8 Wege, für sich zu sorgen, während man für ein Kind sorgt

Mutter oder Vater zu sein ist ein Vollzeitjob, das steht außer Frage. Es ist durchaus menschlich, da einmal außer Puste zu sein. Doch umso wichtiger ist es, sich als Elternteil bewusst Gutes zu tun, Energie zu tanken und zur Ruhe zu kommen. Wir verraten, wie das inmitten des turbulenten Kinderalltags gelingt.


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

Zeit für mich – aber wann nur?


Sich immer wieder Zeit für sich zu nehmen ist sehr wichtig, sogar unabdingbar. Denn nur, wer regelmäßig zu sich zurückfindet, also etwas ganz bewusst für sich tut, kann mehr geben. Sie fragen sich vielleicht, wie das als Vollzeitmama zu bewerkstelligen ist, ein Wellnesswochenende ist absolut jenseits der derzeitigen Realität. Für sich zu sorgen kann aber viel mehr bedeuten als Urlaub, denn schon fünf Minuten bewusst genossene Ruhe verändern viel. Vor allem die richtige Einstellung verändert nachhaltig den Umgang mit sich selbst. Mit den folgenden Tipps bringen Sie Schritt für Schritt bewusste „Mama-Momente“ in Ihren Tag.

Frau frei

Zeit für mich


© iStock
1. Erlauben Sie sich Pausen!

Auch wenn das Kind beschäftigt werden will, der Wäscheberg dank seiner Höhe gefährlich wackelt und dringend staubgesaugt werden müsste – gönnen Sie sich eine Pause. Die kann zum Beispiel daraus bestehen, sich für einen Moment in die Küche zurückzuziehen, die Tür zu schließen und ein Glas Wasser zu trinken. Atmen Sie bewusst in den Bauch, denn in Stresssituation wird die Atmung automatisch flacher. Das beruhigt den Puls und sorgt für mehr Sauerstoff. Es ist nur eine Kleinigkeit, ein paar Minuten, doch ermöglicht Ihnen dieser Moment zu sich zu kommen.

Manchmal erscheinen selbst fünf Minuten unmöglich. Machen Sie sich bewusst, was fünf Minuten bedeuten: Solange steht man länger am Bahnsteig, wenn der Zug Verspätung hat, oder kommt später ans Ziel bei roten Ampeln. Fünf Minuten sind ein sehr kurzer Zeitabschnitt, der den Wäscheberg überhaupt nicht verändert. Für Sie jedoch kann sich in diesen fünf Minuten viel tun – gönnen Sie sich diese kostbare Zeit!

 Das könnte Sie interessieren: Entspannung für Mütter

Wir haben zehn Tipps gesammelt, die Entspannung für Mütter versprechen. Sie helfen bei akutem Stress und vorbeugend.


