Denn lange bevor ein Kind sein erstes Wort sagt, hat es enorm viele akustische Eindrücke gespeichert. Das beginnt bereits im Mutterleib. Das Ungeborene hört die Stimme der Mutter, ihre Sprachmelodie, und ab dem fünften Monat auch Geräusche von außen.
Bis zum Alter von etwa einem halben Jahr ist die Sprache eines Menschen international. Das erste Lallen klingt immer gleich, egal, ob ein Kind in Japan, Grönland, Russland oder Deutschland aufwächst.
Doch dann beginnen Babys, die Laute der Muttersprache zu imitieren - der erste Schritt zum Sprechenlernen. Aufmerksam lauschen Kinder nun den Sätzen der Großen.
Sprechen Sie mit Ihrem Baby! Erklären Sie ihm, was Sie gerade tun, und nennen Sie die Dinge beim Namen. Dazu sind erste Bilderbücher gut geeignet. „Das Kind lernt: ,Aha, das ist ein Hund', es verbindet das Bild eines Hundes mit dem Wort Hund, auch wenn es das Wort noch nicht aussprechen kann“, sagt der Psychologe Michael Thiel. „Und auch wenn es die Dinge noch nicht benennen kann, kann es sie nach und nach schon zeigen.“
Zeigen Sie also Ihrem Kind viele Gegenstände und nennen Sie den korrekten Namen. Also bloß nicht „Wauwau“, sondern „Hund“. Damit holen Sie Ihr Kind da ab, wo seine Hirnentwicklung sich gerade befindet: Im sogenannten Wernicke-Zentrum des Gehirns, das sich zu dieser Zeit ausformt, werden Wortbedeutungen gespeichert. Erst später bildet sich das Broca-Zentrum, in dem Grammatik verarbeitet wird und das den Menschen dazu befähigt, ganze Sätze zu bilden.

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