5 Anzeichen dafür, dass Sie Ihr Kind überbehüten

Wir wollen nur das Beste für unsere Kleinen – natürlich! Am liebsten würden wir unsere Kinder von allem Übel der Welt fernhalten, doch zu viel Fürsorge tut Kindern nicht immer gut, schließlich sollen sie auch ihre Erfahrungen machen. Doch das ist leichter gesagt, als getan! Fünf Anzeichen, dass Sie Ihr Kind überbehüten.


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1. Sie haben immer Angst um Ihr Kind


Wenn Ihr Kind soweit ist, Ihre Hand auf dem Spielplatz loszulassen und allein loszustürmen, lassen Sie es gehen. Kinder haben einen natürlichen Wissensdrang - geben Sie dieser kindlichen Neugier Raum, sich zu entfalten! Das ist mitunter sehr schwer, denn überall lauern Gefahren: Das Kind könnte sich verletzen, jemand könnte es beleidigen und traurig machen, es könnte…Stopp! Vom Kampf um die Schaukel am Spielplatz bis zur ersten WG in der Studienzeit – Ihr Kind muss diese Erfahrungen machen, auch negative. Sie können und sollen ihm nicht alle Konflikte und Schwierigkeiten abnehmen, denn nur durchs Ausprobieren (inklusive Scheitern) lernt Ihr Kind und kommt einen Schritt weiter. Sehr ängstliche Eltern haben nachgewiesenermaßen ängstliche Kinder: Hat das Kind ein Leben lang erlebt, dass die Mutter immer Angst um es hatte, traut es sich später auch selbst weniger zu. Daher – auch wenn es schwer fällt – lassen Sie Ihr Kind seine Erfahrungen machen. Wenn es fällt, wird es wieder aufstehen – und da sind Sie zur Stelle.

Tochter und Mutter


© iStock
2. Sie sehen Ihr Kind immer als das arme Opfer

Stellen Sie sich vor, Ihr Kind hat einen Gesangswettbewerb verloren, und weint bitterlich wegen seiner Niederlage. „Es tut mir so leid, mein armer kleiner Schatz! Du bist viel besser als dieser Wettbewerb, da brauchst du nie mehr mitmachen!“ drückt vielleicht Ihr Mitgefühl aus und tröstet ein zu Tränen aufgelöstes Kind für den Moment. Doch Enttäuschung, Frustration und Trauer gehören zum Leben und machen Freude über einen Sieg erst möglich. Wollen Sie Ihr Kind vor allen Enttäuschungen dieser Welt schützen, nehmen Sie ihm auch die Möglichkeit, über sich hinauszuwachsen und Unglaubliches zu erreichen. Wenn es den Gesangswettbewerb eines Tages gewinnt, wird das alle vergossenen Tränen wettmachen.
Kinder müssen solche Erfahrungen machen, um mit den Anforderungen des Lebens zurechtkommen zu können. Statt Ihr Kind vor Enttäuschungen zu bewahren, stärken Sie es darin, es weiter zu versuchen! Wandeln Sie die Enttäuschung in Motivation!
Auch wenn es uns Eltern das Herz bricht, unser Kind so verzweifelt zu sehen, gewinnt das Kind dadurch an Charakterstärke: Es lernt, dass es etwas für seinen Erfolg tun muss und lernt diesen zu schätzen.
3. Sie vermeiden schwierige Themen
Es ist nicht leicht, mit Kindern über Gewalt, Drogen und Tod zu sprechen, aber es ist unbedingt notwendig. Ein Bewusstsein für die Schattenseiten des Lebens zu schaffen ist der erste Schritt, um diese zu verhindern. Wissen ist Macht trifft hier einmal mehr zu: Ein gut informiertes Kind steigt nicht einfach zu einer fremden Person ins Auto, denn es weiß um die Gefahr. Außerdem ist es viel besser, schwierige, schlimme oder traurige Themen im behüteten und sicheren Umfeld der eigenen Eltern zu erfahren als durch die Medien, in der Schule oder eine entsprechende Situation. Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit Fragen zu stellen und fügen Sie immer hilfreiche und kindgerechte Erklärungen hinzu. Diese Gespräche dienen der Aufklärung. Hilfreich für den Einstieg für schwierige Themen sind auch Bücher, z.B. über die Trennung der Eltern, den Tod eines nahestehenden Menschen usw. 