Als Mutter oder Vater ist man mit seiner Aufmerksamkeit permanent im Außen und meist bei mehreren Sachen gleichzeitig. Da wird das Baby geschaukelt, das Kleinkind vor dem Sturz vom Sofa bewahrt und noch Pausenbrote und Hausaufgaben in die Schultasche gesteckt – was Eltern leisten, davon kann Superman nur träumen. Was dabei oft vergessen wird, ist die Aufmerksamkeit für sich selbst. Holen Sie sich bewusst zurück in Ihre Mitte, denn von dort aus agiert es sich am besten.
2. Vermeiden Sie Junk-Food!
Ja, es geht schnell und ist praktisch, doch nachhaltig nützt Fertigessen Ihrem Stresslevel wenig. Im Gegenteil: Produkte, die den Blutzucker schnell in die Höhe schnellen lassen,  geben nur kurzfristig Energie. Genauso schnell wird Nahrung aus Weißmehl und Industriezucker wieder abgebaut und die Müdigkeit kommt doppelt schwer. Wählen Sie stattdessen Kohlenhydrate, die lange satt machen, z.B. Vollkornprodukte. Essen ist das Benzin für unseren Körper, je besser wir ihn füttern, desto stärker und energievoller ist die Leistung.
3. Sagen Sie „Nein“!
Der Nachbar will seine Blumen im Urlaub gegossen haben, der Elternbeirat bittet um Mithelfer beim Sommerfest und die Großmutter braucht Hilfe beim Locken drehen - und das alles kurz vor der Einschulung Ihres Ältesten, der Ballettaufführung Ihrer Tochter und während der Renovierungsarbeiten am Haus.
Auch wenn es schwer fällt: Lernen Sie, Nein zu sagen. Sie brauchen und können nicht alle zufrieden stellen. Erbitten Sie sich Bedenkzeit und sondieren Sie genau, welcher Aufgabe Sie Ihre Zeit schenken wollen und welcher nicht. Sie sind kein schlechterer Mensch dadurch, denn die gesparte Energie kommt den Dingen zugute, wo sie wirklich hingehört. So bewirken Sie viel mehr als in den hunderten „Gefallen“, die Sie Ihren Mitmenschen tun, weil Sie nicht Nein gesagt haben. Ihre Zeit und Energie ist kostbar und begrenzt, walten Sie gut damit.
4. Gehen Sie schwierige Tagesphasen gezielt an
Finden Sie heraus, welche Phasen am Tag Sie besonders stressen oder Kraft kosten. Das kann das zu Bett bringen des Babys sein, das sich durch langes Schreien in die Länge zieht oder der hektische Morgen, bis alle Kinder den Schulbus erreicht haben. Verändern Sie aktiv die Situation. Sie sind kein Opfer der Umstände, sondern können sie selbst beeinflussen. Vereinbaren Sie zum Beispiel mit Ihrem Partner, dass er oder sie sich um das zweite Kind kümmert, während Sie Ihre ganze Aufmerksamkeit dem Baby widmen. Holen Sie sich Ratschläge in Fachportalen, was aus Expertensicht beim Einschlafen helfen kann. Planen Sie mehr Zeit in der Früh ein, auch wenn das Aufstehen schwer fällt. Von mehr Ruhe und weniger Hektik profitieren Sie und Ihre Kinder mehr als von 30 Minuten länger schlafen. Bitten Sie grundsätzlich um Unterstützung und nehmen Sie Hilfe an. 
5. Planen Sie Zeit für sich als festen Termin
Wann ist Ihre Zeit? Die Zeit, die nur Ihnen gehört? Planen Sie diese Zeit wie einen Zahnarzttermin, denn sie ist noch viel wichtiger. Besprechen Sie diesen Termin mit Ihrer Familie und sorgen Sie dafür, dass er stattfindet. Ob Sie in dieser Zeit nur durch eine Zeitschrift blättern oder sich mit einer Freundin verabreden, ist völlig unerheblich und Ihnen selbst überlassen. Nur DASS es diese Zeit gibt, sollten Sie sicher stellen.
6. Wagen Sie Neues!
Sie sind nicht nur Mutter, Sie sind auch ein Mensch. So erfüllend das Mutter- (oder Vater-)Dasein auch ist, unternehmen Sie etwas, was gar nichts mit Ihrer Elternrolle zu tun hat. Das bedeutet nicht, seine Rolle nicht zu lieben oder zu erfüllen. Abwechslung macht uns die Besonderheiten des Alltags wieder bewusst und führt uns vor Augen, welchen Reichtum wir mit unseren Kindern besitzen.
Sind Sie kunstinteressiert, malen Sie ein Bild oder nähen Sie etwas! Lieben Sie Bewegung, besuchen Sie einen Zumba-Kurs! Die Möglichkeiten sind grenzenlos. Ermöglichen Sie sich diese „familienfernen“ Hobbys und schließen Sie nach einer erfüllenden Chorprobe Ihre Schätze in die Arme. 

 Das könnte Sie interessieren: Die Eventreihe ArtNights im Test

Seit der "Höhle der Löwen" ist die ArtNight der Renner. Wir haben das Kunstevent getestet und an einer ArtNight mitgemalt!


7. Machen Sie sich Ihr Glück bewusst

Ist der Alltag stressig und voll, gerät leider oft der Sinn für das eigene momentane Glück in den Hintergrund. Machen Sie sich bewusst, mit wie viel Reichtum Sie gesegnet sind. Manchmal ist alles zu viel – doch trotzdem würden Sie niemals auf all das verzichten wollen, nicht wahr? Sprechen Sie aus, für was Sie dankbar sind und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit darauf. Und das verschlafene Lächeln Ihres Kinders gibt doch tausendfach mehr Energie als ein starker Kaffee…
8. Seien Sie eine Mutter für sich selbst
Lassen Sie sich selbst genau so viel Liebe zukommen wie Ihrem Kind. Loben Sie sich gedanklich und seien Sie stolz darauf, was Sie alles meistern. Gehen Sie behutsam mit sich um und seien Sie nicht so hart und ungeduldig mit sich. Nehmen Sie Abstand davon, die perfekte Mutter sein zu wollen - denn eine gute Mutter ist gerade durch ihre Unperfektheiten perfekt.

 Das könnte Sie interessieren: Daran erkennt ein Therapeut gute Mütter

Die Bloggerin Constance Hall gesteht, meine Kinder nerven mich. Ein Therapeut findet: Das macht dich zu einer guten Mutter. Die ganze Geschichte.



Sophia Gesierich

von Sophia Gesierich




mehr zum Thema
Gesundheitstipps Psychologie Mama
Artikel kommentieren
Login