Auf den Lofoten


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

Auf den Lofoten

Am fünften Tag abends erreichen wir Svolvaer, den größten Hafen der Lofoten. Wehmütig schauen wir der Finnmarken hinterher, als sie elegant wie immer von der Pier wegdreht und davongleitet mit einem lauten Tuten in den Abendhimmel. Unser kleines Hotel liegt direkt am Wasser. Am nächsten Morgen geht es mit dem Mietwagen zur Südspitze auf die Insel Moskenesoy. Wie man diesen Namen korrekt ausspricht, lernen wir in dieser Woche nicht mehr. Erst seit einigen Jahren sind alle Inseln durch eine Landstraße miteinander verbunden, früher gab es auf der ca. 150 km langen Strecke auch Fähren. Wir haben ein Rörbu gemietet, ein nach alter Tradition auf dem Wasser errichtetes Fischerhaus mit Blick auf einen kleinen Hafen. Morgens wecken uns kreischende Lachmöwen, die direkt gegenüber in der alten Lagerhalle in aberwitzig engen Nischen ihre Nester gebaut haben Die Landschaft auf den Lofoten ist noch spektakulärer als auf dem Festland. Bis zu 1000 Meter hoch türmen sich dunkle Felswände direkt am Wasser in den Himmel, die eigentümlich geformten Gipfel beflügeln unsere Fantasie. Auf der gesamten Inselgruppe leben gerade mal 25000 Menschen. Ihre Haupteinnahmequelle ist immer noch der Fischfang - nirgendwo sonst auf der Welt sind die Dorschschwärme so riesig wie in den hiesigen Gewässern. Jetzt im Sommer sind die hölzernen Gestelle leer, doch zwischen Januar und März trocknen auf ihnen die zu Paaren zusammengebunden, kopflosen Fischleiber zu Stockfisch. Nur in der trockenen Luft der Lofoten schrumpeln die Fische derartig schnell - und deshalb mit relativ wenig Gestank - zusammen. Während des Trocknungsprozesses verliert der Fisch 70 Prozent seiner Feuchtigkeit, behält aber alle Nährstoffe. Die „stoccafisso“ wurde schon von fastenden Päpsten im Mittelalter geschätzt.