
Begegnungen mit Gleichaltrigen sind für Babys Entwicklung wichtig - sie bieten Anreize für soziales Lernen.
Mit großen Augen mustern sich die beiden Zweijährigen, die von ihren Müttern das erste Mal zusammengebracht werden. Besonders spannend ist natürlich das Spielzeug des anderen - Marius schnappt sich gleich mal Jonathans Feuerwehrauto. Fast so laut wie eine Sirene ertönt daraufhin Jonthans Heulen, das erst nach der Fahrzeugrückgabe endet. „Eine ganz normale Reaktion“, weiß die Kinderpsychologin Julia Bögel. „Kinder nehmen in dieser Entwicklungsphase ihr Spielzeug fast wie einen Teil des eigenen Körpers wahr und können daher nicht abgeben.“ Man darf also noch nicht erwarten, dass sich Marius und Jonathan friedlich ihr Spielzeug teilen.
Im Gegenteil: Genau diese Auseinandersetzungen um Autos oder Bälle sind es, die einen wichtigen Schritt einleiten: Die Kinder beginnen, sich in ihren Handlungen und Worten aufeinander zu beziehen. Und diese ersten sozialen Kontakte sind für die Entwicklung immens wichtig: Das Kleinkind lernt so nach und nach, die eigenen Handlungen auf mögliche Folgen abzuschätzen - z.B. Jonathans Heulen. Und: Neue Gesichter und unbekanntes Spielzeug bieten neue Reize für die Entwicklung des Gehirns. Eltern sollten entsprechend auch bei Sandkasten-Konflikten nicht gleich eingreifen und den Kindern die Chance geben, die Sache selbst zu klären.

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