Die Wörter „Ja“ und „Nein“ bekommen für Babys erst gegen Ende des ersten Lebensjahres überhaupt eine Bedeutung. Und bis sie anfangen, den Sinn von Regeln und Verboten zu erfassen, dauert es dann noch mindestens ein weiteres Jahr.
Selbst wenn Babys klar wird, was mit „Nein“ gemeint ist, heißt das nicht, dass sie sich auch daran halten. „Vor allem selbstbewusste Kinder haben oft viel Ausdauer und überprüfen immer wieder, was möglich ist und was nicht“, sagt Diplom-Familienberaterin Christine Kügerl.
So krabbeln sie immer wieder zum Bücherregal, von dem sie wissen, dass es nicht ausgeräumt werden darf. Dabei gehen stets prüfende Blicke zu Mama oder Papa. Es könnte ja sein, dass das Verbot heute nicht gilt.
„Es braucht viele Wiederholungen, bis ein Verbot selbstverständlich eingehalten wird“, so Kügerl. Dazu komme, dass Babys Erlaubnis und Verbot mit der jeweiligen Person verbinden, die sie ausspricht.
Wenn bei Mama etwas verboten ist, heißt das für Babys nicht automatisch, dass es bei Papa ebenso ist. Bei Oma könnte sowieso alles anders sein, und wenn man ganz allein im Zimmer ist, erst recht. „Es dauert sehr lange, bis Kinder Regeln so verinnerlicht haben, dass sie sich auch daran halten, wenn niemand aufpasst“, sagt Kügerl.

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