Eltern sein und Paar bleiben: 6 Tipps

So viel Glück und neue, wunderbare Erfahrungen ein Neugeborenes mit sich bringt, so viele Herausforderungen birgt die Elternschaft für die frischgebackenen Eltern. Sechs wertvolle Tipps, wie sie es als Paar schaffen, sich nicht unterkriegen zu lassen.


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Eltern sein – Partner bleiben: Eine echte Herausforderung


Ein Kind zu bekommen und aufwachsen zu sehen, es zu begleiten bei seinen ersten Worten und Schritten, ist ein wunderbares Geschenk, das steht außer Frage. Aber es ist auch ein 24-Stunden-Job, den man mit der Geburt seines Kindes bekommt. Schlafmangel macht dünnhäutig und gereizt und Zeit zu zweit bleibt häufig auf der Strecke. Sich um ein Baby zu kümmern ist eine große physische Herausforderung und es ist in Ordnung, erschöpft zu sein und vollkommen menschlich, eine Pause oder eine Mütze Schlaf zu ersehnen. Eltern zu sein ist ein großes Abenteuer und sich dabei nicht als Partner – als Liebespaar – aus den Augen zu verlieren, nicht so einfach. Hier sind sechs goldene Regeln, die Sie und Ihren Partner in Ihrer Beziehung stärken und Sie die Herausforderungen des Eltern-Seins als starkes Team meistern lassen.

Sechs Wege, den Stress des Eltern-Seins gemeinsam zu meistern


© iStock

1. Stressmanagement: Mehr als nur ein Modebegriff
Ein Paar zu sein bedeutet, sein Innerstes miteinander zu teilen, seine Freuden und sein Glück, aber auch seine Nöte und Sorgen. Unter hoher psychischer und physischer Stressbelastung reagiert man empfindlicher auf die kleinen Ärgernisse des Alltags, wie eine Socke auf dem Boden oder das dreckige Geschirr auf der Ablage statt in der Spülmaschine. Schlafmangel, Stress und Überforderung lassen Sie dünnhäutig und Kleinigkeiten zu Desastern werden – scheinbar. Durch die große emotionale Nähe zwischen Ihnen und Ihrem Partner schaukeln Sie sich gegenseitig hoch. Das Wichtigste hier ist: Haben Sie Verständnis, und zwar nicht nur für sich und für Ihren Partner, sondern auch für Sie als Paar - als Team. Erinnern Sie sich gegenseitig, was Sie gerade leisten, dass die Situation neu und herausfordernd ist. Lassen Sie zu, dass Sie Momente haben, wo Sie einfach nicht mehr können. Super-Mums sind Instagram-Märchen und haben mit der Realität nichts zu tun.

Bemühen Sie sich, gegenseitig auf die Bedürfnisse des anderen einzugehen und gleichermaßen den Ärger nicht unverhältnismäßig groß werden zu lassen, wenn es um eine Socke auf dem Boden geht. Das ist leichter gesagt als getan – das stimmt. Doch um sich nicht in den Kleinigkeiten zu verlieren, gilt es, seine Stresstrigger zu managen. Das bedeutet zunächst, sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren und sich mental zu den wirklich wichtigen Themen zurückzuholen: Es geht nicht um die Socke, denn die ist schnell aufgehoben. Machen Sie sich bewusst, was Kleinigkeiten sind, die es einfach nicht wert sind, sich darüber zu ärgern. Ärger zieht Energie und die brauchen Sie gerade an anderer Stelle dringend. Sorgen Sie für sich und sprechen Sie miteinander: Jeder hat seine Eigenheiten und wenn es für Sie unerträglich ist, dass schmutzige Socken auf dem Boden liegen, bitten Sie Ihren Partner darum diese immer sofort in den Wäschekorb zu werfen. Je besser Sie für sich sorgen, desto mehr können Sie von sich geben – auch Ihrem Partner.

