Allgemein gilt für die Frühförderung: Nicht zu didaktisch denken! Untersuchungen haben gezeigt, dass in den jüngsten Jahren Lernen durch Beibringen nicht nachhaltig funktioniert. Eine Frühförderung wie Babyschwimmen dient deshalb nicht in erster Linie dem Schwimmenlernen, sondern dazu, den Gleichgewichtssinn intensiver zu entdecken, das Wasser lieben zu lernen.
Also: Bei der Frühförderung nicht ergebnisorientiert, sondern prozessorientiert denken („Mal sehen, was wir heute im Wasser erleben“). Wie sonst selten gilt bei der Frühförderung also die Binsenweisheit, dass der Weg das Ziel ist.
Die wichtigsten Felder in der Frühförderung sind deshalb auch jene, die nicht „rückwärts gedacht“ werden, also gemäß ihrem erwarteten Nutzen, sondern vorwärts. Sehen wir uns also an, was Kinder gerne lernen möchten - und dabei fasziniert im 2. und 3. Lebensjahr besonders die unermüdliche Arbeit an der
Prof. Manfred Spitzer, der bekannte Ulmer Hirnforscher, hat dafür ein Wortspiel geprägt: Die Kinder lernen das Laufen „von Fall zu Fall“ - stehen immer wieder auf, beschließen nie, das Unternehmen dranzugeben, und halten durch. In der Motorik also liegt eine ungeheure Motivationsressource dieses Lebensalters, und wenn wir die sich frei entfalten lassen, schafft das Schätze für immer. Denn Bewegung bildet das Gehirn, das sich dafür belohnen lernt, wenn es etwas geschafft und im wahrsten Sinne des Wortes etwas erreicht hat - und sei es das andere Ende des Gartens.

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