Ein Rhythmus, der Eltern und Kindern guttut, entsteht am ehesten, wenn Eltern ihr Baby und seine Bedürfnisse aufmerksam beobachten. Schon nach einigen Wochen stellen die meisten Eltern fest, dass ihr Baby so etwas wie Schlaf- und Trinkzeiten entwickelt und zu bestimmten Zeiten besonders wach und aufmerksam ist. Wenn die Eltern ihr Baby darin unterstützen, indem sie zu den entsprechenden Zeiten mit ihm spielen, es hinlegen oder eine Mahlzeit planen, pendelt sich ein immer festerer Tagesablauf ein. Rituale sind dabei eine prima Unterstützung. Aber Eltern sollten am Anfang noch nicht zu viel erwarten.
Der Freiburger Psychologe und Schlafexperte Dr. Ulrich Rabenschlag sagt etwa: „In den ersten 3 Monaten gibt es noch keine Regelmäßigkeit, erst ab dem 4. Monat entwickelt sich das Schlafzentrum langsam so weit, dass sich so etwas wie ein Rhythmus zeigt. Aber darauf kann man sich noch gar nicht verlassen, mal schläft das Baby 3 Tage hintereinander um die gleiche Stunde ein, dann wieder nicht. Die Reifung des Schlafzentrums ist genetisch bedingt.“
Konsequente Schlaf-Erziehung bringt am Anfang also wenig, höchstens Frust. Ab etwa dem 4. Monat verlagert sich der Schlaf langsam in die Dunkelheit.
Bei dieser „Anpassungsarbeit“ können die Eltern ihr Baby sanft unterstützen, indem sie es zwischen 21 und 23 Uhr zum letzen Mal füttern und wickeln und es dann mit einem Ritual ins Bettchen legen. Es ist aber noch zu früh, um Einschlafen zwingend zu erwarten. Erst ab dem 6. Monat können Kinder langsam feste Schlafenszeiten mitmachen.

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