
Das Sprechen lernen bei Babys bzw. Kindern dauert lange. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Baby beim Sprechen lernen unterstützen können.
Ein Buch ansehen oder vorgelesen bekommen, Musik hören - schon die Allerkleinsten profitieren von dem, was wir „Medienkonsum“nennen. Ihr Gehör und Gedächtnis werden geschult, ihre Sprachfähigkeit wird gefördert. Wichtig ist, dass Eltern ihre Babys dabei nicht überfordern und das Angebot an Bildern und Tönen der Entwicklung anpassen. Und: Dass sie dabei sind, mitmachen, mitsingen, vorlesen, erklären, zeigen.
Denn eine Melodie von der CD ersetzt kein gesungenes Lied, bei dem das Baby die Lippenbewegungen beobachten kann. Ein Buch mit Tierbildern sagt dem Kind nicht, wie die Tiere heißen. Und nur durch stetiges Wiederholen der immer gleichen Wörter lernen die Kleinen die Zusammenhänge zwischen dem, was sie sehen, und dem, was sie hören. „Es entstehen neuronale Netzwerke im Gehirn“, erklärt der Hamburger Kinder- und Jugendpsychiater Michael Schulte-Markwort. „Dafür ist es notwendig, alle Sinne anzuregen, weil sie auf verschiedenen Orten im Gehirn liegen. Hören, Sehen, Fühlen, Tasten, Lutschen, all dies gehört dazu, damit Kinder sich gesund entwickeln. Also sind Bilder und Musik gleichwertig mit Sprache und Bewegung.“
Und bei all dem sind Wiederholungen richtig und wichtig. „Kinder mögen Wiederholungen, man darf sie nicht überfordern durch zu viel Abwechslung“, sagt Schulte-Markwort. Und sie können uns auch schon recht gut zeigen, wann sie genug haben. „Sie wenden sich ab oder fangen an zu krakeelen“, erklärt der Diplom-Psychologe Michael Thiel. Eltern sollten ihre Kleinen dann in Ruhe lassen. Denn bei aller gut gemeinten Förderung: „Man sollte nicht enttäuscht sein, wenn das Kind lieber mit dem Füßchen spielt, als die kleine Raupe Nimmersatt anzusehen. Es soll vor allem Spaß machen“, sagt Thiel.
Und mit Spaß sind die Kleinen dann nach einer Ruhepause auch bestimmt wieder dabei, wenn Mama ihnen die Tiere im Buch zeigt, die große Schwester das neueste Kindergartenlied vorsingt oder Papa zum hundertsten Mal das Hoppe-Reiter-Spiel spielt. „Kleine Kinder lieben Action“, weiß Thiel, „und sie lieben die Atmosphäre, die entsteht, wenn man sich mit ihnen beschäftigt.“
Besonders wohl und geborgen fühlen sich Babys dabei, wenn sie mit einem bestimmten Buch, einer schönen Melodie oder einem besonderen Spiel eine bestimmte Tageszeit oder Tätigkeit verbinden. Kurz, wenn sie zu Ritualen werden. In dieser guten Stimmung lernen sie dann spielerisch jede Menge. Vertrauen, Regeln und: sprechen.

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