Als Mum verhält man sich manchmal ziemlich eigenartig

Carla wollte nie in der "Baby-Duzi-Duzi"- Sprache mit ihrem Baby sprechen. Doch genau das passiert täglich und noch vieles mehr...


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Carlas Kolumne

Foto: Privat


Mein altes ICH dachte immer: Wenn ich jemals ein Kind haben sollte – was ich eigentlich nicht vorhabe – werde ich ihm niemals nie mit einem Tuch und etwas Spucke die Backe abwischen! Davon war ich sehr überzeugt. Das hat mein neues ICH auch noch nicht gemacht. Mum braucht kein Tuch um etwas von der Backe zu wischen, Spucke und ein Finger genügen. Mein altes ICH dachte: Ich werde niemals in baby-duzi-duzi Sprache mit meinem Kind reden! Aber es passiert. Plötzlich merkt das neue ICH, dass Mum mit einem Mäuschen-mit-Glöckchen-Beißring wedelt und quietschende, gurrende Geräusche von sich gibt. Und wenn der kleine Mäusemann dann zauberhaft lacht, wenn Mum sich zum Affen macht, dann hört Mum einfach nicht mehr auf damit. (Glücklicherweise passiert das auch dem Daddy, der - natürlich ziemlich cooler Typ - zuhause plötzlich 3 Oktaven höher spricht.) Mein altes ICH dachte: mein Kind kann auch mal bei der Oma übernachten. Außerdem gibt es Mädels die gerne Babysitten – super Sache wenn man am Wochenende mal ausgehen will. Und ausgehen wollte ich immer. Ich war ständig unterwegs. Auf jeden Fall immer am Wochenende. Und das meist exzessiv. Unter der Woche ging eigentlich auch so gut wie jeden Abend was. Auch wenn das dann nur ein Kinobesuch oder Essen gehen oder was trinken mit Freunden war. Daheim auf dem Sofa abhängen ging nur, wenn die neue Staffel Greys Anatomy lief oder wenn man den übelsten Kater vom Vorabend noch nicht los war. Mein neues ICH schafft es (noch) nicht, den süßen Mäusemann außer Haus alleine bei einer Oma schlafen zu lassen und erst recht nicht, irgendein junges Mädel mit dem Mäusemann alleine zu lassen. Wenn dann muss die Oma für ein paar Stunden Babysitter bei mir zuhause spielen oder eben der Daddy... So geht das dann so halbwegs mit dem Ausgehen am Wochenende. Aber spätestens um 2 Uhr möchte ich nach Hause. Zu meinem kleinen süßen Mäusemann. Weil ich ihn so vermisse. Und weil mir sonst der Busen platzt! Aber manchmal könnte man auch eine Babysitter-Oma haben und dann ist es so:
Es steigen 3 tolle Partys, auf die es sich definitiv lohnen würde zu gehen. Es wäre an der Zeit sich die Haare zu glätten, sich in eine knappe Jeans zu werfen, Make-up ins Gesicht zu hauchen, um mit den Mädels um die Häuser zu ziehen. Aber die Augenringe ziehen das neue ICH mit aller Kraft aufs Sofa um dort einzuschlafen. Ein paar Minuten Schlaf sind einfach kostbarer als Arschwackeln im Club. Denn auch wenn man abends aus war möchte der Mäusemann nicht ausschlafen sondern ist spätestens um 6 Uhr top fit und weckt den Langschläfer mit einem strahlenden Lächeln, so dass der größte Morgenmuffel nicht mies gelaunt sein kann. Unter der Woche macht mein neues ICH abends die Arbeit, zu der es unter dem Tag nicht kommt, weil der Mäusemann keine Zeit gelassen hat. Ich habe keine Zeit um fernzusehen. Außer wenn die neue Staffel Greys Anatomy läuft!! Mein altes ICH war sich sicher: Ich werde, falls ich mal ein Kind haben sollte, nicht nur noch über Kinder-Scheiß sprechen! Naja, Babykotze, wo es Windeln im Angebot gibt, die neue Eltern-Zeitschrift, was der Mäusemann seit einigen Tagen Neues kann…das ist eben gerade das Leben von meinem neuen ICH. Was anderes passiert gerade selten – also meine liebe Nicht-Eltern-Freunde: hört mir bitte trotzdem zu!!