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Diesen Trick sollten sie kennen, um Ihr Kind für den Ernstfall zu schützen.


4. Sie beschützen Ihr schüchternes Kind zu sehr

Es ist für eine Mutter unerträglich, wenn sie sieht, welche Schwierigkeiten ihr Kind hat Freunde zu finden. Alle Kinder spielen auf der Geburtstagparty, nur Ihres steht still daneben und scheint sich in sich selbst zu verstecken? Manche Kinder tun sich nicht so leicht, soziale Kontakte zu knüpfen. Das ist völlig in Ordnung, alle Menschen sind verschieden. Doch die Entwicklung sozialer Kompetenzen ist notwendig und auch hilfreich. Lassen Sie Ihr Kind versuchen (eventuell mit etwas Unterstützung), neue Kontakte zu knüpfen und in das Spiel der anderen einzusteigen. Ermutigen Sie es dazu, auch wenn es sagt, dass es nicht mit den anderen Kindern spielen will.

Hier gilt es, die Balance zu finden, das Kind in seiner Art zu respektieren und ihm gleichzeitig neue Möglichkeiten zu eröffnen und es zu unterstützen, sich nicht durch seine Schüchternheit bremsen zu lassen.
Sätze wie „Sei doch nicht so schüchtern!“ haben hier nichts zu suchen, denn das hemmt Ihr Kind noch mehr. Geben Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass es so wie es ist, völlig in Ordnung und wunderbar ist. Schirmen Sie es nicht vor Herausforderungen ab, sondern bestärken und unterstützen Sie es. Loben Sie Ihr Kind und sammeln Sie gemeinsam Erfahrungen, wo sich der Mut gelohnt hat.
5. Sie lösen die Probleme Ihres Kindes
Ihr Kind bringt eine schlechte Note nach Hause und Ihr erster Impuls ist, bei der Lehrerin um einen Sprechstundentermin zu bitten? Sicher gibt es viele Situationen, wo ein solches Gespräch sinnvoll ist, doch hier geht es darum zu reflektieren: Versuche ich instinktiv, meinem Kind alle Probleme abzunehmen? Für seine Noten ist das Kind zunächst einmal selbst verantwortlich – und darin sollten Sie Ihr Kind stärken! Hat Ihr Kind Streit mit einem Freund, lassen Sie Ihr Kind die Differenzen selbst klären, denn nach einem überwundenen Streit ist die Freundschaft umso stärker. Fragt Sie Ihr Kind um Rat, sollten Sie nicht sofort zur Tat schreiten, sondern gemeinsam mit Ihrem Kind Strategien zur Lösung des Problems finden.
Das muss den Termin bei der Lehrerin im Endeffekt nicht ausschließen, doch ist die Herangehensweise eine andere: Sie nehmen Ihr Kind mit ins Boot und geben ihm Rüstzeug für sein Leben mit. Kinder, die das nie erfahren haben, tun sich als Erwachsene umso schwerer, besonders, wenn sie selbst eines Tages in die Rolle der Mutter oder des Vaters schlüpfen. Geben Sie Ihrem Kind Ihre Erfahrung und Weisheit mit auf den Weg, geben Sie Ratschläge, tüfteln Sie Lösungen für eine problematische Situation aus oder überlegen sich gemeinsam gute Sätze, um dem fiesen Jungen aus der Parallelklasse entgegen zu treten. Aber lassen Sie es selbst ran, Ihr Kind wird es schaffen! Und irgendwann wird es selbst zum Mentor und Vorbild – für Ihre Enkel!

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Sophia Gesierich

von Sophia Gesierich




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