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2. Betrachten Sie sich als gemeinsame Front
Wir gegen den Rest der Welt! Was pathetisch klingt, trägt jedoch ein gutes Bild in sich, denn es stärkt ein Paar ungemein, sich als Team zu empfinden und nach außen zu zeigen. Das bedeutet zum Beispiel, Entscheidungen gemeinsam zu besprechen und wenn nötig zu diskutieren und dann als Ihre gemeinsame Wahl zu kommunizieren. Das gilt sowohl für Entscheidungen in Erziehungsfragen gegenüber Ihrem Kind, als auch in der Freizeit. Das heißt keinesfalls, immer einer Meinung sein zu müssen! Kritik aneinander und die Meinung des anderen in Frage zu stellen ist sogar wichtig und äußerst entwicklungsfördernd. Doch entscheidend ist, dass Sie als Team handeln und sich gegenseitig (unter)stützen.
3. Wirklich zuhören
Um Entscheidungen gemeinsam zu treffen, sollten Sie Ihrem Partner richtig zuhören. Viele Menschen hören Ihrem Gesprächspartner zu, um darauf antworten zu können und weniger um wirklich zu verstehen, was der andere sagen will. Gerade in Zeiten großer Stressbelastung, wenn Sie oder Ihr Partner gereizt reagieren, ist das gegenseitige Verständnis umso mehr von Bedeutung. Hören Sie zu, versetzen Sie sich in die Perspektive Ihres Partners - was teilt er Ihnen außerhalb der gesprochenen Worte noch mit? Vielleicht versteckt sich hinter einem mürrischen Kommentar eigentlich eine große Sorge. Eine eingeschränkte Sichtweise auf eine Sache hat vielleicht Angst als Ursache. Ist man mit den vielen Anforderungen des Alltag überfordert, ist einem manchmal selbst nicht klar, warum man so oder so reagiert. Geben Sie sich als Paar die Chance, sich zuzuhören, um die Botschaft des anderen in ihrer Gänze zu sehen.
4.  Nehmen Sie Hilfe an
Dieser Ratschlag ist essenziell für die Stressbewältigung im Elterndasein. Was Sie als Mutter und Vater leisten, ist mehr als ein 24/7-Job. Fragen Sie Ihre Lieben um Rat, wenn Sie in manchen Dingen unsicher sind und nehmen Sie Unterstützung an! Wenn Ihnen Ihre Schwiegermutter anbietet, ein paar Fuhren Wäsche zu waschen, sagen Sie ja und bedanken sich für die geschenkten Stunden. Die Zeiten ändern sich auch wieder und der Stress lässt nach. Wenn es Ihnen schwer fällt, Hilfe anzunehmen, bedenken Sie: Nur wer selbst genügend Ressourcen hat, kann anderen etwas zurückgeben. Sie brauchen die Energie, für sich, für Ihr Baby und für Ihre Partnerschaft.
5. Zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen
Paare warten im Durchschnitt sechs Jahre, bis sie sich bei Eheproblemen professionelle Hilfe holen. Das ist ganz und gar unnötig, denn es ist keine Schande, sich bei andauernden und schwerwiegenden Problemen in der Beziehung Rat zu holen. Manchmal genügen wenige Stunden, um den Knoten zu lösen, der sich andernfalls über viele Jahre verhärtet. Therapie hat leider immer noch einen negativen Beigeschmack, weswegen viele Menschen zögern, sich einen Psychologen zu suchen. In manchen Fällen ist das aber sehr sinnvoll. Eine Therapie birgt viel Potenzial für Ihre Beziehung. Bei Eheproblemen einen Paartherapeuten zu kontaktieren zeigt, dass Sie bereit sind, für Ihre Beziehung zu kämpfen und Entwicklung zuzulassen.
6. Haben Sie Dates!
Auch nach vielen Jahren Beziehung ist es gut, einen schönen Abend zu zweit zu planen. Mit Kind ist das gerade in der ersten Zeit sehr schwierig. Doch obwohl das Kleine den Tag (und die Nacht) bestimmt, sind Momente, die Ihnen gehören, sehr wichtig. Nehmen Sie sich Zeit für ein echtes Date! Verabreden Sie sich mit Ihrem Partner, auch wenn es nur ein kleiner Frühlingsspaziergang ist, währenddessen die Nachbarin auf das Baby aufpasst. Wenn ein Restaurantbesuch noch unrealistisch erscheint, bestellen Sie sich ein leckeres Essen nach Hause, zünden Sie eine Kerze an und legen Sie schöne Musik auf.
Es ist nicht von Bedeutung, wie lang oder besonders das Date ist, wichtig ist, dass Sie es bewusst planen – sich mit Ihrem Partner dazu verabreden – und sich gegenseitig Ihre Aufmerksamkeit schenken. Tanken Sie Energie in der Zweisamkeit, auch wenn es nur kurz ist. 

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Sophia Gesierich

von Sophia Gesierich




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