
Wie Sie Ihr Baby vor zu viel Sonne schützen und die Sonne dennoch genießen
Die Wärme und das Licht der Sonne bringen die Produktion von Glückshormonen, den Endorphinen, auf Touren und bescheren uns damit ein Stimmungshoch. Die ultravioletten (UV-) Strahlen regen den Körper zur Produktion des für ein gesundes Knochenwachstum wichtigen Vitamins D an. Sie sind aber auch verantwortlich für die Bräunung die Haut, die eine Schutzreaktion der Haut gegen eine schädliche Überdosis an UV-Strahlen ist.
Um in den Genuss der positiven Seiten der Sonne zu kommen, reicht eigentlich schon ein 15-minütiger Spaziergang an der frischen Luft aus. Sonnenbäder, die länger dauern, haben einen gegenteiligen Effekt und können das Immunsystem empfindlich schwächen. Die UV-Strahlung mobilisiert nämlich auch Freie Radikale, die das Hautgewebe zerstören und krank machen können. Babys brauchen besondere Aufmerksamkeit: Weil ihre Haut noch nicht voll entwickelt ist, sind sie den Einflüssen der Strahlen im ersten Lebensjahr völlig schutzlos ausgeliefert.
Besonders wenn wir unsere Kinder betrachten, staunen wir, wie durchdacht die Funktionen unseres Körpers sind - und gegen wie viele schädliche Einflüsse er sich zu wehren weiß. Das gilt auch in puncto Sonne. Der Haut, mit etwa 1,7 Quadratmetern Fläche das größte aller Organe, kommt dabei eine besondere Aufgabe zu. Doch ihr Schutzsystem braucht einige Jahre, bis es vollends ausgereift ist. Babys sollten daher nie direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt werden!
Wie die Haut auf UV-Bestrahlung reagiert, hat jeder von uns schon einmal beobachtet: Sie wird braun. Warum das passiert, ist besser zu verstehen, wenn man ihren Aufbau betrachtet. Unsere äußere Hülle besteht aus der eher dünnen Oberhaut. Sie wiederum setzt sich aus der Hornhaut, der Stachelzell- und der Basalzellschicht zusammen, in der sich pigmentbildende Zellen befinden. Diese Zellen produzieren als Reaktion auf UV-Strahlen einen braunen Farbstoff, der die Stachelzellschicht goldbraun erscheinen lässt. Sonnenbräune ist also eigentlich nichts anderes als eine körpereigene Sonnenbarriere. Genau wie die so genannten Lichtschwielen: Unter UV-Bestrahlung beginnen die Hautzellen verstärkt, sich zu teilen. Das führt zu einer Verdickung der Haut.
Dieser Eigenschutz der Haut bleibt aber nur aufrechterhalten, so lange die Belastung nicht überhand nimmt - Erwachsene vertragen je nach Hauttyp und Stärke der Sonneneinstrahlung nur etwa zehn bis 40 Minuten.
Babys verfügen noch nicht über diesen körpereigenen Sonnenschutz. Denn der Säureschutzmantel der Babyhaut ist noch schwach und das Pigmentsystem noch nicht voll entwickelt. Dafür braucht es viele Jahre: „Erst im Erwachsenenalter ist das hauteigene Schutzsystem voll ausgereift“, sagt Biologin Dr. Beate Volkmer von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention.
Nach den Erkenntnissen der Arbeitsgemeinschaft nehmen Kinder und Jugendliche in den ersten 18 Lebensjahren 80 Prozent ihrer UV-Lebensdosis auf. Kein Wunder, schließlich spielt es sich im Freien am schönsten. Das ist auch gut so, weil das Toben draußen auch eine Extraportion frische Luft liefert. Doch braucht die zarte Haut dabei besonderen Schutz. Denn: Die Haut vergisst nicht, jeder Sonnenbrand erhöht das Hautkrebsrisiko. Und davor können Sie Ihr Kind bewahren.

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