind möglich. Anfangs sollten es rund 100 Milliliter Flüssigkeit täglich sein, mit Umstieg auf die Familienkost steigt der Flüssigkeitsbedarf auf rund 600 Milliliter am Tag.

➤ Tipp: Bieten Sie das Trinken von Anfang an aus einem (Trinklern-)Becher an.

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Ab dem 10. Monat (mit 9 Monaten): Einführung der Familienkost

• Zeitpunkt: z.B. vormittags und abends
Lebensmittel: z.B. Brot, Müsli

Die drei großen Breimahlzeiten sind eingeführt und Ihr Baby hat sich an die ersten Lebensmittel aus den wichtigen Nahrungsmittelgruppen Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß gewöhnt. Außerdem hat es schon die ersten Zähnchen und das Verdauungssystem ist nun vollständig ausgebildet. Ihr Kind ist langsam bereit für den nächsten Schritt: den Übergang zur Familienkost.

Die Breimahlzeiten brauchen nicht mehr fein püriert zu werden, mit der Gabel etwas zerdrücken reicht auch. Außerdem können Sie Ihrem Kind nun nach und nach sämtliche Lebensmittel zum Kosten anbieten. Den Milch-Getreide-Brei am Abend ersetzen Sie zum Beispiel durch Vollkornbrot mit Frischkäse und etwas Obst. Nachmittags kann der Obst-Getreide-Brei einem Obst-Müsli weichen, vormittags gibt es vielleicht ein Brot mit Obstmus oder ein bisschen Joghurt. Probieren Sie einfach aus, was Ihrem Kind schmeckt. Achten Sie nur auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Kost und seien Sie dafür ein gutes Vorbild. Schließlich ist für Ihr Kind nichts interessanter, als das, was Sie da gerade auf dem Teller haben...
 
Gut zu wissen: Tabu sind harte verschluckbare Lebensmittel, wie Nüsse oder rohes Wurzelgemüse, sowie koffeinhaltige oder stark gezuckerte Getränke und Honig.

Wenn Sie für Ihr Kind kochen, gehen Sie sparsam mit Salz, Gewürzen und Zucker um. Auf stark gezuckerte oder mit Süßstoff versetze Lebensmittel sollten Sie verzichten. Aber hin und wieder, wenn auch selten, ist ein Stückchen Gebäck oder Süßspeise erlaubt.

Kuhmilch als wichtiger Kalzium-Lieferant sollte gegen Ende des ersten Lebensjahres auf dem Speiseplan Ihres Kindes stehen. Jedoch nicht mehr als 200 Milliliter am Tag, am besten in Kombination mit Brot oder Müsli. Denken Sie daran Ihrem Kind auch immer wieder etwas Wasser oder Tee zu trinken anzubieten.

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In unserer Grafik finden Sie alle Empfehlungen zum zeitlichen Ablauf der Beikosteinführung nochmal zusammengefasst im Überblick:

Beikostplan: Säuglingsernährung im 1. Jahr

Beikostplan: Säuglingsernährung im 1. Jahr


© iStock / vision net ag

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Quellen:

Säuglingsernährung und Ernährung der stillenden Mutter
Handlungsempfehlungen – Ein Konsensuspapier im Auftrag des bundesweiten Netzwerk Junge Familie (2010)
Ernährung gesunder Säuglinge
Empfehlungen der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (2014)
Die Ernährung des gesunden Säuglings
von Dr. Ute Alexy / erschienen in Ernährungs Umschau 10/07 (2007)
Stillen und Beikost. Empfehlungen für die Säuglingsernährung
von Christine Prell & Berthold Koletzko / erschienen in Deutsches Ärzteblatt | Jg. 113 | Heft 25 (2016)


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